MIT Technology Review 6/2019
S. 82
Fokus
Internet
Aufmacherbild
Google benötigt gigantische Glasfaserrollen, um die USA über Unterwasserkabel mit Chile zu verbinden. Beim Transport per Schiff müssen Arbeiter die Rollen mit ihrem Gewicht stabilisieren, damit sich die Glasfaserstränge nicht verheddern. Foto: Chang W. Lee/ NYT/ Redux/Laif

Wie machen wir das Internet ausfallsicher?

Die Architektur des Internets hat sich lange als extrem robust erwiesen. Doch mittlerweile wachsen die Probleme. Ingenieure wollen sie nun mit Quantentechnologie absichern, andere sogar ganz neu konstruieren.

In Parallelität liegt Stärke. Es müssen sehr viele Teile ausfallen, bevor es keinen Weg mehr gibt, der durch das Netzwerk führt.“

Paul Baran, 1999

Der Kalte Krieg war auf dem Höhepunkt, als der Informatiker Paul Baran Anfang der 1960er-Jahre an einem Konzept für ein neues Kommunikationsnetz für die Luftwaffe arbeitete. Dieses Netz sollte vor allem eines sein: ausfallsicher. Sogar nach einem Atomschlag der Russen. Denn „unser schwächster Punkt war, dass wir kein verlässliches Kommunikationssystem hatten, über das wir im Fall eines Angriffs einen Gegenschlag hätten organisieren können“, erklärte Baran in einem Interview 1999.

In seiner 1964 veröffentlichten Arbeit „On Distributed Communication“ entwarf Baran eine ebenso geniale wie einfache Lösung: Statt wie bisher feste Verbindungen zwischen Sender und Empfänger aufzubauen, sollte sich jede Botschaft im Netz ihren Weg selbst suchen. Um das zu verwirklichen, schlug Baran vor, die zu übertragenden Daten in kleine Pakete aufzuteilen, die unabhängig voneinander durch das Netz laufen sollten und am Ziel wieder zusammengesetzt werden. Datenpakete, die noch nicht an ihrem Ziel angekommen sind, werden „wie heiße Kartoffeln“ so lange an den nächsten Knoten im Netz weitergereicht, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Solch ein Netz wird umso robuster, je dichter es geknüpft ist.

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