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Trojaner-Basteln fĂŒr Dummys

Daniel Bachfeld

Trojaner-Basteln leicht gemacht: Der Pinch 2 PRO Builder Version 2.6 soll offenbar auch Computerunbedarften ermöglichen, anderer Leute Rechner auszuspÀhen.

Trojaner-Basteln leicht gemacht: Der Pinch 2 PRO Builder Version 2.6 ermöglicht auch Computerunbedarften, anderer Leute Rechner auszuspÀhen. Panda Software, Hersteller von Antivirenprogrammen beschreibt in seinem Blog, wie erstaunlich einfach sich mit diesem Toolkit ein Trojaner mit beliebigen Eigenschaften zusammenklicken lassen soll. Zwar sind VirenbaukÀsten nicht wirklich neu, allerdings sprengt der Funktionsumfang und die offenbar sehr leicht zu bedienende OberflÀche den bekannten Rahmen.

Der Pinch Builder bietet laut Panda unter anderem eine Auswahl verschiedener Programme an, deren Passwörter der Trojaner auf einem infizierten System stehlen soll, darunter ICQ, Trillian, Mozilla, Opera, diverse FTP-Programme, und auch Passwörter aus dem geschĂŒtzten Speicher von Windows kann der Trojaner stehlen. Mit dem Zugriff auf Letzteren geht der Anwender auch gleich seiner Internet-Explorer- und Outlook-Passwörter verlustig. Zudem soll der Anwender weitere Spionagefunktionen festlegen können, etwa ob er Tastatureingaben mitlesen, Screenshots anfertigen oder vom Internet Explorer ĂŒbertragene Daten protokollieren soll. Wie und wohin die gesammelten Daten geschickt werden sollen, kann der Anwender selbst festlegen. Zur Wahl stehen HTTP und SMTP. Einzige HĂŒrde: Im Konfigurationsdialog sind statt der vorgegebenen Werte fĂŒr die Ziele eigene Werte einzugeben.

DarĂŒber hinaus soll sich ein mit einem Pinch-Builder-Trojaner infizierter Rechner in einen Proxy verwandeln lassen, etwa um unerkannt Angriffe auf andere Rechner zu starten oder Spam-Mails zu verschicken. Zudem darf der Virenbastler eine Backdoor-Funktion und einen IRC-Bot als Modul per Klick in den Trojaner integrieren. Um den heutigen Gegebenheiten auf Windows-PCs Rechnung zu tragen, bietet der Builder auch ein gewisses Maß an Selbstschutzfunktionen fĂŒr den Trojaner an, mit denen dieser ausgewĂ€hlte Prozesse respektive Antivirenprogramme abschalten können soll – auch Tarnkappenfunktionen lassen sich einbinden.

Sind alle Zutaten ausgewĂ€hlt, genĂŒgt ein Klick auf "Compile", um den Trojaner vom Toolkit zusammensetzen und die Exe-Datei auf die Welt loszulassen. Im Bundle mit dem Toolkit kommt ein Parser, der das Auswerten der vom Trojaner gesammelten und an einen Webserver ĂŒbertragenen Daten erleichtern soll. Über die Erkennungsrate der vom Toolkit in der Version 2.60 generierten SchĂ€dlinge macht Panda keine Aussage. Einen im heise-Security-Test erstellten SchĂ€dling (9 KByte mit Passwortklau fĂŒr zahlreiche Anwendungen) mit Version 1.0 erkannten aber alle gĂ€ngigen Scanner.

Über einen möglichen Preis des Tools schweigt sich Panda aus, allerdings dĂŒrfte er weit unter den veranschlagten 200.000 [1] Euro fĂŒr den Bundestrojaner liegen. Auch das Web-Attack-Toolkit MPack [2] ist bereits fĂŒr unter 1000 Dollar zu haben.

Siehe dazu auch:

(dab [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-153356

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Heimliche-Online-Durchsuchungen-sind-unzulaessig-142370.html
  2. https://www.heise.de/news/Weitere-Details-zu-Web-Attack-Toolkit-MPack-142636.html
  3. http://blogs.pandasoftware.com/blogs/pandalabs/archive/2007/07/18/PINCH_2C00_-THE-TROJAN-CREATOR.aspx
  4. https://www.heise.de/news/Heimliche-Online-Durchsuchungen-sind-unzulaessig-142370.html
  5. mailto:dab@ct.de