US-Provider sperren Zugang zu Kinderporno-Seiten
Drei US-amerikanische Internet-Provider sperren den Zugang zu Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten nach einem Ăbereinkommen mit dem New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo.
Die US-Internet-Provider Sprint Nextel [1], Time Warner Cable [2] und Verizon [3] sperren laut einem Bericht der New York Times Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten. PĂ€dophile bekommen ĂŒber diese Provider in den gesamten USA keinen Zugang zu den jeweiligen Seiten mehr. Auch bestimmte Usenet-Newsgroups, in denen entsprechende Bilder und Videos getauscht werden, blockieren die Telekommunikationskonzerne.
ZurĂŒck geht die Aktion auf ein Ăbereinkommen mit dem Generalstaatsanwalt von New York, Andrew M. Cuomo [4], der seit LĂ€ngerem gegen Kinderpornographie im Internet vorgeht. Laut Cuomo laufen auch Verhandlungen mit anderen Providern. Mitarbeiter des Generalstaatsanwalts wiesen jedoch darauf hin, dass ein Zugang zu solchen Inhalten nicht komplett unmöglich ist, da einige Firmen BezahlzugĂ€nge zu privaten Newsgroups anbieten, wodurch der Internet-Anbieter die Handlungen der Anwender nicht nachverfolgen könne.
Das Ăbereinkommen geht zurĂŒck auf eine achtmonatige Untersuchungsphase, in der Cuomos Mitarbeiter als Undercover-Agenten kinderpornographische Netzwerke beobachteten. Ohne ihre wahre IdentitĂ€t preiszugeben, beschwerten sie sich schlieĂlich bei den jeweiligen Providern, dass diese durch den ungehinderten Zugang zu solchen Inhalten die Vermehrung jener ermöglichen, obwohl laut Kundenvereinbarungen kinderpornographische AktivitĂ€ten verboten sind. Nachdem die Zugangsanbieter die Beschwerden ignorierten, schaltete sich Cuomos BĂŒro ein und drohte den Firmen, woraufhin sich diese zur Mitarbeit und zu Verhandlungen bereiterklĂ€rten. Laut New York Times entzogen sich bis dato viele Unternehmen der Verantwortung mit der BegrĂŒndung, dass sie als reine Zugangsprovider und aufgrund der GröĂe des Internets keine Verantwortung fĂŒr die Online-Inhalte tragen könnten.
Laut Cuomo ist die traditionelle Verfolgung der Produzenten und Kunden von Kinderpornographie in den USA nur sehr begrenzt wirksam â besonders aufgrund der Tatsache, dass derartige Inhalte oftmals von auĂerhalb, speziell aus Osteuropa, ihren Weg ins Netz fĂ€nden. Von der In-Pflicht-Nahme der Provider verspricht sich der Generalstaatsanwalt stĂ€rkere Erfolge.
Das National Center for Missing and Exploited Children [5] unterstĂŒtzte Cuomo bei seiner Arbeit und erklĂ€rte, dass das aktuelle Ăbereinkommen ein wichtiger Schritt nach vorn im Kampf gegen Kinderpornographie sei: "Generalstaatsanwalt Cuomo verfolgt ein neues und effektives System, welches den Zugang zu Online-Kinderpornographie direkt an der Quelle unterbricht und somit die Ausbreitung im Internet verhindert", erklĂ€rte Ernie Allen, PrĂ€sident und CEO der Organisation. (mfi [6])
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