Dritt-Wahl
(Bild: Fiat)
Fiats BeitrĂ€ge zur Golf-Klasse waren nicht immer mit Erfolg beschieden. Nun unternimmt die Marke mit dem Tipo einen erneuten Anlauf. Der kommt als Stufenheck, SchrĂ€gheck und Kombi nach Deutschland - zu vermutlich sehr gĂŒnstigen Preisen
Genf, 1. MĂ€rz 2016 â Nicht alle Versuche von Fiat, in der Golfklasse mitzumischen, waren in den vergangenen 30 Jahren erfolgreich. Dabei hat es an Ideen durchaus nicht gemangelt: Die Rostprobleme des Ritmo wurden beim Nachfolger mit einer groĂflĂ€chigen Verzinkung gelöst, die Heckklappe bestand aus Kunststoff. Eine Generation spĂ€ter versuchte Fiat es mit einem Doppel, bestehend aus Bravo und Brava. Der direkte VorgĂ€nger des neuesten Tipos wird seit 2014 in Europa nicht mehr gebaut. Sein Nachfolger versucht nun, sich seinen Anteil in dieser noch immer umsatzstarken Klasse mit einem guten Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis zu sichern.
Kombi und SchrÀgheck
FĂŒr sich betrachtet ist das nicht die schlechteste Idee, doch allein damit ist der Kampf um nennenswerte Marktanteile nicht zu bestehen. Der neue Tipo wird mit drei verschiedenen Karosserien angeboten. Im vergangenen Jahr wurde das fĂŒr den osteuropĂ€ischen Markt wichtige Stufenheck vorgestellt, in Genf folgen nun ein Kompaktmodell und ein Kombi, ohne den insbesondere hierzulande kaum ein Blumentopf zu gewinnen ist. Die Abmessungen orientieren sich dabei eng an dem, was die Konkurrenz vorgibt. Das Kompaktmodell mit fĂŒnf TĂŒren ist mit 4,37 m so lang wie ein aktueller Astra. Trotz des fĂŒr diese Klasse ungewöhnlich groĂen Kofferraums mit einem Volumen von 440 Litern verspricht Fiat groĂzĂŒgige PlatzverhĂ€ltnisse fĂŒr die Insassen.
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Der Kombi ist 4,57 m lang und soll 550 Liter GepĂ€ck fassen können. Damit liegt er zwar deutlich ĂŒber dem aktuellen Ford Focus Turnier (490 Liter mit Reifen-Reparatursatz), aber auch unter dem, was ein VW Golf Variant in dieser Hinsicht bietet. FĂŒnftĂŒrer und Kombi unterscheiden sich vom Stufenheck nicht nur Ă€uĂerlich, sondern auch beim Cockpit. In den teuren Versionen wird hier ein groĂer, freistehender Touchscreen eingebaut, was moderner wirkt als der kleine 5-Zoll-Bildschirm im Stufenheck-Modell.
Eng gestaffeltes Motorenangebot
Fiat will im Tipo insgesamt fĂŒnf Motoren anbieten. Die beiden Diesel leisten 95 und 120 PS, was eine sinnvolle Abstufung andeutet. Etwas komplizierter ist die Lage bei den Benzinern, sie liegen mit 95, 110 und 120 PS dicht beieinander. Doch charakterlich dĂŒrfte sie sich erheblich unterscheiden, zumindest weisen die technischen Daten darauf hin. Der Basisbenziner mit 95 PS und 127 Nm bei 4500/min dĂŒrfte insbesondere im Kombi ein Fall fĂŒr Menschen sein, die es nicht stĂ€ndig eilig haben. Beim 1.6 E-torQ mit 110 PS verspricht Fiat das maximale Drehmoment von 152 Nm âschon bei sehr niedrigen Drehzahlenâ. Das ist eine sehr eigenwillige Auslegung, denn laut Datenblatt liegt es erst bei 4500/min an. Möglicherweise haben die Ingenieure aber auf einen flachen Drehmomentverlauf geachtet, was wichtiger wĂ€re als das Maximum bei einer bestimmten Drehzahl â mangels Daten können wir dazu derzeit nichts sagen.
Erheblich mehr Kraft suggerieren die Daten des stĂ€rksten Benziners, der dank Aufladung mit 120 PS zwar nicht viel mehr leistet, mit 215 Nm bei 2500/min aber mehr Drehmoment bietet. In einigen LĂ€ndern wird diese Maschine ab Werk auch mit Autogas angeboten, Deutschland zĂ€hlt leider nicht dazu. Vielleicht hat Fiat noch ein Einsehen und bessert nach. Der Basisdiesel bekommt ein FĂŒnfgang-Schaltgetriebe, die anderen ein Sechsganggetriebe â bis auf den 1.6 E-torQ, der nur mit einem automatisierten Schaltgetriebe mit sechs GĂ€ngen zu haben ist. FĂŒr den Turbodiesel mit 120 PS soll es dieses Getriebe gegen Aufpreis geben.
Preis als Beschleuniger?
Noch nichts verraten hat Fiat zu den Preisen. Wir vermuten, dass sie in einem Ă€hnlichen Bereich liegen werden wie beim Stufenheck. Das hieĂe, das SchrĂ€gheck-Basismodell wĂŒrde deutlich unterhalb von 15.000 Euro kosten, der preiswerteste Kombi maximal zwischen 15.000 und 16.000 Euro. Eine deutliche Abweichung davon nach oben wĂ€re eine Ăberraschung und könnte dazu beitragen, der insgesamt eher blassen Fiat-Erfolgsstatistik der vergangenen Jahre in diesem Segment ein unwillkommenes Kapitel hinzuzufĂŒgen. (mfz [3])
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