Faktencheck zu Progressive Web Apps, Teil 1: Plattformen & Plug-ins
Das Anwendungsmodell der Progressive Web Apps unterscheidet sich von bisher dagewesenen AnsÀtzen. HÀufige Fragen von Entwicklern möchte unser Autor in einer Artikelserie klÀren. Den Anfang machen Plattformen und Browser-Plug-ins.
Das Web bietet sich als plattformĂŒbergreifende Anwendungsplattform an. Was 2007 mit HTML5 begann, setzte sich ĂŒber die Jahre in modernen Webschnittstellen fort. Mit den Progressive Web Apps ist das Web ein gutes StĂŒck nativer geworden. Das Anwendungsmodell unterscheidet sich allerdings von bisher dagewesenen AnsĂ€tzen. Einige hĂ€ufig gestellte Fragen möchte ich in dieser Serie von Blogposts klĂ€ren.
Unter PWA versteht man einen Typ Webanwendung, der auch offline funktioniert [1] und eine VerknĂŒpfung auf dem Homebildschirm [2] beziehungsweise der Programmliste erhalten kann. Von dort gestartet unterscheiden sie sich in der Darstellung nicht mehr von ihren nativen GegenstĂŒcken.
Sind Progressive Web Apps plattformunabhÀngig?
Ja, denn das Web ist die Plattform [3]! Progressive Web Apps laufen mit ein und derselben Codebasis auf Android, iOS, Windows, Linux, macOS, Chrome OS, Chrome, Firefox, Safari und Edge. Es mĂŒssen explizit keine Weichen je nach Betriebssystem oder Browser eingebaut werden. Es stehen allerdings nicht auf jeder Plattform sĂ€mtliche Funktionen zur VerfĂŒgung, so gibt es etwa noch keine UnterstĂŒtzung fĂŒr PushBbenachrichtigungen unter iOS, und Edge bietet noch nicht die Installation der PWA auf dem Homebildschirm an (das wird sich mit dem Wechsel zu Chromium [4] als Unterbau Ă€ndern).
Aus Sicht der Progressive Web Apps ist das aber kein gröĂeres Problem. Hier kennt man das Prinzip des Progressive Enhancement, das heiĂt: Kein Ă€lterer Webbrowser soll ausgeschlossen werden. Wird eine PWA im Internet Explorer 11 ausgefĂŒhrt, sollen die Kernfunktionen (zum Beispiel das Eintragen von Stammdaten ĂŒber Formularmasken) trotzdem funktionieren. In diesem Ă€lteren Browser gibt es dann allerdings keine UnterstĂŒtzung fĂŒr die OfflinefĂ€higkeit. Nutzer neuerer Browser erhalten eine bessere Anwendererfahrung, und ĂŒber die Zeit sollten mehr und mehr Anwender auf diese umsteigen.
Sind Progressive Web Apps das neue Flash, Silverlight, Java-Applets �
Nein. Flash, Silverlight oder Java-Applets waren Plug-in-Lösungen. Um etwa Flash-Inhalte anzeigen zu können, mussten Anwender neben dem Webbrowser zwingend auch Adobe Flash auf ihren Systemen installiert haben. Flash steht aber nicht fĂŒr alle Betriebssysteme zur VerfĂŒgung, zum Beispiel nicht unter iOS. Und Microsoft Edge und Google Chrome unterstĂŒtzen keine Silverlight-Inhalte mehr.
Progressive Web Apps greifen hingegen auf "web-native" Schnittstellen zurĂŒck, die gerade keine Installation irgendeines proprietĂ€ren Plug-ins oder sogar einer zusĂ€tzlichen clientseitigen Laufzeitbibliothek wie Java oder .NET voraussetzen. Diese Schnittstellen werden direkt vom Browser implementiert, ohne Umweg, ohne Plug-in, plattformĂŒbergreifend. AuĂerdem erlauben Java-Applets und Co. einen weitreichenderen Zugriff auf Systemressourcen als dies bei Webschnittstellen der Fall ist. Hier stehen Sicherheit und PrivatsphĂ€re des Anwenders im Vordergrund. Mehr dazu in Teil 2. ( [5])
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https://www.heise.de/-4259135
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/blog/Progressive-Web-Apps-Teil-2-Die-Macht-des-Service-Workers-3740464.html
[2] https://www.heise.de/blog/Progressive-Web-Apps-Teil-3-Wie-die-Web-App-zur-App-App-wird-3464603.html
[3] https://blog.mozilla.org/webdev/2012/09/14/apps-the-web-is-the-platform/
[4] https://www.heise.de/blog/Da-waren-s-nur-noch-drei-4244599.html
[5] mailto:christian.liebel@thinktecture.com
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