Trotz geschlossener GeschÀfte: Auch Kuriere leiden unter Corona-Krise
(Bild: Nice to meet you / Shutterstock.com)
Wegen der Corona-Pandemie bleiben viele Menschen zuhause und lassen sich dort beliefern. Dennoch sehen sich die Kurier- und Paketdienste als Krisenverlierer.
Trotz geschlossener GeschĂ€fte wirkt sich die Corona-Krise insgesamt negativ auf die Paket- und Kurier-Branche aus. "Die Teilbranchen sind alle sehr stark betroffen. Im Durchschnitt fĂ€llt deutlich mehr weg als dazu kommt", sagt Andreas Schumann, Vorsitzender des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP). Diesem gehören unter anderem Subunternehmen der groĂen Paketdienste wie DHL und DPD an.
Weltpostsystem heruntergefahren
Zwar seien viele GeschĂ€fte geschlossen, und der Bedarf an Warenlieferungen bis zur HaustĂŒr steige [1]. Die Branche leide jedoch unter den geschlossenen Grenzen zu LĂ€ndern, in denen viele Waren hergestellt werden. "Das Weltpostsystem ist sehr stark heruntergefahren. Sendungen fehlen in den Mengenströmen."
Zu schaffen mache vielen Dienstleistern auch, dass Unternehmen weniger Pakete empfangen und verschicken. Branchenexperten gingen hier von einem RĂŒckgang um mehr als 70 Prozent aus, heiĂt es auf der Internetseite "Corona Lagezentrum", die der Verband erstellt hat.
Mischkalkulation geht nicht mehr auf
Aktuell wĂŒrden zwar Stadtkuriere etwa technische Ausstattung zu Mitarbeitern von Unternehmen nach Hause liefern, damit diese im Homeoffice arbeiten könnten. Zum Teil mĂŒssten sie auch KĂŒndigungsschreiben ĂŒbermitteln. "Gleichzeitig fallen aber lukrative Lieferungen weg, zum Beispiel von einer GeschĂ€ftszentrale zu den Filialen. Dabei werden normalerweise gleich mehrere Pakete an dieselbe Adresse geliefert und bezahlt." Viele Kurier- und Paketdienste hĂ€tten eine Mischkalkulation und seien auf die GeschĂ€ftslieferungen angewiesen, um wirtschaftlich arbeiten [2] zu können.
Ăhnlich geht es laut Schumann auch vielen Pharmakurieren, die etwa Proben von Arztpraxen abholen und zu Laboren bringen. "Viele transportieren zurzeit zwar Corona-Proben. Gleichzeitig dauern die Abholstopps wegen aufwĂ€ndiger Schutzvorkehrungen deutlich lĂ€nger. Die Touren werden dadurch unwirtschaftlich."
Auch der Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK), dem die groĂen Paketlieferer angehören, stellt laut einer Sprecherin derzeit keine erhöhten Sendezahlen fest. "Eine positive Auswirkung hat die vermehrte Homeoffice-TĂ€tigkeit insofern, als die EmpfĂ€nger von den Zustellern hĂ€ufiger zu Hause angetroffen werden." (kbe [3])
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