Fahrbericht Honda CB 1000 R
Hondas Neuauflage des Naked Bikes CB 1000 R verbindet wie Husqvarnas 701 Vitpilen modernes Design gekonnt mit zeitlosen Zitaten. Die CB schaut jedoch nicht nur interessant aus, sondern fÀhrt auch auf ihre ganz eigene Art.
FĂŒr mich ist Hondas Neuauflage ihres Bigbikes CB 1000 R die schönste Maschine ihres Segments in 2018. Wo die VorgĂ€ngerin in bunten Clownsfarben mit einem merkwĂŒrdigen Duckface verschreckte, gefĂ€llt die Neuauflage mit einer sicheren LinienfĂŒhrung, die Klassiker zitiert, ohne gestalterisch in der Retrosackgasse zu versumpfen.
Einer klaren LinienfĂŒhrung stets zutrĂ€glich: EntrĂŒmpelung. Honda ist stolz auf die geringe Anzahl von Plastikblenden im Sichtbereich, wenn ich auch ihre ZĂ€hlweise nicht nachvollziehen konnte ("nur sechs Plastikteile im Sichtbereich"). Zusammen mit Erleichterungen im Abgastrakt und am Rahmen wiegt das Motorrad jetzt laut Hersteller 8 kg weniger als frĂŒher. Jetzt muss das Ding nur noch gescheit fahren.
Fahrbericht Honda CB 1000 R (0 Bilder) [1]
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Als Motorgrundlage griff Honda zum Reihen-Vierzylinder aus der Fireblade von 2005 bis 2007 (SC57). Der drĂŒckt auf dem Papier 145 PS ab und in der Praxis immer genug fĂŒr das Fahrzeuggewicht, sodass du ihn entweder obenheraus auswinden oder schaltfaul rund fahren kannst. Anstatt einer linearen Leistungskurve hat Honda absichtlich eine minimal ungleichmĂ€Ăige Leistungsentfaltung konstruiert (sagen sie), weil sich ungleichmĂ€Ăige LeistungsverlĂ€ufe Ă€rger anfĂŒhlen. Damit kann der Motor zwar nominell nicht mit den Brutalo-Konkurrenten BMW S 1000 R, Aprilia Tuono V4 1100 oder KTM 1290 [3] Super Duke mithalten, bringt aber genĂŒgend eigene "woah-woah-woah!"-Momente ins Fahrerleben.
Ăberhaupt unterscheidet sich diese 1000er grundsĂ€tzlich von den eben genannten Next-Gen-Powerbikes. Der erste und bleibende Eindruck dieser Maschine war: Mensch, ist das oldschool! Auf der CB 1000 R sitzt du wie auf klassischen Superbikes aus deren Ăra: ganz weit hinten ĂŒber dem Rad, Motor, Tank, ja: das meiste Motorrad vor dir, Arme nach vorne gezogen zum breiten Lenker. Ich erinnere mich an dieses GefĂŒhl. So Ă€hnlich saĂ ich einmal auf einer schön hergerichteten Honda CB 900 F Bol d'Or.
Stayin' Honda
Vor allem diese Kanonenkugelritt-Ergonomie setzt die CB deutlich von den genannten Powernakeds ab. Wo KTM oder Aprilia voll auf Funktion setzen, die sie mit neuester Technik sicherstellen, wÀhlt Honda den Weg, ModernitÀt mit einem Schuss altmodischer Rauigkeit zu verkaufen. Ebendiese Absicht nahm ich Suzukis GSX-S 1000 [4] nicht so ganz ab. Der CB schon. Dazu passt der leicht nonlineare Drehmomentverlauf genauso wie das Einlenkverhalten, das auf Serienbereifung je nach SchrÀglage manchmal etwas Nachdruck fordert. Und trotzdem bleibt es halt eine Honda: Das Langweilige dieser Marke ist eben auch das, was dich aus den schlimmsten Situationen zuverlÀssig nach Hause bringt.
Dem Tacho wurde angekreidet, dass es kein TFT-Bildschirm ist. DafĂŒr kann man ihn bei Sonnenschein halt ablesen. Man kann sich aus den verschiedenen Einstellungen sein optimales Setting personalisieren, muss das aber nicht, weil die Standardeinstellung schon sehr gut passt. Wegen mir könnten sich mehr Hersteller eine Scheibe der BMW R nineT abschneiden und einfach ein einziges Setting anbieten, das optimal funktioniert. Ist mir jederzeit lieber als drei mittelmĂ€Ăige.
Honda bietet noch eine Plus-Version an, die auĂer Gestaltungs-Details serienmĂ€Ăig mit Heizgriffen und einem Schaltautomaten kommt, der sich hoch und runter ohne Kupplung schalten lĂ€sst. Fahrerisch bieten beide Varianten dasselbe: eine Neuauflage klassischer Superbike-Tugenden mit aktueller Technik und Gestaltung und damit eine echte Alternative zu Hightech-Powerbikes.
Datenblatt
| Motorart | Reihe |
| Zylinder | 4 |
| Ventile pro Zylinder | 4 |
| Hubraum in ccm | 998 |
| Leistung in PS | 146 |
| Leistung in kW | 107 |
| bei U/min | 10.500 |
| Drehmoment in Nm | 104 |
| bei U/min | 8250 |
| Antrieb | Hinterradantrieb ĂŒber Dichtringkette |
| GĂ€nge | 6 |
| Getriebe | sequenzielles Schaltgetriebe |
| RadaufhÀngung vorn | Upside-Down-Telegabel |
| RadaufhÀngung hinten | Aluminium-Einarmschwinge |
| Bremsen vorn | Doppelscheibe, 310 mm, Vierkolben-FestsÀttel |
| Bremsen hinten | Einzelscheibe, 256 mm, Zweikolben-Schwimmsattel |
| RĂ€der, Reifen vorn | 120/70-17 |
| RĂ€der, Reifen hinten | 190/55-17 |
| LĂ€nge in mm | 2120 |
| Breite in mm | 789 |
| Höhe in mm | 1095 |
| Radstand in mm | 1455 |
| Leergewicht in kg nach EU inklusive 68 kg Fahrer und 7 kg GepÀck | 212 kg vollgetankt ohne Fahrer |
| Zuladung in kg | 189 |
| Tankinhalt in Liter | 16 |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 230 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 5,8 |
| CO2-Emission in g/km | 140 |
| Schadstoffklasse | Euro 4 |
| Modell | Honda CB 1000 R |
| Bohrung x Hub in mm | 75 x 56,5 |
| Sitzhöhe | 830 |
Preisliste
| Grundpreis | 13.290 inklusive Liefernebenkosten |
| WĂ€hrung | Euro |
| Modell | Honda CB 1000 R |
| Preisliste Stand | Juni 2018 |
| LED-Scheinwerfer | Serie |
| Plus-Version | 14.790 inklusive Liefernebenkosten |
(cgl [5])
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[4] https://www.heise.de/news/Klartext-gut-gut-2851081.html
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