Ermittler: Autopilot beschleunigte Tesla vor Unfall
(Bild: Christoph M. Schwarzer)
Teslas Assistenzsystem âAutopilotâ hat laut US-Unfallermittlern beim einem tödlichen Unfall im MĂ€rz 2018 in den letzten Sekunden in Richtung eines Betonpollers beschleunigt. Vor dem Aufprall seien keine Brems- oder Ausweichmanöver bei dem Model X festgestellt worden
(Bild:Â Christoph M. Schwarzer)
Teslas Assistenzsystem âAutopilotâ hat laut US-Unfallermittlern beim einem tödlichen Unfall im MĂ€rz 2018 in den letzten Sekunden in Richtung eines Betonpollers beschleunigt. Vor dem Aufprall seien keine Brems- oder Ausweichmanöver bei dem Model X festgestellt worden, erklĂ€rte die US-Behörde NTSB in einem vorlĂ€ufigen Bericht. Die Experten, die unter auch bei FlugzeugunfĂ€llen im Einsatz sind, veröffentlichten die ersten detaillierten Angaben zum Unfall aus der Auswertung der Fahrzeugdaten. Demnach folgte der Tesla acht Sekunden vor dem Aufprall noch einem anderen Wagen mit einer Geschwindigkeit von 65 Meilen pro Stunde (knapp 105 km/h). Sieben Sekunden vor dem Crash begann der Tesla gemeinsam mit dem vorderen Wagen eine Bewegung nach links.
Was danach passierte, dĂŒrfte neue Fragen zum Autopilot-System aufwerfen: Vier Sekunden vor dem ZusammenstoĂ war der vordere Wagen nicht mehr in Sicht - und eine Sekunde spĂ€ter setzte Autopilot zur Beschleunigung an. Bis zum Aufprall sei die Geschwindigkeit von 62 auf 70,8 Meilen pro Stunde gestiegen (von knapp 100 km/h bis 114 Km/h). Der Fahrer habe in den letzten sechs Sekunden seine HĂ€nde nicht am Steuer gehabt, erklĂ€rte die NTSB. Tesla betont stets, dass Autopilot lediglich ein Assistenzsystem sei und die Fahrer stets den Ăberblick und die Kontrolle ĂŒber das Fahrzeug behalten mĂŒssten. Vor dem Unfall war Autopilot die letzten knapp 19 Minuten ohne Unterbrechung aktiv gewesen, wie aus dem NTSB-Bericht hervorgeht.
Bei dem Unfall auf einer Autobahn in der NĂ€he von Mountain View im Silicon Valley war der Tesla in einen Betonpoller zwischen den Fahrspuren gefahren. Erschwerend kam hinzu, dass eine Metallkonstruktion vor dem Poller, die gerade in solchen FĂ€llen ein Fahrzeug vor dem Aufprall abbremsen soll, nach einem frĂŒheren Unfall stark verkĂŒrzt war. Die NTSB zog in dem vorlĂ€ufigen Bericht noch keine SchlĂŒsse zu den Ursachen des Unfalls. Tesla war von den Ermittlungen ausgeschlossen worden, nachdem der Konzern ohne RĂŒcksprache mit der Behörde Informationen zu dem Unfall veröffentlicht hatte.
Die NTSB bestĂ€tigte auch, dass die direkt nach dem Unfall gelöschte Batterie des Wagens fĂŒnf Tage spĂ€ter noch einmal Feuer fing. Die Unfallermittler untersuchen derzeit mehrere BatteriebrĂ€nde in verunglĂŒckten Tesla-Fahrzeugen. Im Mai 2018 war auch in der Schweiz ein Tesla auf eine Autobahn-Abgrenzung geprallt und in Flammen aufgegangen. Tesla betont, die Wahrscheinlichkeit von BrĂ€nden in den Elektrofahrzeugen sei geringer als bei Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren. (mfz [2])
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