Durchbruch in der synthetischen Biologie

Wissenschaftler des J. Craig Venter Institute haben die erste echte Vorstufe einer synthetischen Lebensform geschaffen.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 126 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Wissenschaftler des J. Craig Venter Institute haben die erste echte Vorstufe einer synthetischen Lebensform geschaffen. In der Online-Ausgabe der Zeitschrift Science berichteten die Forscher, wie es ihnen gelungen ist, ein synthetisches Genom in ein Bakterium einzupflanzen und zu "booten": Sie verpflanzten ein synthetisiertes Mycoplasma-Genom mit rund einer Million Basenpaaren in eine verwandte Bakterienart, Mycoplasma capricolum. Nach kurzer Zeit begann der Einzeller, anhand des neuen Gencodes Proteine zu bilden, die nur in Mycoplasma mycoides vorkommen. Nach einigen Zellteilungen seien alle Spuren des Empfängerbakteriums verschwunden, berichteten die Forscher. Übrig blieben Mikroorganismen, die den Stoffwechsel von M. mycoides aufwiesen.

Die Forscher hoffen nun, mit ihrer Technologie der synthetischen Genome ganz neue Anwendungen erschließen zu können. Mit dem Pharmakonzern Novartis etwa will Venter effizientere Impfstoffe gegen Grippe produzieren. Mit dem Ölkonzern ExxonMobil wiederum hat das Venter-Institut erst kürzlich eine 600 Millionen Dollar schwere Kooperation bekannt gegeben, in deren Rahmen Algenzellen entwickelt werden, die Kohlendioxid in Kohlenwasserstoffe für die Kraftstoffherstellung umwandeln.

(wst)