zurück zum Artikel

Zalando steigert Umsatz um 50 Prozent

Kristina Beer

Zalandos Umsatz steigt weiter, rote Zahlen bleiben trotzdem. Das soll nicht nur einem spÀten Sommer und einem milden Winter, sondern auch umfassenden Investitionen geschuldet sein.

Der Online-ModehĂ€ndler Zalando ist im vergangenen Jahr erneut krĂ€ftig gewachsen, schreibt aber weiter rote Zahlen. Der Umsatz stieg 2013 um mehr als 50 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, wie das Berliner Unternehmen am Freitag mitteilte [1] (PDF-Datei). Allerdings verbesserte sich die ProfitabilitĂ€t weniger als erhofft, wie GeschĂ€ftsfĂŒhrer Rubin Ritter einrĂ€umte.

Ein Grund dafĂŒr seien branchenweit hohe PreisnachlĂ€sse nach einem milden Winter und spĂ€ten Sommerbeginn gewesen. Zudem investierte Zalando in Logistik-Zentren. Die RĂŒcksendequote sei stabil geblieben: Jeder zweite bestellte Artikel werde wieder zurĂŒckgeschickt, teilte der VersandhĂ€ndler mit. Mit mehr als 300 Millionen Shop-Besuchern im vierten Quartal 2013 soll sich das Unternehmen nach eigenen Angaben auch als "Europas meistbesuchte Mode-Website" etabliert haben.

Ein Börsengang, ĂŒber den immer wieder spekuliert wird, habe derzeit keine PrioritĂ€t, erklĂ€rte Ritter. "Es ist eine mögliche interessante Option fĂŒr die Zukunft." Die Umbildung in eine Aktiengesellschaft vor einigen Monaten sei keine Vorentscheidung dafĂŒr. Auch beim Sprung in die schwarzen Zahlen gebe es keinen Druck: Zalando wolle mittel- bis langfristig Geld verdienen, derzeit sei es aber wichtig, in den Ausbau des GeschĂ€fts zu investieren.

Zalando verwies auch auf die vorhandene Netto-LiquiditĂ€t von 350 Millionen Euro, mit der kĂŒnftiges Wachstum finanziert werden könne. Die Chefin des GroßaktionĂ€rs Kinnevik, Christina Stenbeck, wurde zur Aufsichtsratsvorsitzenden berufen.

Einen großen Umsatzsprung [2] von rund 50 Prozent hatte Zalando auch schon Anfang 2013 fĂŒr das Jahr 2012 vermeldet. Von 2011 bis 2012 soll sich der Umsatz von 510 Millionen Euro auf 1,15 Milliarden Euro gesteigert haben.

Noch im Oktober 2013 berichtete [3] der Spiegel ĂŒber unzufriedene Mitarbeiter in den Verteilerzentren des Unternehmens. Unter anderem soll es Mitarbeitern nicht gestattet sein, sich wĂ€hrend der Arbeitszeit zu setzen. Langsamere Mitarbeiter wĂŒrden genau ĂŒberwacht. (mit Material der dpa) / (kbe [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2113098

Links in diesem Artikel:
[1] http://docs.dpaq.de/6443-zanalndo_20140214_pm_gesch_ftszahlen_2013_zalandoag.pdf
[2] https://www.heise.de/news/Zalando-knackt-die-Umsatzmilliarde-1804196.html
[3] https://www.heise.de/news/Kritik-an-den-Arbeitsbedingungen-beim-Online-Haendler-Zalando-1982644.html
[4] mailto:kbe@heise.de