Franz Alt:
Warum wählt die Jugend grün? Weil die Grünen mit ihrem Kernthema Umwelt- und Klimaschutz die Partei der Zukunft sind.
„Unsere“ Grünen sind heute manches, aber grün sind sie eher nicht, höchstens hinter den Ohren. Wie hätte ich mich vor dreißig Jahren über ein solches Wahlergebnis gefreut, doch die Zeiten als grün noch die Hoffnung und die Grünen eine ökologische und pazifistische Partei waren, sind lange her. Urgrüne, wie Herbert Gruhl ("Ein Planet wird geplündert", ein zu Unrecht fast vergessenes Buch) wurden rausgebissen, ihn ersetzten Trojaner aller Art, transatlaltische, neoliberale, pseudolinke, religiöse Frömmler und Russlandhasser. Aus der Antikriegspartei wurden Unterstützer neokolonialer Kriege, aus schier religiös anmutender Verblendung wurden blinde Unterstützer der Zionisten, die vor dem Leid der Palästinenser fest die Augen verschließen. Wenn Antifaschisten die besten Freunde der israelischen Faschisten sind, was soll man daraus schließen? Dass sie selber Faschisten sind? Dazu kommt bei vielen geradezu Hass gegen das eigene Volk. Wer sich um das Selbstverständlichste sorgt, etwa das schwer erkämpfte eigene Sozialsystem, seine Kultur, seine vertraute Welt, den nennen sie Rassisten und merken nicht einmal, dass ihre Haltung Rassismus in Reinkultur ist.
Bleibt noch das CO2. Hier plappern sie die Parolen derjenigen nach, die Atomkraft für eine Alternative halten, weil aus den Schornsteinen nur Radioaktivität kommt und kein Kohlendioxid. Ihre Sicht ist auf eine Weise verengt, dass sie darüber hinaus die schlimmsten Umweltzerstörer unterstützen: die ewigen Aufrüster und Kriegstreiber, die Globalisten und Grenzenschleifer. Sie sind geradezu zur Speerspitze des Internationalismus geworden, ihre Einfalt schreit zum Himmel.
Meine große Sorge ist, dass die von grünen Rattenfängern missbrauchten und irregeleiteten jungen Leute, wenn sie einmal aufwachen, für die ökologische Sache verloren sind.