Neue Perspektiven
CorelDraw Graphics Suite 2021 für Windows und macOS
Die CorelDraw Graphics Suite 2021 verspricht bessere Zusammenarbeit über die Cloud, eine iPad-App, perspektivisches Zeichnen und Export auf unterschiedlichen Kanälen.
Das Vektorzeichenprogramm CorelDraw 2021 ist nach wie vor unter Windows 10 zu Hause und läuft selbst auf einem betagten Surface Pro angenehm flüssig. Die 2019 eingeführte Mac-Version unterstützt jetzt den M1-Chip und arbeitet selbst auf Intel-Macs schneller als die Vorversion. Dateien speichert das Programm wahlweise lokal oder in der Corel-Cloud. Cloud-Dokumente kann man zur Kooperation mit anderen Personen teilen; externe kommentieren in der Web-App (coreldraw.app). CorelDraw 2021 zeigt diese Anmerkungen in der neuen Kommentar-Palette. Dort verrutschen sie allerdings, was die Kommunikation über detaillierte Zeichnungen erschwert.
CorelDraw auf dem iPad
Außer als Web-App gibt es die CorelDraw-App nun auch für das iPad und in Microsoft Teams. Die App ist nur im Zusammenhang mit einer Desktopversion erhältlich. Ihr Funktionsumfang ist gegenüber der Desktopversion stark reduziert und vergleichbar mit der iPad-Version von Adobe Illustrator. Corel bindet eine Vielzahl von Bildeffekten und die Kommentarfunktion ein. Das Zeichnen in der App ist etwas umständlich, da sie während der Verwendung von Werkzeugen keine Touch-Modifikation erlaubt. Stattdessen muss man die betreffenden Punkte nachträglich umwandeln.
Das Werkzeug „Perspektivisches Zeichnen“ blendet Fluchtpunkte und -linien ein. Text und Grafiken richtet es automatisch daran aus.Die Funktion ist praktisch konzipiert. Da man die Perspektivenbearbeitung speziell starten muss, sind unbeabsichtigte Änderungen der Geometrie nicht möglich. Das gesamte Perspektivenobjekt kann man verschieben. Allerdings wird man bei jedem Rückgängig-Schritt aus dem Bearbeitungsmodus geworfen.
Perspektivisch zeichnen
Die wichtigste neue Funktion ist das Perspektivische Zeichnen. In CorelDraw erzeugt man dabei je nach Anzahl der Fluchtpunkte ein Raster aus zwei bis drei Perspektivebenen, auf denen anschließend die Objekte direkt gezeichnet oder ihnen zugewiesen werden. Pfade, Text und platzierte Bitmaps lassen sich darin perspektivisch bearbeiten. Allerdings muss die Geometrie stehen, bevor man darin Objekte anlegt.
Neuer Exportworkflow
Für Objekte eines Dokuments lassen sich im Exportieren-Fenster verschiedene Dateiformate und Einstellungen festlegen. Die Schaltfläche „Alle exportieren“ gibt die Objekte in einem Rutsch aus. Beim Duplizieren eines Objekts verdoppelt man aber auch alle zugehörigen Exportvorgaben. Das gilt auch beim Einfügen in eine neue Datei.
Zur Einzel- und Doppelseitenansicht kommt in Version 2021 eine Mehrseitenansicht, die alle Seiten auf der Arbeitsfläche zeigt. Doppelseiten behandelt sie als eine Einheit. Nach wie vor gehören Objekte zu einer bestimmten Seite und alles, was nicht innerhalb der Seite liegt, wird ausgeblendet, wenn die Seite nicht aktiv ist. Seiten lassen sich jedoch automatisch an die Objektgröße anpassen. Dabei kann man sogar einen Rand definieren.
Kleinere Verbesserungen gehen auf Community-Feedback ein – so lässt sich deaktivieren, dass ein Objekt beim Verschieben an seiner eigenen Geometrie einrastet. Kurzbefehle lassen sich jetzt individuell konfigurieren.
Fazit
Unter den klassischen Zeichenprogrammen bieten Adobe Illustrator und CorelDraw nach wie vor die meisten Möglichkeiten. Auf dem iPad hat Affinity Designer im Funktionsumfang die Nase vorn. Die Entscheidung zwischen CorelDraw und Illustrator ist eine Frage der persönlichen Arbeitsweise sowie der Einbettung in Produktionsworkflows. Tauscht man Dateien im Team aus, dann sollten alle dieselbe Software verwenden, da es kein Austauschformat gibt, das auf allen Plattformen nativ editierbar ist. Wer gerne alles bis zur letzten Minute editierbar erhält, hat mit Illustrator mehr Freiheiten; für Werbetechnik findet man in CorelDraw die dafür wichtigen Funktionen, Vorgaben und Treiber. (akr@ct.de)
| CorelDraw Graphics Suite 2021 | |
| Grafikpaket | |
| Hersteller | Corel, www.corel.com/de |
| Systemanf. | Windows 10, macOS 10.11/10.15 |
| Preis | 719 € einmalig oder 349 € im Jahr |