Eufy Solocam S40
Dank 600 Lumen starken LEDs bietet die Eufy Solocam S230 (ehemals als Eufy Solocam S230 bekannt) Nachtsicht in Farbe. Wie gut die wetterfeste 2K-Überwachungskamera mit integriertem Solarpanel für Außen funktioniert, zeigt der Testbericht.
Überwachungskameras mit integrierten LED-Leuchten reichen von Spotlight-Cams mit kleiner Funzel über LED-Außenleuchten mit Kamera bis hin zu sogenannten Floodlight-Cams. Letztere verfügen mit bis zu 3000 Lumen über einen richtigen Baustellen-Strahler mit starker Leuchtkraft, der selbst größere Flächen wie Hofeinfahrten erhellt. Allen gemeinsam ist, dass sie dank Beleuchtung eine farbige Nachtsicht bieten. Das Bild ist zudem klarer, sodass ungebetene Gäste leichter identifiziert und dank automatischer Beleuchtung bei Bewegungserkennung besser abgeschreckt werden können. Kameras mit integrierter Beleuchtung bieten damit ein höheres Sicherheitsniveau als Modelle ohne Lampen.
Die Eufy Solocam S230 (früher als Eufy Solocam S230) bietet nicht nur 600 Lumen starke LEDs, sondern außerdem ein integriertes Solarpanel auf der Oberseite, das den 13.400 mAh starken, aber nicht austauschbaren Akku automatisch lädt. Während der 40-tägigen Testzeit ist die Kapazität des Akkus nie unter 80 Prozent gefallen. Ohne Solarpanel soll die Batterie im günstigsten Fall bis zu 4 Monate halten. Das ist aber abhängig von mehreren Umgebungsvariablen wie Temperatur sowie Anzahl und Dauer der aufgenommenen Videos.
Mit der manuell oder automatisch nach Bewegungserkennung aktivierbaren LED-Beleuchtung nimmt die Solocam S230 Videos auch nachts in Farbe auf (farbige Nachtsicht). Dank WLAN und Akku können Anwender die Solocam S230 relativ flexibel positionieren. Wer das integrierte Solarpanel zur Ladung des Akkus nutzen möchte, muss einen Ort finden, an dem täglich mindestens zwei Stunden lang die Sonne auf die Solocam S230 scheint. Nördlich ausgerichtete Hauswände fallen somit als Montageort aus – es sei denn, man verzichtet auf die Lademöglichkeit des Solarpanels. Dann kann man aber auch gleich zu einem anderen Modell greifen. Etwa zu einem, das über ein externes Solarpanel mit Energie versorgt wird. Dank eines langen Verbindungskabels zwischen Kamera und Solarpanel sind solche Modelle in puncto Positionierung flexibler als die Solocam S230. Hier kommen etwa Kameras von Reolink wie die Argus PT (Testbericht) infrage. Mehr dazu bietet der Beitrag Ohne WLAN: Außen-Überwachungskameras mit LTE, microSD & Solar.
Die Kamera speichert Videos mit 128-Bit-Verschlüsselung auf dem im Gerät integrierten 7,3 GByte großen Speicher. Ist der Speicherplatz erschöpft, werden die ältesten Videos zuerst gelöscht, um Speicherkapazität für neue zu schaffen.
Die Eufy Solocam S230 (inzwischen als Eufy Solocam S230 bekannt) bringt ohne Halterung knapp 500 Gramm auf die Waage und misst 8,5 × 11,4 × 5 cm. An der Gehäuseunterseite verbirgt sich hinter einer 2 × 1 cm großen Öffnung der bis zu 90 dB laute Lautsprecher. Zusammen mit dem an der Gehäusefront oberhalb des Objektivs positionierten Mikrofons bietet die Kamera eine Gegensprechfunktion. An der Front befindet sich außerdem das Objektiv mit einem Sichtfeld von 135°, das Videos in Verbindung mit dem genutzten CMOS-Sensor mit maximal 2K im HEVC-Format (H.265) aufnimmt. Zudem sind an der Frontseite noch Bewegungs- und Lichtsensor sowie die Betriebs-LED untergebracht.
Die Kamera ist wetterfest nach IP67 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -20 und 50 Grad Celsius einsatzbereit. Im Lieferumfang sind Halterung, Bohrschablone sowie Schrauben zur Befestigung enthalten. Die Kurzanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, enthält detaillierte Informationen zur Montage. Eufy empfiehlt, die Kamera in einer Höhe von 2 bis 3 Meter zu montieren. Das schützt sie auch vor dem Zugriff von Dieben, denn eine Diebstahlsicherung wie die Eufy Cam 2 Pro bietet sie nicht.
