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SteuererklÀrung: Elster fliegt in die Wolke

Detlef Borchers

KĂŒnftig wollen die deutschen FinanzĂ€mter SteuererklĂ€rungen nur noch elektronisch annehmen. Die nötigen Belege sollen per Smartphone in der Elster-Cloud abgelegt werden.

Zum 1. Januar 2014 wollen die deutschen FinanzĂ€mter nur noch elektronisch ĂŒbermittelte SteuererklĂ€rungen akzeptieren. Was immer dabei an steuerrelevanten Belegen ĂŒbermittelt werden muss, soll in der ElsterCloud gespeichert werden. Das Bayerische Landesamt fĂŒr Steuern [1] zeigt auf der Fachmesse Moderner Staat [2] in Berlin, wie die ElsterBox in der ElsterCloud [3] mit Belegen gefĂŒllt wird.

Die Erfassung von steuerrelevanten Belegen wird in Zukunft zu den wichtigen Einsatzgebieten des Smartphones gehören: Der Elster-Nutzer und treue Leser von heise online ist natĂŒrlich ebenso treuer c't-Abonnement und fotografiert mit der derzeit unter Android und iOS verfĂŒgbaren Elster-App die Abo-Rechnung ab und kategorisiert das Foto unter der Rubrik berufliche Fortbildung, Fachliteratur. Alsdann drĂŒckt er den Button "Up in die ElsterBox", worauf das Foto mit dem Elster-Zertifikat verschlĂŒsselt in der Cloud abgelegt wird.

Nach und nach fĂŒllt sich so die Box mit Tankquittungen, Reise- und Bewirtungsbelegen oder eben den Ausgaben fĂŒr Fachliteratur. Über das ElsterOnline-Portal hat der Nutzer jederzeit Einblick in seine elektronische Zettelwirtschaft. Ist die SteuererklĂ€rung fĂ€llig, so können alle Belege ĂŒber das Portal in das elektronische Formular im Bereich "Eigenbelege" ĂŒbernommen und entschlĂŒsselt zum Finanzamt geschickt werden. Weil die Belege beim Fotografieren mit dem Smartphone kategorisiert wurden, werden sie in der SteuererklĂ€rung automatisch den entsprechenden Feldern der SteuererklĂ€rung (etwa Anlage N) zugeordnet.

Beim Bayerischen Landesamt fĂŒr Statistik ist man ĂŒberzeugt, mit der ElsterBox und der physisch in MĂŒnchen angesiedelten ElsterCloud ein Verfahren entwickelt zu haben, das die heute ĂŒbliche Belegsammelei in einer Schuhschachtel ablösen kann. Durch den Zeitstempel beim VerschlĂŒsseln und durch die Kategorisierung beim Fotografieren soll das mĂŒhselige Zusammensuchen der Steuerbelege der Vergangenheit angehören.

Bevor das in Berlin prototypisch demonstrierte Verfahren den deutschen Steuerzahlern angeboten werden kann, mĂŒssen freilich die Finanzbehörden aller BundeslĂ€nder dem in Bayern entwickelten System zustimmen. Außerdem sind gesetzliche Anpassungen erforderlich, die das Fotografieren mit dem Smartphone dem ersetzenden Scannen [4] (PDF-Datei) gleichstellt. (vbr [5])


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.elster.de/
  2. http://www.moderner-staat.com
  3. http://www.mgm-tp.com/oeffentliche-auftraggeber/kompetenzbereiche/elsterbox
  4. http://www.dmi.de/fileadmin/user_upload/PDF2012/Wissen/R_Handlungsleitfaden.pdf
  5. mailto:vbr@heise.de