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SSD-Reserve richtig einrichten

| Christof Windeck

Einige Hersteller von Solid-State Disks (SSDs) empfehlen, nicht die gesamte NettokapazitĂ€t des Speichermediums zu nutzen, sondern höchstens 80 bis 90 Prozent davon. Bringt das wirklich etwas? Falls ja: Muss ich deshalb beim Partitionieren der SSD etwas Besonderes beachten oder reicht es, einfach den FĂŒllstand im Auge zu behalten?

Einige Hersteller von Solid-State Disks (SSDs) empfehlen, nicht die gesamte NettokapazitĂ€t des Speichermediums zu nutzen, sondern höchstens 80 bis 90 Prozent davon. Bringt das wirklich etwas? Falls ja: Muss ich deshalb beim Partitionieren der SSD etwas Besonderes beachten oder reicht es, einfach den FĂŒllstand im Auge zu behalten?

Die nutzbare NettokapazitĂ€t aller aktuellen SSDs ist geringer als die GrĂ¶ĂŸe des jeweils gesamten aufgelöteten Flash-Speichers, weil schon ab Werk Reservebereiche vorgesehen sind. Das sogenannte Over-Provisioning, also das Schaffen einer noch grĂ¶ĂŸeren Reserve an freien Flash-Speicherzellen, kann unter gewissen UmstĂ€nden und je nach Nutzungsweise die Geschwindigkeit der SSD beim Schreiben verbessern, auf die Geschwindigkeit beim Lesen wirkt sich die Reserve jedoch nicht aus. Das Beschreiben bereits teilweise befĂŒllter Flash-„Blöcke“ dauert nĂ€mlich viel lĂ€nger, als wenn der Controller sofort auf leere Zellen zugreift.

Je nach FĂŒllstand, Controller, Firmware und Nutzung einer SSD beeinflusst die Anzahl freier Blöcke die Schreibgeschwindigkeit mehr oder weniger stark, zudem handelt es sich um statistische Effekte. Überdies werden Daten bei normaler PC-Nutzung sehr viel hĂ€ufiger gelesen als geschrieben. Wenn Sie trotzdem eine zusĂ€tzliche Reserve freihalten wollen, dann lassen Sie beim Partitionieren der SSD schlichtweg den gewĂŒnschten Platz frei.

Alternativ können Sie eine sogenannte Host Protected Area (HPA) mit der als Reserve gewĂŒnschten KapazitĂ€t einrichten, die Windows und seiner DatentrĂ€gerverwaltung verborgen bleibt. Unter Linux kann man dazu den Befehl hdparm mit der Option –Np verwenden, muss dann aber recht unkomfortabel die spĂ€ter fĂŒr Partitionen nutzbare KapazitĂ€t als Anzahl von (512-Byte-)Sektoren eintippen. Wir raten deshalb dazu, die Reserve falls gewĂŒnscht bei der Partitionierung freizulassen.

www.ct.de/1125170 [1] (ciw [2])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1378504

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[1] http://www.ct.de/1125170
[2] mailto:ciw@ct.de