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  • Georg Keckl

8 Beiträge seit 27.10.2016

Gegenrede

Hatte schon am 23.10. folgenden Mail geschickt, die an Frau Aigner weitergeleitet wurde:
Gesendet: Sonntag, 23. Oktober 2016 22:17
An: *.heise.de'
Betreff: TP-Fehler in Artikel [49782] Zu viel Nitrat im Grundwasser

Georg Keckl, Salzburger Str. 21a 30519 Hannover,

Sehr geehrte Frau Aigner,

folgende Fehler fand ich nach groben Durchlesen.

1) ZITAT: „Zu viel Nitrat im Grundwasser Das Problem besteht darin, dass Millionen Nutztiere weiterhin in industriellen Tierhaltungsanlagen eingepfercht sind. “ Unser Grundwasser ist mehr oder minder stark mit Nitrat belastet. Dies liegt vor allem an den Gülle-Einträgen aus massenhafter Tierhaltung.“ ZITAT ENDE

Weder hat das Nitrat im Grundwasser was mit der Nutztierhaltung zu tun und schon gar nicht damit, wie die Tiere gehalten werden. Es gibt keine Korrelation Viehdichte pro Hektar und Nitratgehalt des Grundwassers, nichts was man statistisch beweisen könnte, alles Hearsay! In Rheinland-Pfalz, Thüringen, westlich von Köln, in Thüringen und Franken haben sie kein oder nur sehr wenig Vieh und trotzdem hohe Nitratwerte im Grundwasser, siehe http://www.wasser.rlp.de/servlet/is/1160/ . In der Schweiz, mit vielen kleinen Betrieben ist die Situation kaum anders als hier: http://www.bafu.admin.ch/wasser/13465/13483/14976/14987/index.html?lang=de

2) ZITAT: „Seit Jahren verstößt Deutschland gegen die von der EU festgelegten Nitrat-Grenzwerte: Auf einem Drittel der deutschen Flächen sind die Nitratwerte bedenklich hoch - höher als noch vor fünf Jahren.“ ZITAT ENDE

Weder verstößt Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Ländern gegen „Grenzwerte“ noch sind die Nitratwerte auf (besser: unter) einem Drittel der Fläche bedenklich hoch, noch sind sie höher als vor 5 Jahren. ZITAT UBA: „Die Messergebnisse im neuen EUA-Messnetz zeigen, dass sich die Nitratbelastung des Grundwassers unter landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen 2008/2011 und 2012/2014 praktisch nicht verändert hat.“, siehe: https://www.umweltbundesamt.de/daten/gewaesserbelastung/grundwasserbeschaffenheit siehe ebenfalls die Werte der Länder in: http://www.lanuv.nrw.de/liki/index.php?indikator=25&aufzu=0&mode=indi

3) ZITAT: „Laut Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Nitrat bei 50 Milligramm je Liter. Doch in einem Viertel der Grundwasservorkommen wurden deutlich höhere Werte gemessen.“ ZITAT ENDE

Nicht auf einem Viertel der Grundwasservorkommen werden so hohe Messwerte gemessen, sondern für ein Viertel der Grundwasservorkommen ist der Zustand hinsichtlich Nitrat als „schlecht“ eingestuft worden. Der wird als „schlecht“ im Extrem eingestuft, wenn eine Messstelle in dem Gebiet über dem Grenzwert liegt und alle anderen darunter: ZITAT: „Ein Grundwasserkörper oder eine Gruppe von Grundwasserkörpern wird als Grundwasser in gutem chemischen Zustand betrachtet, wenn …. . b) die in Anhang I aufgeführten Werte für die Grundwasserqualitätsnormen und die gemäß Artikel 3 und Anhang II festgesetzten einschlägigen Schwellenwerte an keiner Überwachungsstelle in diesem Grundwasserkörper oder dieser Gruppe von Grundwasserkörpern überschritten werden“ ZITAT ENDE, siehe Artikel 4 „Verfahren für die Beurteilung des chemischen Zustands des Grundwasser“ in http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32006L0118&from=DE Dann kommt eine "kann"-Klausel, (kann trotzdem als gut eingestuft werden wenn...) die genutzt werden kann oder nicht.

