Siemens gliedert Schnurlostelefon-Sparte aus
Der GeschÀftsbereich Customer Premises Equipment wird ein Tochter-Unternehmen. Ein Verkauf ist laut Angaben eines Siemens-Sprechers nicht geplant.
Der Siemens [1]-Konzern gliedert seine Schnurlostelefon-Sparte (Customer Premises Equipment) mit rund 3700 Mitarbeitern in ein eigenstÀndiges Unternehmen aus. Die neue Einheit nehme am 1. Oktober unter dem Namen Siemens Home and Office Communication Devices GmbH ihre Arbeit auf, teilt Siemens heute mit [2]. Auf diesem Weg könne man besser den besonderen Anforderungen im KonsumentengeschÀft Rechnung tragen.
Ein Verkauf des profitablen GeschĂ€fts mit etwa einer Milliarde Euro Umsatz sei derzeit kein Thema, betonte ein Siemens-Sprecher heute laut dpa. Die Schnurlostelefone gehörten bisher zur kriselnden Siemens-Sparte Communications (Com). Die neue Firma ĂŒbernimmt Entwicklung, Produktion und Vertrieb der Gigaset-Produkte. Diese umfassen neben schnurlosen Telefonen fĂŒr Festnetz- und Internet-Telefonie (VoIP [3]) Breitband-Produkte sowie vernetzte Sprach-, Daten- und Multimediaprodukte fĂŒr Heim und BĂŒro.
Nach dem Verkauf [4] der Handysparte sind die Schnurlostelefone das letzte Endkonsumenten-GeschĂ€ft, das Siemens komplett allein betreibt. Bei den Computern (Fujitsu-Siemens) und bei der weiĂen Ware (Bosch-Siemens-HausgerĂ€te) hat sich der Konzern Partner gesucht. Auch im Unternehmen war eingerĂ€umt worden, dass die Probleme bei den Handys unter anderem darauf zurĂŒckzufĂŒhren waren, dass Siemens als IndustrieausrĂŒster das GeschĂ€ft mit dem Endkunden nicht gut versteht.
Der Siemens-Sprecher betonte, dass die TarifvertrĂ€ge auch in der neuen Einheit unverĂ€ndert weiter gelten. Siemens hatte sich mit den BeschĂ€ftigten im Werk Bocholt auf lĂ€ngere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn geeinigt [5]. Geleitet wird die neue Firma von Paul Reitmeier und Thomas Kresser. "Wir sind bereits weltweit MarktfĂŒhrer bei digitalen Schnurlostelefonen und bei Breitband-Produkten fĂŒr Endverbraucher. Jetzt wollen wir auch unser Angebot an Entertainment-Produkten erweitern", sagte Reitmeier.
Com-Chef Lothar Pauly strebt fĂŒr seinen Bereich an, fĂŒhrender Anbieter bei Sprach-, Daten- und VideokommunikationsgerĂ€ten zu werden. Das sei ein Markt, der bis 2010 schĂ€tzungsweise einen Wert von 16 Milliarden Euro haben werde. Com werde eng mit der neuen Bereichstochter kooperieren und seinen Kunden auch weiterhin Komplettlösungen anbieten. (anw [6])
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[2] http://www.siemens.com/index.jsp?sdc_sectionid=4&sdc_langid=0&sdc_contentid=1286280
[3] http://www.heise.de/glossar/entry/Voice-over-IP-395310.html
[4] https://www.heise.de/news/Siemens-will-mit-seinen-Handys-nichts-mehr-zu-tun-haben-119065.html
[5] https://www.heise.de/news/Rund-2000-Siemens-Arbeitsplaetze-gerettet-102631.html
[6] mailto:anw@heise.de
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