Bonneville Bobber Black und Speedmaster
Triumph prĂ€sentiert zwei neue Bonnevilles. Die Bobber Black mit 16-Zoll-Vorderrad und breitem 130er-Reifen sowie die Speedmaster mit ihren nach vorne verlegten FuĂrasten, Doppelsitz und einem gröĂeren Tank
Triumph hat mit Bonneville Bobber Black und Bonneville Speedmaster zwei neue Retromodelle am Start. Die Bobber Black mit 16-Zoll-Vorderrad und breitem 130er-Reifen sowie die Speedmaster mit ihren nach vorne verlegten FuĂrasten, Doppelsitz und einem gröĂeren Tank.
Die Ende letzten Jahres vorgestellte Bonneville Bobber mit dem Single-Sitz im Retrostil hat einen firmeninternen Rekord aufgestellt: Noch nie wurden in so kurzer Zeit so viele Einheiten von einem Triumph-Modell verkauft. Ăber 6000 StĂŒck fanden bis September ihre KĂ€ufer. Schon vor dem Verkaufsstart stĂŒrmten Kunden die Triumph-HĂ€ndler und unterschrieben die Blanko-KaufvertrĂ€ge, ohne zu wissen, wieviel das GerĂ€t ĂŒberhaupt kosten wĂŒrde. Die zunĂ€chst nur 200 fĂŒr den deutschen Markt geordneten Bobber wurden rasch aufgestockt.
Bonneville Bobber Black und Speedmaster (0 Bilder) [1]
Muskulöser böser: Bobber Black
Das könnte Triumph bewogen haben, nun weitere Varianten nachzuschieben. Das 16-Zoll-Vorderrad der Bobber Black mit einem fetten 130er-Reifen fĂ€llt sofort auf, bislang rollte vorne ein 19-Zöller mit vergleichsweise schmaler 100er-Bereifung. Dazu kommt nun eine Showa-Gabel mit 47 statt 41 mm Durchmesser, die sehr stabil wirkt. Ein dicker Vorderreifen ist ja das Erkennungsmerkmal eines âBobberâ. Der Triumph gibt er einen noch muskulöseren und böseren Auftritt.
Die Bobber Black wird zudem nun von zwei 310-mm-Bremsscheiben mittels zweier Zwei-Kolben-Brembo-Bremszangen verzögert, die einzelne Vorderrad-Bremsscheibe samt Nissin-Bremszange war an der Basis-Bobber gelegentlich kritisiert worden. Die Optik dominieren nun ein LED-Tagfahrlicht und viel schwarze Farbe, etwa auf Tank, Schutzblechen, Seitendeckeln, Motorblock, Rahmen, Felgen, Lenker, FuĂrasten und sogar dem kompletten Auspuff. Zur Wahl stehen deshalb auch nur zwei Alternativen: Jet Black und Matt Jet Black.
Triumph verspricht Handlichkeit
Ansonsten ist die Black technisch mit der normalen Bobber identisch, sie wird immer noch von dem drehmomentstarken Reihenzweizylinder angetrieben. 77 PS liegen schon bei geruhsamen 6100/min an, 106 Nm stemmt der 1200er-Motor bei nur 4000/min auf die Kurbelwelle. Allerdings hat die Bobber Black um neun Kilogramm an Gewicht zugelegt auf insgesamt 237 kg Trockengewicht, was vor allem auf das Vorderrad und die dickere Gabel zurĂŒckzufĂŒhren sein dĂŒrfte. Wie sich das gestiegene Gewicht, vor allem aber der breite Vorderreifen auf das Fahrverhalten auswirkt, wird ein erster Test zeigen. Triumph versprach bei der PrĂ€sentation im Werk in Hinckley, dass die Bobber Black immer noch ein angenehm handliches Bike bleiben wĂŒrde.
In der Ausstattung werteten die Briten die Bobber Black auf, so sind Tempomat und Griffheizung nun Serie. Den genauen Preis wollte Triumph noch nicht bekannt geben, die Bobber Black soll aber unter 14.000 Euro bleiben. Den Betrag kann man natĂŒrlich durch das ĂŒppige Zubehörangebot von ĂŒber 120 Teilen spielend in die Höhe treiben. Zudem bietet Triumph ein âOld Schoolâ Inspiration-Kit an, das unter anderem aus einem Lenker im Ape-Hanger-Stil, braunem Ledersitz, Vance & Hines-Auspuffanlage und kurzem Vorderrad-KotflĂŒgel besteht.
Endlich wieder zu zweit: Speedmaster
Das zweite Bike auf der PrÀsentation war die Bonneville Speedmaster. So schön die Bobber bislang auch war, ohne Soziussitz verurteilte sie den Fahrer zum Single-Dasein. Dieses Manko soll jetzt die Speedmaster beheben. Sie bekam zwar ebenfalls einen 16-Zöller mit 130er-Reifen und zwei Bremsscheiben samt Vierkolbenbremsen, aber die Gabelrohre haben weiterhin nur 41 mm Durchmesser.