4) ZITAT: Zwar wird laut Angaben des Umweltbundesamtes bei nur 0,08 Prozent der Trinkwasser-Messstellen der Nitrat-Grenzwert überschritten. Dies ist allerdings den Wasserversorgern zu danken, welche zu stark belastetes Grundwasser schlicht mit unbelastetem Wasser verdünnen. Leider gibt es zu wenig davon, weshalb das Nitrat technisch aus dem Grundwasser entfernt werden muss. Eine teure Angelegenheit, die sich vor allem in der Wasserrechnung der Privathaushalte wiederspiegelt“ ZITAT ENDE

Die allerwenigsten Wasserversorgen, ich schätze keine 1%, müssen Wasser mischen. Die werden für Propagandazwecke dringend gesucht. Soviel ich weiß, hat kein deutsches Wasserwerk noch eine Nitratreduktionsanlage in Betrieb. Das sind alles phantasievolle Behauptungen, auch das UBA kann ihnen keine Zahlen dazu nennen, so wenig wie mir. Das UBA will damit erreichen, was es bei Ihnen erreicht hat.

5) ZITAT: „Dr. Christoph Czekalla von Hamburg Wasser gibt gegenüber dem NDR zu bedenken, dass dies vor allem für Säuglinge gefährlich werden kann, weil in deren Darmflora Nitrat zum Zellgift Nitrit reduziert wird.“ ZITAT ENDE

Es gibt und gab nie einen Fall, wo das mit dem Wasser zusammenhängen würde. Das ist Angstmacherei nach dem Motto, im Jahr 2000 sind alle deutschen Wälder gestorben. Wird natürlich gern verbreitet und von Leichtgläubigen Glaubensanhängern geglaubt. ZITAT Bundestagsprotokoll 1984, als der Trinkwassergrenzwert von 90 auf 50 gesenkt werden sollte und die „Gift im Grundwasser-Kampagne der Grünen schon lief und schon großen Erfolg hatte: „Frage der Grünen: Ist der Bundesregierung der Zusammenhang zwischen Nitrataufnahme durch Trinkwasser und Cyanose bei Säuglingen und Kleinkindern bekannt? Wenn ja, wann wird sie endlich entsprechende Maßnahmen — z. B. Senkung des Nitratgrenzwertes auf die von der EG geforderten 50 bzw. gewünschten 25 mg/1 — durchführen? Antwort der Bundesregierung: Der Bundesregierung ist der Zusammenhang von Nitratbelastung beispielsweise durch Trinkwasser mit der Bildung von Methämoglobin im Blut von Säuglingen (fast ausschließlich in den ersten drei Lebensmonaten) bekannt. Methämoglobin ist nicht zum Transport von Sauerstoff geeignet und mindert daher die Sauerstofftransportkapazität des Organismus. Ein Methämoglobinspiegel im Säuglingsblut bis 1,5 % wird als normal angesehen. Blausucht (Cyanose) tritt bei mehr als 10 % in Erscheinung. Mit einer gesundheitsgefährdenden Methämoglobinbildung ist beim normalen Säugling bei Einhaltung des Grenzwertes von 90 Milligramm Nitrat je Liter Trinkwasser in der Bundesrepublik Deutschland nicht zu rechnen. Aufgrund der umfassenden Überwachung nach der Trinkwasser-Verordnung ist das gelieferte Trinkwasser grundsätzlich bakteriologisch einwandfrei, daher kann eine Umwandlung des Nitrats zu Nitrit durch Bakterien bereits im Wasser nicht stattfinden. Außerdem verhindern oder verzögern die heutigen Bedingungen der Herstellung und Aufbewahrung von Säuglingsnahrung deren bakterielle Verkeimung, so daß auch hier die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit weitgehend ausgeschlossen ist. Trinkwasser, das aufgrund seines Nitratgehaltes imstande wäre, Cyanose zu erzeugen, setzt Nitratkonzentrationen voraus, die extrem über den empfohlenen oder verbindlichen Grenzwerten liegen müßten. Dennoch hat das Bundesgesundheitsamt wegen der besonderen Empfindlichkeit des Hämoglobins von Säuglingen zur Sicherheit in den ersten drei Monaten hier eine Verwendung von Trinkwasser mit geringeren Nitratkonzentrationen unter 50 mg/l empfohlen. Dieses kann, wenn nicht vorhanden, erworben werden und zeigt eine Möglichkeit auf, insbesondere hohen Nitratbelastungen für diese Altersstufe auszuweichen. Die Trinkwasserverordnung wird derzeit an den Wert von 50 mg/l Nitrat der EG-Richtlinie angepaßt, ein entsprechender Entwurf befindet sich im Abstimmungsverfahren. Damit wird der derzeitig geltende Grenzwert der Nitratbelastung von 90 mg/l auf 50 mg/l gesenkt. Da neben Nitraten, die naturbedingt in das Trinkwasser gelangen, auch ein erheblicher Teil aus der Stickstoffdüngung und Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft stammt, haben die Bundesregierung und die Länder Maßnahmen ergriffen, um der Überdüngung mit Stickstoff entgegenzuwirken (z. B. Ausweisung von und Regelungen in Trinkwasserschutzgebieten und Regelungen im Abfallrecht). ZITAT ENE Quelle: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/10/021/1002107.pdf

