USA verklagen Volkswagen im Abgasskandal
(Bild: Audi)
Die US-Regierung verklagt Volkswagen wegen der Diesel-Manipulationen und erhöht den Druck. Bisher haben Volkswagen und die Behörden sich nicht auf Nachbesserungen einigen können
Die US-Regierung hat im Abgasskandal [1] Klage gegen Volkswagen eingereicht. Dem Konzern werden der Einsatz von Betrugssoftware und VerstöĂe gegen das Klimaschutzgesetz vorgeworfen, wie das Justizministerium am Montag in Washington mitteilte. Volkswagen drohen Strafen in Milliardenhöhe. Der Konzern hatte den Einsatz von Manipulations-Software bereits im September 2015 eingerĂ€umt und war daraufhin in seine bisher tiefste Krise gestĂŒrzt. In etlichen LĂ€ndern laufen Ermittlungen und Verfahren.
(Bild:Â Audi)
Die in Detroit (US-Staat Michigan) eingereichte Klage richte sich neben VW auch gegen die ebenfalls vom Skandal betroffenen Konzernmarken Audi und Porsche. Die Hersteller hĂ€tten in fast 600.000 Dieselfahrzeugen eine illegale Software (âDefeat Device [2]â) eingesetzt, um bei Emissionstests zu betrĂŒgen. Die USA wĂŒrden alle geeigneten Rechtsmittel gegen Volkswagen ausschöpfen, kĂŒndigte das Justizministerium an.
Ein Volkswagen-Sprecher sagte am Montagabend in Wolfsburg: âWir kennen die Klageschrift noch nicht im Detail und werden sie nun zunĂ€chst prĂŒfen.â Man sei aber in einem stĂ€ndigen Austausch mit den Behörden. In den Vereinigten Staaten hatte der Skandal um geschönte Test-Messwerte von Stickoxid-Abgasen begonnen. Volkswagen bereitet dort einen RĂŒckruf von Fahrzeugen mit manipulierter Motor-Software vor. Bislang haben sich die Wolfsburger mit den US-Umweltbehörden auch noch nicht auf einen Plan dazu einigen können.
Bisher hĂ€tten die GesprĂ€che mit Volkswagen dazu keine akzeptable Lösung fĂŒr hervorgebracht, heiĂt es in der Mitteilung des US-Ministeriums. âWir arbeiten an Lösungen, aber ĂŒber die Details können wir öffentlich noch nicht sprechenâ, sagte ein Volkswagen-Sprecher dazu, ohne weitere Details zu den GesprĂ€chen zu nennen. In Deutschland startet die RĂŒckrufaktion fĂŒr betroffene Fahrzeuge in diesem Jahr.
Hierzulande ziehen sich die Ermittlungen zur Abgas-AffĂ€re in die LĂ€nge. Es mĂŒsse dabei ein möglicher Tatzeitraum von bis zu zehn Jahren aufgearbeitet werden, hatte der zustĂ€ndige Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe vor dem Jahreswechsel gesagt. Die Behörde ermittelt unter anderem wegen Betrugsverdacht gegen mehrere Mitarbeiter des Konzerns.
Wegen der falschen Abgaswerte bahnen sich auch in Deutschland teure Zivilklagen enttÀuschter Autofahrer und AktionÀre an. Anders als in den USA gibt es hierzulande jedoch kein Sammelklage-Verfahren: Jeder Autofahrer, der glaubt, einen Schaden erlitten zu haben, muss diesen dokumentieren, beweisen und dann selbst geltend machen.
(dpa)
(mfz [3])
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