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Trump klagt gegen Twitter, Facebook und Google wegen Rauswurfs

Andreas Wilkens

Donald Trump am Mittwoch in Bedminster.

(Bild: c-span.org)

Der ehemalige US-PrÀsident will erreichen, dass die sozialen Netzwerke ihn wieder aufnehmen und geht gegen ein Gesetz vor, das sie von Haftung freistellt.

Der ehemalige US-PrÀsident Donald Trump klagt gegen Twitter, Facebook und Google, die ihn von ihren Plattformen verbannt haben. Er fordere die rasche Wiederherstellung seiner Accounts, sagte der 75-JÀhrige am Mittwoch.

Von Facebook soll Trump noch mindestens bis Anfang 2023 gesperrt bleiben [1]; Twitter sieht gar keinen Weg zurĂŒck fĂŒr den Ex-PrĂ€sidenten [2]. YouTube will Trump erst wieder zulassen, wenn es kein Risiko fĂŒr die öffentliche Sicherheit mehr sehe, nannte aber keinen Zeitraum dafĂŒr. Trump sieht dadurch sein im ersten Zusatzartikel der US-Verfassung garantiertes Recht auf Redefreiheit verletzt.

Googles Videoangebot hatte Trump laut seiner Klageschrift [3] (PDF) seit Mai 2015 genutzt, seit seiner AmtsĂŒbernahme im Januar 2017 habe er es als Instrument seiner PrĂ€sidentschaft verwendet; seine Videos seien eine wichtige Quelle fĂŒr Nachrichten geworden, die auch von den Nutzern viel diskutiert worden seien.

Politiker der Demokraten hĂ€tten aber die "geschickte Nutzung" der sozialen Medien als Bedrohung ihrer eigenen BemĂŒhungen um Wiederwahl gesehen und deshalb Youtube zur Zensur gedrĂ€ngt, meint Trump. Dabei erwĂ€hnt er gegenĂŒber dem US-Bundesbezirksgericht von Miami unter anderem die demokratische MehrheitsfĂŒhrerin Nancy Pelos oder die ehemalige First Lady Michelle Obama.

Die Demokraten hĂ€tten sich dabei der sogenannten Section 230 des Communications Decency Acts (CDA) von 1996 bedient, der Youtube und andere Anbieter von der Haftung freistellt. Diesen Gesetzesabschnitt hatte sich Trump auch schon wĂ€hrend seiner PrĂ€sidentschaft vorgeknöpft [4] mit der BegrĂŒndung, es sei ein "Haftungsabschirmungsgeschenk" der USA an die großen IT-Unternehmen und eine Bedrohung der nationalen Sicherheit und der Wahlen. Die Demokraten hĂ€tten Youtube zur Zensur genötigt mit der Drohung, die Section 230 zu ĂŒberarbeiten. Auch sollen sie versucht haben, mit anderen Mitteln Druck auf die CEOs der grĂ¶ĂŸten Social-Media-Unternehmen auszuĂŒben.

Trump beantragt die Zulassung auf Sammelklage fĂŒr alle, die von der Sperrung auf Youtube betroffen sind. FĂŒr sich und diejenigen, die sich der Klage anschließen, verlangt er Schadenersatz in nicht genannter Höhe. Wenn Trumps Konto wiederhergestellt wĂŒrde, mĂŒsse Youtube auch alle Warnhinweise entfernen, die die Videoplattform wegen angeblich zweifelhafter Inhalte angebracht hatte. Außerdem soll das Gericht jene Teile der Section 230 des CDA fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€ren, laut denen Zugangsanbieter fĂŒr Inhalte anderer nicht haften.

Facebook und Twitter hatten Trump im Januar dieses Jahres bereits kurz vor dem Ende seiner Amtszeit gesperrt. Auslöser war die ErstĂŒrmung des US-Kapitols durch AnhĂ€nger Trumps – und dass er Sympathie fĂŒr die Angreifer bekundete. Außerdem behauptet er nach wie vor ohne jegliche Belege, dass ihm der Sieg bei der PrĂ€sidentenwahl im November durch Betrug gestohlen worden sei.

Twitter, wo Trump mehr als 80 Millionen Nutzer folgten, war fĂŒr ihn bis dahin die wichtigste Kommunikationsplattform. Facebook hatte Trumps Account zunĂ€chst bis auf Weiteres gesperrt. Das unabhĂ€ngige Aufsichtsgremium des Online-Netzwerks bemĂ€ngelte spĂ€ter aber, dass eine unbefristete Sperre von den Facebook-Regeln nicht vorgesehen sei. Deshalb ist Trump nun fĂŒr zwei Jahre bei Facebook suspendiert, wobei die Frist seit Anfang Januar dieses Jahres lĂ€uft. Dann will Facebook neu abwĂ€gen, ob von dem Ex-PrĂ€sidenten immer noch eine Gefahr ausgehe.

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(anw [6])


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[1] https://www.heise.de/news/Facebook-Trumps-Account-bleibt-bis-2023-gesperrt-6063083.html
[2] https://www.heise.de/news/Twitter-Konto-von-US-Praesident-Trump-dauerhaft-gesperrt-5019256.html
[3] https://www.heise.de/downloads/18/3/1/3/4/9/5/0/trumpvyoutubeetaljuly72021.pdf
[4] https://www.heise.de/news/Streit-um-Section-230-Trump-droht-mit-Blockade-von-Haushaltsgesetz-4977284.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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