Der frei stehende Einzelsitz verschwand zugunsten eines Polsters in 705 mm Höhe und einem auf den breiten KotflĂŒgel gepflanzten Soziussitz. Ein weit geschwungener, verchromter HaltebĂŒgel â ebenfalls abnehmbar â unterstreicht den Retro-Auftritt. FĂŒr den Solo-Ausritt lĂ€sst sich der hintere Sitz rasch wieder abnehmen. Das Gesamtbild sieht zwar ein wenig gestĂŒckelt aus, dafĂŒr kann es jetzt aber auch zu zweit auf Tour gehen. Der Federweg an der Rohrrahmen-Schwinge sank bei der Speedmaster auf 73 mm, wohl, um den Abstand zwischen dem rahmenfesten hinteren Schutzblech und dem Reifen nicht allzu groĂ werden zu lassen. Hier folgt die Funktion der Form â mit Kompromissen fĂŒr Form und Funktion.
Bei der Einzelsitz-Bobber ist das Schutzblech dagegen mit minimalem Abstand schwingenfest montiert, federt also mit. Der geringe, gleichbleibende Abstand zum Reifen erweckt so sehr geschickt den Eindruck eines Starrahmen-Bikes.
Motor und Fahrwerk der Bobber
Der Scheinwerfer wird ganz klassisch von einem Chromring auf dem schwarzen Lampentopf eingefasst, leuchtet aber mit LED-Technik die StraĂe aus. Der Fahrer steuert die Speedmaster mittels eines flachen und breiten Lenkers. Im Gegensatz zur Bobber ruhen die Stiefel des Piloten auf weit vorne angebrachten FuĂrasten, was die Speedmaster dem Cruiser-Segment zuordnet. Das unterstreicht auch der um drei auf zwölf Liter gewachsene Tank. Auf diesem prangt ĂŒber dem Triumph-Schriftzug eine Chromleiste wie eine Augenbraue. Die Motorendeckel bestehen nun aus gebĂŒrstetem Aluminium. Motor und Fahrwerk sind ansonsten identisch mit der Bobber, die Speedmaster bietet also vom Start weg reichlich Drehmoment und erlaubt eine relaxte Fahrweise. So wird das auf 245 kg gestiegene Trockengewicht vermutlich nicht weiter stören.
Einerseits ist die Speedmaster natĂŒrlich, dank Zwei-Personen-Zulassung, alltagstauglicher als die Bobber. Allerdings muss sie auf den schicken Single-Seat [3], und damit auf einen GroĂteil des Charmes verzichten. So bleibt abzuwarten, wie hoch die Speedmaster in der Gunst der KĂ€ufer stehen wird. Auch sie soll im Preis unter 14.000 Euro bleiben.
Individualisierung ab Werk
Eigentlich sind die beiden neuen Varianten schon so etwas wie âIndividualisierung ab Werkâ. Und auch, wenn dieser Begriff eigentlich ein Widerspruch in sich ist, bietet Triumph fĂŒr die Speedmaster zwei Umbaukits an: Zum einen der Highway-Kit, der aus einem hohen, einstellbaren Windschild, schwarze Satteltaschen samt AufhĂ€ngungen, Komfortsitz mit RĂŒckenstĂŒtze fĂŒr den Sozius, verchromte SchutzbĂŒgel, polierte ĂleinfĂŒllstutzen und GepĂ€cktrĂ€ger besteht. Zum anderen der Maverick-Kit mit braunem, gestepptem Sitz, flacherem Lenker, mattschwarzer Auspuffanlage von Vance & Hines, diversen Komponenten in schwarz und Einzelsitz. ZusĂ€tzlich stehen ĂŒber 130 Extras zur VerfĂŒgung.
Datenblatt
| Motorart | Otto |
| Zylinder | zwei |
| Ventile pro Zylinder | vier |
| Hubraum in ccm | 1200 |
| Leistung in PS | 77 |
| Leistung in kW | 57 |
| bei U/min | 6100 |
| Drehmoment in Nm | 106 |
| bei U/min | 4000 |
| Antrieb | Kette |
| GĂ€nge | sechs |
| RadaufhÀngung vorn | Teleskopgabel; Federweg in mm: 90/77 |
| RadaufhÀngung hinten | Schwinge; Federweg in mm: 90/73 |
| Bremsen vorn | Doppelscheibe, 310 mm |
| Bremsen hinten | Einzelscheibe, 255 mm |
| RĂ€der, Reifen vorn | 100/90-19 oder 130/90-16 |
| RĂ€der, Reifen hinten | 150/70-17 |
| Lenkung | Nachlauf in mm: 87,9; Lenkkopfwinkel in Grad: 64,2 |
| Radstand in mm | 1510 |
| Leergewicht in kg nach EU inklusive 68 kg Fahrer und 7 kg GepÀck | Trockengewicht ohne 68 kg Fahrer und 7 kg GepÀck: 237 / 245 |
| Tankinhalt in Liter | 9 / 12 |
| Modell | Triumph Bonneville Bobber Black / Bonneville Speedmaster |
| Sitzhöhe | 690 / 705 |
(fpi [4])
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