Die Inbetriebnahme der Eufy Solocam S230 ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto bei Eufy voraus. Dafür muss man eine E-Mail-Adresse angeben und ein Passwort einrichten. Die anschließende E-Mail, im Test ist diese im Spam-Folder gelandet, enthält einen Bestätigungslink über den die Registrierung abgeschlossen wird.
Anschließend wählen Anwender über das Plus-Zeichen in der App als Modell die Solocam S230 aus (aktuell führt die App sie als SoloS230 Solar). Zunächst verbindet man die Kamera mit einem 2,4-GHz-WLAN-Netzwerke, 5-GHz-Netzwerke unterstützt die Solocam S230 wie die meisten Überwachungskameras nicht. Dann drückt man oben am Gehäuse die Sync-Taste. Ein kurzer Piepton signalisiert, dass der von der App erzeugte QR-Code von der Kamera zur Verbindungsaufnahme eingescannt werden kann. Dafür hält man das Smartphone mit dem QR-Code vor die Kamera und wartet einige Sekunden, bis die Solocam S230 sich mit dem ausgewählten WLAN verbunden hat. Anschließend ist sie einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich zur App können Anwender Livestream und Gerätedaten auch über eine Web-Anwendung auf dem Desktop abrufen. Allerdings ist damit keine Konfiguration der Geräte möglich. Eine leistungsfähige Desktop-Anwendung, wie sie etwa Reolink (Test) bietet, hat Eufy bislang nicht im Angebot.
Die Eufy-App zeigt auf der Startseite sehr übersichtlich sämtliche bislang registrierten Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild inklusive eines Sicherheitsberichts über aufgelaufene Alarme. Die Einstellungen der Kamera erreicht man in der Standardansicht über das Drei-Punkte-Menü und das Zahnradsymbol. Sie umfassen Konfigurationsmöglichkeiten zu den Menüpunkten Bewegungserkennung, Überwachung, Beleuchtung, Video, Audio, Benachrichtigung, Allgemein und Gerätefreigabe.
In Abschnitt Bewegungserkennung können Anwender den Aktivitätsbereich der Kamera festlegen. Damit kann man ausschließen, dass sie Personen auf einem fremden Grundstück oder öffentlichen Bereich erfasst und somit einen DSGVO-konformen Betrieb realisieren. Um Fehlalarme zu vermeiden, können Anwender die Erkennungsempfindlichkeit justieren – sieben Stufen stehen hierfür zur Verfügung – und die Erkennungsart auf Menschen begrenzen. Im Test hat das die Kamera einwandfrei hinbekommen und bei Menschen alarmiert, aber – bis auf eine Ausnahme – bei Haustieren nicht.
Unter Scheinwerfer-Einstellungen lässt sich die 600 Lumen starke LED-Beleuchtung der Kamera hinsichtlich Helligkeit und Farbtemperatur (4000 bis 6000 Kelvin) regulieren.
Die Nachtsicht können Anwender unter dem gleichnamigen Menüpunkt konfigurieren und dabei zwischen Schwarz-/Weiß (B & W Nachtsicht) und Nachtsicht in Farbe wählen. Erstere nutzt nur die IR-LEDs, während letztere auch die LED-Scheinwerfer, die links und rechts um das Objektiv leuchten, bei einer nächtlichen Bewegungserkennung aktiviert. Mit der Option Ausschalten bleiben IR-LED und Spotlight dauerhaft deaktiviert.
Und wie bei Eufy üblich, können Anwender die Steuerung der Kamera mit anderen Personen teilen. Hierfür müssen diese die Eufy-App installieren und sich registrieren.
Dank 2K-Auflösung (2304 × 1296 Pixel) und einer hohen Datenrate von bis zu 1,33 MBit/s sind die Videos der Kamera sehr detailreich. Mit dem 8-fach-Digital-Zoom lassen sich Objekte näher betrachten. Allerdings ist das nur bis zu einem Zoom-Level von 4 bis 5 noch sinnvoll, da bei höheren Stufen das Bild zu pixelig ist.
Mit zugeschalteter Beleuchtung nimmt die Solocam S230 auch nachts Videos in Farbe auf. Bei voller Leuchtstärke erhellt sie das 135° große Sichtfeld bis zu einer Entfernung von acht Metern. Dabei ist das Bild hervorragend ausgeleuchtet und weiter entfernte Objekte lassen sich im Vergleich mit der Arlo Go 2 (Testbericht) besser erkennen. Die Aufnahmeoption Full-HD hat im Test nicht funktioniert. Stattdessen reduziert die Kamera lediglich die Bildrate von 15 auf 12 fps und die Datenrate von 1,33 auf 1,05 MBit/s. Ein 10-Sekunden-Video belegt je nach Konfiguration zwischen 1,4 und 1,7 MByte Speicherplatz.
