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Siemens baut weitere 2500 ArbeitsplÀtze ab

Andreas Wilkens
Siemens baut weitere 2500 ArbeitsplÀtze ab

Voriges Jahr protestierten Gewerkschafter gegen Siemens' Stellenstreichungen. Das könnte sich demnÀchst wiederholen

(Bild: IG Metall)

Der Elektrokonzern hat vor allem Probleme im Energiesektor und reagiert darauf nun mit weiteren Entlassungen. Die IG Metall zeigt sich kampfbereit.

Siemens will weitere 2500 Stellen abbauen, davon 2000 in Deutschland. Betroffen davon sei die Sparte Process Industries and Drives, teilt der Konzern mit [1]. Damit reagiert Siemens nach eigenen Angaben auf die zunehmende Konkurrenz in den Branchen Öl & Gas, Metall und Bergbau. 1800 ArbeitsplĂ€tze sollen in Bayern abgebaut werden, hinzu kommen Stellen in Berlin. Dabei sollen die heutigen Standorte aber erhalten bleiben, erklĂ€rt Siemens. Der Konzern hatte erst voriges Jahr den Abbau von mehr als 5000 Stellen angekĂŒndigt [2].

Es gehe darum, Arbeitsinhalte und GrĂ¶ĂŸe der Fertigungsstandorte in Europa zu konzentrieren, "um die WettbewerbsfĂ€higkeit in einem dauerhaft schwierigen Marktumfeld zu verbessern". 1000 ArbeitsplĂ€tze in Deutschland seien davon betroffen, dass Produktlinien an einzelnen Standorten gebĂŒndelt werden. Auch solle die gesamte Projektabwicklung im Bereich Process Solutions effizienter aufgestellt werden.

"Der Wachstumseinbruch auf den RohstoffmĂ€rkten hat zu einer erheblichen VerschĂ€rfung des Wettbewerbs besonders aus dem asiatischen Raum gefĂŒhrt. Deshalb sind wir gezwungen, uns auf diese VerhĂ€ltnisse einzustellen, um unsere WettbewerbsfĂ€higkeit zu sichern", sagte JĂŒrgen Brandes, CEO der Siemens-Sparte Process Industries and Drives.

Die IG Metall Bayern wies die PlĂ€ne umgehend zurĂŒck und kĂŒndigte entschiedenen Widerstand an, wie es in einer Mitteilung heißt [3]. Siemens reagiere erneut reflexartig und ideenlos auf MarktverĂ€nderungen mit Stellenstreichungen. Mit TechnologiefĂŒhrerschaft habe das wenig zu tun.

"Wir bestreiten nicht die derzeit sehr schwierige Situation in der Sparte", sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn laut Mitteilung. Hinzu kĂ€men aber auch Managementfehler aus der Vergangenheit, die die BeschĂ€ftigten vor allem in Deutschland jetzt ausbaden mĂŒssen. "Das kann nicht die BegrĂŒndung fĂŒr eine RĂŒckzugsstrategie 'Raus aus Deutschland' sein. Mit diesen Verlagerungen bringt der Vorstand den Produktionsstandort Deutschland in Gefahr. Wir werden um jeden einzelnen Arbeitsplatz kĂ€mpfen", sagte Steinborn. Siemens beteuert, in den kommenden Jahren mit 3000 Neueinstellungen in Deutschland zu rechnen.

(anw [4])


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https://www.heise.de/-3131764

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.siemens.com/press/de/pressemitteilungen/?press=/de/pressemitteilungen/2016/corporate/pr2016030215code.htm&content[]=Corp&content[]=PD
[2] https://www.heise.de/news/Mitarbeiter-protestieren-gegen-Stellenabbau-bei-Siemens-2683453.html
[3] http://www.dialog.igmetall.de/artikel/datum/2016/03/09/titel/schon-wieder-vierstelliger-abbau/
[4] mailto:anw@heise.de