6) ZITAT „Stickstoff und Phosphor werden über den Boden durch Auswaschung, Oberflächenabfluss oder Bodenerosion in Gewässer eingetragen. Dadurch werden Binnen- aber auch Küstengewässer verschmutzt und beeinträchtigt.“ ZITAT ENDE

Die Nitratmengen im deutschen Trinkwasser sind gesundheitlich völlig unbedenklich, die deutschen Flüsse sind eine Sauberkeits-Erfolgsstory ohnegleichen. Nitratmangel verringert natürlich die biologische Vielfalt der Gewässer (!) und kann die Blaualgenseuche verursachen, darum streute man schon Nitratdünger in Seen, z.B. den Dümmer http://www.agrarheute.com/dlz/news/neue-planwirtschaft und SPIEGEL 40/2016 Seite 60 „früher war alles schlechter“ https://magazin.spiegel.de/SP/2016/40/147136218/?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage sowie http://www.agrarheute.com/dlz/news/eu-nitratluege und https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/methode-gegen-gestank-duemmer-3001794.html

7) ZITAT: „Nicht genug, dass deutsche Tierhalter mit den Überschüssen an Gülle nicht wissen wohin. Seit Jahren wird die Gülle von Holland nach Deutschland gekarrt. Nun will der niedersächsische Landwirtschaftsminister den Gülle-Import beenden. Per Erlass deklarierte das Ministerium Gülle und Hühnertrockenkot zu Abfallprodukten.“ ZITAT ENDE
Jeder weiß genau, wohin mit der Gülle oder den Gärresten. Alles genau geregelt Es ist in Europa schitegal, ob dabei Grenzen überschritten werden – wird sind Europa!!!!!! Shows grüner Minister sollte nur die Anhängerschaft weiter emotionalisieren.

8) ZITAT: „In dem Zusammenhang verweist er auf das Vertragsverletzungsverfahren, welches seitens der EU gegen Deutschland läuft.“ ZITAT ENDE
Wenn man von einer EU-Nitratlüge spricht, kann die EU nichts gegen machen, siehe http://www.agrarheute.com/dlz/news/eu-nitratluege , noch darf man in diesem Land die Wahrheit ungestraft sagen, auch wenn sie nicht ins Meinungsbild passt. Die EU klagt sonst nur an, was ihr gerade opportun erscheint, die Defizitsünder nicht, die Dublin-Verletzer nicht, aber die Umweltapostel in der EU mit ihrem Glaubensnetz haben Narrenfreiheit, alle Lebensbereiche zu regulieren, vom Staubsauger bis zum methanhaltigen Kuhpupser. Selektiv angewandtes Recht!

Rechtspopulisten und Grünpopulisten arbeiten mit Ängsten und medialen Unterstützerkreisen gegen die Fakten und so fördern die sich gegenseitig auf Kosten der vernunftbetonten Mitte.
Hinweis zur Vertiefung des Themas: http://www.keckl.de/texte/ZEIT_Kommentar.pdf

Mit freundlichen Grüßen: Georg Keckl

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