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Wasser und Sprit vereint im Tank

Sascha Mattke

Es klingt absurd, doch dahinter steckt ernsthafte Forschung: Zum Sprit-Sparen kann man Diesel oder Benzin mit Wasser strecken -- ohne dass der Motor absÀuft.

Kölner Forschern ist es gelungen, erstmals Wasser und Diesel dauerhaft zu vermischen und damit Motoren laufen zu lassen. Das berichtet Technology Review [1] in seiner neuen Ausgabe 8/2004 (ab Donnerstag, den 29. Juli, im Handel). In Zeiten hoher Kraftstoffpreise lockt dabei vor allem das Einspar-Potenzial. Aber auch der Ausstoß von Schadstoffen lĂ€sst sich so deutlich senken, wie erste Messreihen gezeigt haben.

Der Idee des Sprit-Mix ist nur scheinbar absurd: Bereits in den 70er Jahren zeigten Versuche, dass Motoren auch bei einem Wassergehalt von 50 Prozent im Treibstoff noch zuverlĂ€ssig zĂŒnden. Das Problem lag bislang in der Haltbarkeit des Gemisches. Wasser besteht aus polaren, Benzin oder Diesel dagegen aus unpolaren MolekĂŒlen; und beides lĂ€sst sich normalerweise nicht dauerhaft verbinden. Die Kölner Gruppe um Reinhard Strey löst das Problem durch Tenside, wie sie auch in Waschmitteln zum Einsatz kommen: Als eine Art Bindeglied sorgen diese dafĂŒr, dass der Mix auch ĂŒber lĂ€ngere Zeit hĂ€lt.

"Nach der erfolgreichen Entwicklung unseres wasserhaltigen Diesels sollen die so gewonnenen Erkenntnisse auf die anderen Treibstoffe ĂŒbertragen werden", sagt Strey. Über die Zusammensetzung der benutzten Tenside lĂ€sst sich der Wasser-Anteil prĂ€zise steuern. Noch allerdings wurde nicht untersucht, welcher Wert fĂŒr optimale Ergebnisse sorgt. (sma [2])


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