Tiny Core 12.0: Viel Linux auf 15 MByte
(Bild: J0hnTV/Shutterstock.com)
Die Linux-Distribution Tiny Core liegt in Version 12.0 vor. Embedded-Systeme kommen mit einem 11 MByte kleinen Image aus, Desktops beanspruchen 15 MByte.
Tiny Core Linux bringt eine vollstÀndige Linux-Distribution inklusive grafischer OberflÀche in einem Image unter, das nur knappe 15 Megabyte groà ist. Die Version 12.0 der Distribution betreibt vor allem Modellpflege.
In der FL/OSS-Szene bedient Tiny Core bereits seit einigen Jahren eine kleine aber feine Fangemeinde. Neben der TinyCore-Variante stellen die Entwickler das System in einer Core-Variante ohne grafische OberflĂ€che zur VerfĂŒgung, die sich auf elf Megabyte beschrĂ€nkt. Das CorePlus-Abbild belastet mit 106 Megabyte, bringt im Gegenzug aber auch viele reduzierte Desktops sowie ein Werkzeug fĂŒr das Remastern der jeweiligen ISO-Datei mit. CorePlus richtet sich vorrangig an jene Nutzer, die Tiny Core auf dem eigenen Desktop installieren wollen. HierfĂŒr stellen die Entwickler in Form von "tc-install" zudem ein eigenes Werkzeug zur VerfĂŒgung.
Lange Release-Zyklen, viel Modellpflege
Tiny Core folgt keinem fixen Release-Zyklus. Die Entwickler aktualisieren es stattdessen in unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden. Diesmal ist seit dem letzten Update rund ein Jahr ins Land gezogen â und weil 16 Megabyte nicht sonderlich viel Spielraum fĂŒr neue Funktionen lassen, beschrĂ€nkt Tiny Core sich seit Jahren auf behutsame Modellpflege. Dreh- und Angelpunkt des Systems ist das Embedded-Werkzeug Busybox [1], das in der Version 1.33.0 daherkommt und ab Tiny Core Linux 12 mehr Plug-ins fĂŒr zusĂ€tzliche Funktionen laden kann als bisher. Der Kernel prĂ€sentiert sich in der Version 5.10.3 hinreichend aktuell, um auch moderne Hardware zu unterstĂŒtzen. Ihm zur Seite steht fĂŒr basale Entwicklungsaufgaben ein GNU C Compiler (gcc) in der Version 10.2.0.
Durch seinen geringen Platzbedarf richtet sich Tiny Core ebenfalls an Nutzer Ă€lterer Systeme, deren Plattenplatz endlich ist. GrundsĂ€tzlich ist die Distribution darauf ausgelegt, im Kern vollstĂ€ndig aus dem Arbeitsspeicher eines Computers heraus zu laufen. Das dĂŒrfte auf den allermeisten Rechnern der Gegenwart angesichts der geringen GröĂe möglich sein, auch wenn diese schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Dass als grafischer Desktop FLTK/FLWM zum Einsatz kommen, erleichtert die Sache obendrein â denn das Gespann ist ausgesprochen leichtfĂŒĂig.
Erweiterungen Àhneln BSD-Ports
Weil auch Tiny-Core-Nutzer Software wie Webbrowser oder E-Mail-Programme brauchen, haben die Entwickler sich komplementĂ€r zu ihrer Distribution ein Paketformat fĂŒr die Installation zusĂ€tzlicher Software ausgedacht. Auch "TCZ"-Pakete sind so klein wie möglich. Das Prinzip Ă€hnelt den Ports der BSD-Distributionen oder Homebrew unter macOS: Der Nutzer gibt per GUI oder CLI an, welche Pakete er installieren möchte, und "tcl-load" lĂ€dt die entsprechende Software herunter, um sie im Anschluss zu installieren. So kommen auch Tiny-Core-Anwender in den Genuss von Chromium oder dem Mail-Programm Thunderbird. Die eigene TCZ-Kollektion passen die Entwickler zum Zeitpunkt der Meldung an die neue Version 12.0, diese Arbeit sollte in den kommenden Tagen allerdings fertig sein.
Wer Tiny Core Linux ausprobieren möchte, findet die passenden ISO-Abbilder der drei Geschmacksrichtungen fĂŒr x86_64-Architekturen [2] und fĂŒr x86-Systeme [3]. Raspberry Pis, fĂŒr die Mini-Distributionen quasi das perfekte Habitat sind, sind bei Tiny Core Linux nicht auĂen vor; fĂŒr sie bietet der Hersteller jedoch eine eigene Portierung von Tiny Core Linux namens piCore an. Diese ist in der Version 12.0 schon im Oktober erschienen [4].
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[2] http://tinycorelinux.net/12.x/x86_64/release/
[3] http://tinycorelinux.net/12.x/x86/release/
[4] http://tinycorelinux.net/12.x/aarch64/releases/RPi/
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