Cisco-Hacker geht zur Konkurrenz
Michael Lynn, der im Juli eine Sicherheitslücke im Betriebssystem der Cisco-Router entdeckte, hat laut einem Medienbericht beim Konkurrenten Juniper Networks angeheuert.
Im Juli hatte der Sicherheitsexperte Michael Lynn auf der Konferenz Black Hat Briefing 2005 einen Vortrag zu einer Sicherheitslücke in IOS angekündigt, dem Betriebssystem der Netzwerkkomponenten von Cisco. Der Hersteller hatte daraufhin mit allen Mitteln versucht, Informationen zu der Lücke unter der Decke zu halten. Unter anderem rissen Cisco-Mitarbeiter die Unterlagen zu dem Vortrag aus allen Exemplaren des gedruckten Konferenz-Bandes. Nach Medienberichten verabredete der Netzwerk-Riese mit Lynns Arbeitgeber Internet Security Systems (ISS), ihm den Vortrag zu verbieten.
Lynn kündigte daraufhin seinen Job bei ISS, und hielt den Vortrag dennoch. Anschließend einigte er sich jedoch außergerichtlich mit den beiden Unternehmen, keine weiteren Informationen zu publizieren.
Nach einem Bericht der eWeek fand Lynn nun einen neuen Job bei Juniper Networks. Der Netzwerkausrüster ist in einigen Bereichen der schärfste Konkurrent von Cisco und versucht, diese Position durch Firmenzukäufe auf weitere Marktsegmente auszudehnen. Da Cisco die IOS-Lücken nach eigenem Bekunden inzwischen gestopft hat, dürfte Lynns Wissen um diese konkrete Schwäche der Konkurrenzprodukte nicht der Auslöser für Junipers Job-Angebot gewesen sein. (je)