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Ukraine kann der EU nun Strom verkaufen

Andreas Wilkens

(Bild: DTEK)

Die Voraussetzungen, damit die Ukraine Stromhandel mit der EU betreiben kann, seien gegeben, teilte der EuropĂ€ische Verbund der Übertragungsnetzbetreiber mit.

Am heutigen Donnerstag, dem 30. Juni beginnt der Stromhandel zwischen der Ukraine und der EU. Der Stromhandel werde nun schrittweise ausgebaut, teilte der EuropĂ€ische Verbund der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) mit.

Der Stromhandel könne der Ukraine Einnahmen bringen, da die inlĂ€ndischen Einnahmen durch Russlands Angriffe geschmĂ€lert wĂŒrden, erlĂ€utert die EU-Kommissarin fĂŒr Energie Kadri Simson [1]. Gleichzeitig werde die EU in einer Zeit außergewöhnlich hoher Preise mit erschwinglichem Strom versorgt. Dies sei besonders wichtig, da die Ukraine fortwĂ€hrend von Russland angegriffen werde.

Die Ukraine ist seit Beginn der russischen Invasion [2] am 24. Februar vom belarussischen und russischen Stromnetz abgekoppelt. Mitte MÀrz wurden die Stromnetze der Ukraine und Moldawiens mit dem kontinentaleuropÀischen Netz notfallsynchronisiert [3]. Beide LÀnder haben mittlerweile den Status der EU-Beitrittskandidaten erhalten.

Der grĂ¶ĂŸte ukrainische Energieversorger DTEK hatte der EU bereits zu Beginn des Kriegs Stromlieferungen angeboten, zumal die Abnahme von Strom durch die Invasion um 35 Prozent zurĂŒckgegangen sei. Zudem sank der Stromverbrauch in der Ukraine, da viele Menschen flĂŒchteten und Unternehmen ihren Betrieb einstellten.

Die technischen Voraussetzungen fĂŒr den Stromhandel seien erfĂŒllt, teilte ENTSO-E mit [4]. Der Handel solle ĂŒber die Verbindung zwischen der Ukraine und RumĂ€nien laufen. Der Stromhandel ĂŒber die anderen Verbindungen Ukraine-Slowakei, Ukraine-Ungarn und Moldawien-RumĂ€nien soll spĂ€ter folgen. Die GesamthandelskapazitĂ€t wird in der ersten Phase zunĂ€chst auf 100 MW festgelegt und soll je nach StabilitĂ€t und Sicherheit des Energiesystems erhöht werden.

Mehr als die HĂ€lfte der verfĂŒgbaren Energie in der Ukraine wird von 15 Reaktoren in vier Atomkraftwerken erzeugt. Das grĂ¶ĂŸte von ihnen in Saporischschja wurde von russischen Truppen eingenommen. Zu dessen SicherheitsĂŒberwachungssystemen hat die Internationale Atomenergiebehörde IAEA erneut den Kontakt verloren, wie deren Generaldirektor Rafael Mariano Grossi mitteilte [5]. Die FernĂŒbertragung der Daten aus dem AKW seien umso wichtiger, da die IAEA das AKW seit der Invasion noch nicht vor Ort inspizieren konnte.

Die nukleare Versuchsanlage im nordostukrainischen Charkiw stand nach Angaben der ukrainischen Atomaufsicht SNRIU [6] erneut unter Beschuss. Es sei dabei zu Ă€ußeren SchĂ€den gekommen, ein Notstromdiesel sei beschĂ€digt worden. Die Strahlungswerte lĂ€gen aber im normalen Bereich.

ENTSO-E ist unter anderem fĂŒr die Leitlinien und Vorschriften der Stromnetz-Regulierung zustĂ€ndig. Darin geht um Bereiche wie Netzsicherheit, Netzanschluss, internationaler Stromhandel, die Strombilanzierung und allgemeine technische Mindestanforderungen.

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(anw [8])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/STATEMENT_22_4191
[2] https://www.heise.de/thema/Ukraine_Krieg
[3] https://www.heise.de/news/Ukraine-ans-europaeische-Stromnetz-angeschlossen-6585116.html
[4] https://www.entsoe.eu/news/2022/06/28/commercial-exchanges-of-electricity-with-ukraine-moldova-to-start-on-30-june/
[5] https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/update-84-iaea-director-general-statement-on-situation-in-ukraine
[6] https://snriu.gov.ua/en/news/russian-occupiers-fired-nuclear-subcritical-installation-neutron-source-kharkiv
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:anw@heise.de