Russland beklagt Cyberattacken aus Deutschland
(Bild: JARIRIYAWAT/Shutterstock.com)
Nachdem Deutschland fehlende Hilfe bei der AufklÀrung des Hackerangriffs auf den Bundestag beklagt hat, kontert Russland nun mit eigener Kritik.
Russland hat eine Vielzahl von Hackerangriffen "vom deutschen Segment des Internets" auf seine staatlichen Einrichtungen beklagt. Der russische AuĂenminister Sergej Lawrow sagte am Dienstag bei einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Heiko Maas in Moskau, dass es zwischen Januar vorigen Jahres und Mai dieses Jahres 75 solcher Angriffe gegeben habe. Es seien mehr als 50 staatliche russische Einrichtungen betroffen gewesen.
Kritik an Deutschland
Ăber alle Angriffe seien die zustĂ€ndigen deutschen Stellen informiert worden, sagte Lawrow. "Nur in sieben FĂ€llen haben wir eine Antwort erhalten mit einem sehr formalen Charakter." Lawrow reagierte damit auf deutsche VorwĂŒrfe [1], Russland beteilige sich nicht an der AufklĂ€rung eines russischen Hackerangriffs auf den Bundestag 2015.
Die Cyberattacke sorgt fĂŒr VerĂ€rgerung in Berlin. Rechner in zahlreichen AbgeordnetenbĂŒros waren damals mit Spionagesoftware infiziert worden, darunter auch Computer im BundestagsbĂŒro der Kanzlerin Angela Merkel. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat einen internationalen Haftbefehl gegen einen jungen russischen Hacker [2] erwirkt. Ihm wird geheimdienstliche AgententĂ€tigkeit und das AusspĂ€hen von Daten vorgeworfen. Russland weist dies zurĂŒck.
Zu den Angriffen in Russland seien den deutschen Stellen konkrete Fragen gestellt worden, die unbeantwortet blieben, sagte Lawrow. Dabei hĂ€tten die russischen Behörden die Antworten gebraucht, um die Angriffe professionell zu untersuchen. Der Minister meinte, dass das Ignorieren solcher Anfragen dem widerspreche, was Deutschland auf politischer Ebene an eigenen WĂŒnschen von sich gebe.
Keine Kooperation mehr
Russland und Deutschland hĂ€tten in der Vergangenheit in der Cybersicherheit kooperiert, aber 2018 sei die Zusammenarbeit von deutscher Seite eingestellt worden. "Bis heute wollte Deutschland dorthin nicht zurĂŒckkehren", sagte Lawrow. Russland sei aber bereit, den professionellen Dialog wieder aufzunehmen.
(mho [4])
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