Die Sirene ist mit bis zu 90 dB laut genug, um ungebetene Gäste zu erschrecken und die integrierte Gegensprechfunktion funktioniert ohne Fehl und Tadel. In Sachen Benachrichtigungen bietet die Eufy lediglich eine Push-Funktion. Warnmeldungen über E-Mail verschickt sie hingegen nicht. Verzichten müssen Anwender auch auf Geofencing, das nur in Verbindung mit einer Eufy-Basisstation möglich ist. Allerdings verspricht der Hersteller, dass sich die Solocam-Modelle auch bald mit der Eufy Home Base 2 verbinden lassen sollen. Dann dürfte Geofencing auch für die Solocam S230 zur Verfügung stehen.
Insgesamt bietet die Eufy-App eine intuitive Benutzeroberfläche, mit der Anwender die Überwachungskamera problemlos verwalten können. Wer sich mit der App noch nicht so gut auskennt, findet unter Anleitungen nützliche Hinweise zu den Funktionen Personenerkennung, Anpassung der Erkennungsempfindlichkeit, Aktivitätszone, Sirene und Alarm, Scheinwerfer-Einstellungen und Nachtsicht in Farbe (siehe auch Bildergalerie).
Die Eufy Solocam S230 (inzwischen als Eufy Solocam S230 bekannt) funktioniert auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Kombination mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream mit einem kompatiblen Gerät wie Nest Hub oder Echo Show verfolgen.
Leider bietet Eufy für seine Überwachungskameras keine Integrationsmöglichkeiten für andere Smart-Home-Systeme wie Aqara (Ratgeber), Bosch (Testbericht), Elesion (Ratgeber), Homekit (Ratgeber), Homey Pro (Test), Tuya (Ratgeber) oder Smartthings (Testbericht). Immerhin sind Eufy-Überwachungskameras dank Community-Apps kompatibel zu Homey Pro (Testbericht) und Home Assistant (Testbericht). Den Standard Open Network Video Interface (ONVIF) unterstützt die Kamera genauso wenig wie IFTTT.
Die Eufy Solocam S230 hinterlässt optisch und haptisch einen ausgezeichneten Eindruck. Während der 40-tägigen Testphase hat sie Gewitter mit Starkregen und heiße Tage mit intensiver Sonneneinstrahlung schadlos überstanden. Eufy gewährt eine zwölfmonatige Garantie auf die Kamera, die regulär für knapp 199 Euro den Besitzer wechselt. Aktuell ist sie bei vielen Händlern für knapp 170 Euro im Angebot. Tink bietet die Solocam S230 auch im Doppelpack und im Dreierset für 249 und 349 Euro an, was einem Einzelpreis von etwa 125 und 116 Euro entspricht. Einzeln ist sie bei Tink auch im Bundle mit einem Google Nest Hub für knapp 170 Euro erhältlich.
Im Test überzeugt die Eufy Solocam S230 (ehemals als Eufy Solocam S40 bekannt) nahezu in jedem Bereich. Die integrierte 600 Lumen starke LED-Beleuchtung sorgt für eine farbige Nachtsicht von bis zu acht Metern und dank des integrierten Solarpanels ist die Solocam S230 nahezu energieautark. Mit der bis zu 90 dB lauten Sirene dürfte sie in Kombination mit dem automatisch leuchtenden Spotlight ungebetene Gäste zuverlässig abschrecken. Wie von anderen Eufy-Kameras gewohnt, überzeugen auch die stabile WLAN-Verbindung und der schnell zur Verfügung stehende Livestream. Dank der Möglichkeit, bei Bewegungen Menschen zu identifizieren, kommt es zu fast keinen Fehlalarmen.
Weniger gut haben uns die Integrationsmöglichkeiten in gängige Smart-Home-Systeme gefallen. Zwar unterstützt die Kamera die digitalen Sprachassistenten von Google und Amazon, doch außer mit Homey Pro und Home Assistant lässt sich die Kamera mit anderen Smart-Home-Lösungen meist nicht kombinieren.
Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Mehr zu Überwachungskameras mit integrierter Beleuchtung bietet der Beitrag Außenleuchten mit Kamera, Spotlight- und Floodlight-Cams ab 90 Euro. Von den Eufy-Modellen hat TechStage zuletzt die Floodlight Cam 2 Pro, die Solocam L20 und die Türklingel Video Doorbell Dual getestet.
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