Tesla: Verlust im ersten Quartal 2019
(Bild: Schwarzer)
Tesla ist nach einem halben Jahr mit Gewinnen wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal 2019 gab es einen Verlust von gut 702 Millionen Dollar, wie Tesla mitteilte. Allerdings stieg der Umsatz krÀftig an
Tesla ist nach einem halben Jahr mit Gewinnen wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal 2019 gab es einen Verlust von gut 702 Millionen Dollar, wie Tesla nach US-Börsenschluss am Mittwoch (24. April 2019) mitteilte. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich zwar von 3,4 auf 4,54 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum vorherigen Quartal bedeutete das aber einen RĂŒckgang um 37 Prozent.
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Tesla verwies darauf, dass mit Beginn der Auslieferungen des Model 3 (Test) [1] in Europa und Asien viele Fahrzeuge zum Ende des ersten Quartals noch auf dem Weg zu den Kunden gewesen seien. Diese VerkĂ€ufe wĂŒrden damit erst im laufenden Vierteljahr verbucht. Insgesamt sei rund die HĂ€lfte der Auslieferungen im ersten Quartal in den letzten zehn Tagen erfolgt. Tesla-Chef Elon Musk sprach vom gröĂten logistischen Problem, das er bisher erlebt habe. Das Model 3 wird bisher nur in Kalifornien gebaut.
Allerdings halbierten sich zugleich die Auslieferungen der Ă€lteren Model S (Test) [2] und Model X (Test) [3] auf 12.100 Fahrzeuge. Tesla erklĂ€rte das unter anderem damit, dass einige Kunden ihre KĂ€ufe auf das Vorquartal vorgezogen hĂ€tten, um noch von höheren Elektroauto-VergĂŒnstigungen in den USA zu profitieren. Bei Analysten löste die Entwicklung allerdings erneut Fragen aus, ob das gĂŒnstigere Model 3 nicht zum RĂŒckgang der S- und X-VerkĂ€ufe fĂŒhrt. Musk betonte, die Fahrzeuge sprĂ€chen aus Sicht von Tesla verschiedene KĂ€uferschichten an.
Die langen Lieferwege werden laut Tesla im gesamten Jahr dafĂŒr sorgen, dass deutlich mehr Autos gebaut als ausgeliefert werden dĂŒrften. So bekrĂ€ftigte die Firma, dass in diesem Jahr 360.000 bis 400.000 Fahrzeuge an Kunden gehen sollen. Zugleich könne die Produktion mit dem Start eines neuen Werks in China im Herbst sogar bis zu 500.000 Fahrzeuge erreichen.
Das Abrutschen in die roten Zahlen ist ein RĂŒckschlag fĂŒr Musk, nachdem es bereits schien, dass Tesla mit hochgefahrener Produktion des Model 3 schlieĂlich nachhaltig profitabel wirtschaften könne. Nun rechnet die Firma auch im laufenden Vierteljahr mit einem Verlust, bevor es im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen geben soll.
Tesla zahlte im MĂ€rz 2019 fĂ€llige Schulden von gut 900 Millionen Dollar zurĂŒck, die Geldreserven sanken binnen drei Monaten von 3,7 auf 2,2 Milliarden Dollar. Musk zeigte sich in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage der Quartalszahlen offener dafĂŒr, sich neues Kapital am Markt zu besorgen. Bisher hatte er stets gesagt, Tesla brauche das nicht.
Die Tesla-Aktie tauchte nach Vorlage der Zahlen zunÀchst in die Verlustzone ab, notierte dann aber leicht im Plus. Der bereinigte Verlust pro Aktie war mit 2,90 Dollar in etwa doppelt so hoch ausgefallen wie von Analysten erwartet. Im Vorjahresquartal hatte Tesla 709,5 Millionen Dollar verloren. Da kÀmpfte Tesla aber noch mit massiven Problemen beim Produktionsanlauf des Model 3. (mfz [4])
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[2] https://www.heise.de/news/Der-Stromschnellste-2063319.html
[3] https://www.heise.de/news/Ausfahrt-mit-dem-Tesla-Model-X-3491198.html
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