VerstÀrktes DE-CIX-Engagement der Deutschen Telekom nun offiziell
(Bild: dpa, Oliver Berg/Archiv)
Sie kooperiere schon direkt mit vielen groĂen Betreibern und benötige eigentlich keine gröĂere PrĂ€senz am DE-CIX, erklĂ€rt das Unternehmen seine Ausgangsposition. Die MaĂnahme könne jedoch die Abhörsicherheit erhöhen.
Nach ersten Hinweisen vom vergangenen Wochenende [1] ist es nun offiziell: Die Deutsche Telekom verstĂ€rkt ihre PrĂ€senz am weltgröĂten Internetknoten DE-CIX in Frankfurt. Das meldete das Unternehmen am gestrigen Montag in einem hauseigenen Blog [2]. FĂŒr den Bonner Netzbetreiber ist es "ein weiterer Schritt zur Realisierung des Internets der kurzen Wege". Das Unternehmen will nun 20 Mal mehr Daten mit anderen Providern austauschen als bisher.
Sie habe ihr Netz mit fast allen groĂen Netzbetreibern direkt zusammengeschaltet und benötige eigentlich keine gröĂere PrĂ€senz am DE-CIX, erklĂ€rt das Unternehmen seine Ausgangsposition. Am DE-CIX unterhielt die Telekom bis vor kurzem lediglich einen einzigen Gigabit-Port, ĂŒber den IPv6-Verkehr floĂ. Gemessen an den KapazitĂ€ten anderer Netzbetreiber, von denen manche sogar 100-GBit-Ports geschaltet haben, ist das sehr wenig.
Daten ohne Umwege durch fremde RechtsrÀume
Andere Anbieter hĂ€tten jedoch eine verstĂ€rkte Nutzung des DE-CIX-Netzknotens als Voraussetzung fĂŒr die Realisierung des "Internet der kurzen Wege" definiert. Und um die Sicherheit fĂŒr Internetnutzer zu erhöhen, also die Abhörmöglichkeiten einzuschrĂ€nken, sei es eine gute Methode, Daten möglichst ohne Umleitungen vom Sender zum EmpfĂ€nger durchzustellen, erklĂ€rt sie. Ein Weg dazu ist, sich mit anderen am DE-CIX zusammenzuschalten.
Die Telekom geht sogar weiter und schlĂ€gt vor, dass sich "alle Anbieter darauf verpflichten, Daten ohne Umwege durch andere RechtsrĂ€ume vom Sender zum EmpfĂ€nger zu leiten". Damit solle sichergestellt werden, dass innereuropĂ€ischer Datenverkehr nicht ĂŒber auĂereuropĂ€ische Hoheitsgebiete gelangt, wo er fremden Rechtsordnungen unterliegt. Datenverkehr, der auĂerhalb Europas startet oder endet solle aber durch diese Vereinbarung nicht diskriminiert werden. Mit einer Selbstverpflichtung möglichst aller Netzbetreiber in Europa wĂŒrde ein unberechtigter Zugriff auf die transportierten Daten von auĂerhalb des europĂ€ischen Rechtsraumes deutlich erschwert werden. Die Telekom will weitere Partner fĂŒr dieses Modell gewinnen.
Richtige Richtung
Im Lichte der kĂŒrzlich vom BND eingerĂ€umten InternetĂŒberwachung, bei der die Telekom nach anfĂ€nglichem Widerstand dennoch den Zugriff auf ihre Transit-Leitungen gestattete [3], erscheinen zumindest die Wortwahl und Argumentation der Telekom als Schritt in die richtige Richtung, manchen Beobachtern auch als Flucht nach vorn. Wieviel der Schritt bringen wird, muss sich freilich noch erweisen. (dz [4])
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- http://www.telekom.com/verantwortung/datenschutz/264974
- https://www.heise.de/news/BND-Techniker-zu-Operation-Eikonal-Internetueberwachung-sprengt-den-Gesetzesrahmen-2533487.html
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