Trump trifft Twitter-Chef: US-PrÀsident beklagt Benachteiligung bei Followern
Donald Trump mit Jack Dorsey im WeiĂen Haus
(Bild: Donald Trump)
Fast 60 Millionen Follower hat US-PrĂ€sident Donald Trump auf Twitter. Trotzdem fĂŒhlt er sich benachteiligt und hat deswegen Twitter-Chef-Jack Dorsey eingeladen.
US-PrĂ€sident Donald Trump hat sich gegenĂŒber Twitter-Chef Jack Dorsey wĂ€hrend eines privaten Treffens am Dienstag vor allem darĂŒber beklagt, dass er Follower verliere und zu wenige hinzugewinne. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Trump hat demnach gesagt, dass er auch andere Konservative kenne, die aus ungeklĂ€rten GrĂŒnden Follower verlören. Dorsey habe erwidert, dass sein Netzwerk immer wieder gegen betrĂŒgerische Spam-Accounts vorgehe und Follower-Zahlen deswegen fluktuierten. Sogar ihm folgten deswegen weniger auf Twitter.
Das Treffen sei laut Twitter auf eine Initiative des US-PrĂ€sidenten hin zustandegekommen, berichtet die Washington Post weiter [1]. Die Verantwortlichen des Kurznachrichtendienstes sehen sich immer wieder Kritik von Trump & Co. [2] gegenĂŒber, weil sie sich benachteiligt sehen. Gleichzeitig muss Dorsey immer wieder verteidigen, warum einige der berĂŒchtigten Tweets von Donald Trump nicht gelöscht werden, obwohl sie klar gegen die Nutzungsbedingungen verstoĂen. Die seien aber von öffentlichem Interesse, heiĂt es dazu von Twitter.
Parallel zu dem Treffen wurde auch bekannt, dass Twitter mehr als 5000 Accounts gesperrt hat, weil ihnen Manipulationen in Verbindung mit dem Bericht des US-Sonderermittlers zum US-Wahlkampf 2016 [3] vorgeworfen wird. Ars Technica berichtet [4], dass die meisten der betroffenen Accounts nur sehr wenige Tweets abgesetzt hĂ€tten. Nach der Veröffentlichung des geschwĂ€rzten Abschlussberichts sei ĂŒber die Accounts versucht worden, Hashtags zu verbreiten, die Muellers Schlussfolgerungen in Zweifel ziehen sollten. Vorher habe das Netzwerk Nachrichten verbreitet, die den Interessen der FĂŒhrung von Saudi-Arabien entsprachen. Twitter könne aber trotzdem keine Zuordnung vornehmen.
Etwas mehr Nutzer, viel mehr Gewinn
Der Kurznachrichtendienst hatte am Dienstag auch GeschÀftszahlen veröffentlicht [5], denen zufolge es mit dem Geld verdienen immer besser klappt. Im vergangenen Quartal steigerte Twitter den Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 787 Millionen US-Dollar. Angetrieben wurde das Wachstum vor allem vom Plus der Werbeerlöse um ebenfalls 18 Prozent auf 679 Millionen US-Dollar.
Die Entwicklung der Nutzerzahlen war unterdessen weniger eindeutig. Die Zahl der tĂ€glich aktiven Nutzer, die Twitter mit seinen Werbeanzeigen erreichen kann, stieg auf 134 Millionen von 120 Millionen ein Jahr zuvor und 126 Millionen vor drei Monaten. Twitter zĂ€hlt dabei nur die Mitglieder, die den Dienst ĂŒber die Twitter-Website oder die hauseigenen Apps der Firma nutzen. Die Zahl der mindestens einmal im Monat aktiven Nutzer ging dagegen im Jahresvergleich von 336 Millionen auf 330 Millionen zurĂŒck. Vor drei Monaten waren es 321 Millionen gewesen. Es ist das letzte Mal, dass Twitter eine monatliche Nutzerzahl nennt.
Der Quartalsgewinn sprang im Jahresvergleich von 61 Millionen auf 191 Millionen US-Dollar â davon gingen allerdings 124 Millionen auf eine Steuergutschrift zurĂŒck. Jack Dorsey betonte unter anderem, dass der Dienst aggressive oder kriminelle BeitrĂ€ge verstĂ€rkt mit Hilfe von Software herausfiltere. Zuletzt seien 38 Prozent der gelöschten BeitrĂ€ge von Twitter selbst entdeckt worden. FrĂŒher hatte sich die Firma dafĂŒr komplett auf Hinweise von Nutzern oder Organisationen verlassen. (mit Material der dpa) / (mho [6])
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[1] https://www.washingtonpost.com/technology/2019/04/23/trump-meets-with-twitter-ceo-jack-dorsey-white-house/
[2] https://www.heise.de/news/Trump-Google-Facebook-und-Twitter-laecherlich-voreingenommen-4255513.html
[3] https://www.heise.de/news/Omen-fuer-EU-Urheberrechtsreform-Uploadfilter-sperren-Mueller-Bericht-4404453.html
[4] https://arstechnica.com/information-technology/2019/04/twitter-shuts-down-network-of-5000-possibly-saudi-pro-trump-bots/
[5] https://s22.q4cdn.com/826641620/files/doc_financials/2019/q1/Q1-2019-Earnings-Release.pdf
[6] mailto:mho@heise.de
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