bking schrieb am 29.07.2024 17:48:
Die Pause ist ein Karriereknick, hier versprechen die Unternehmen seit Jahrzenhnten viel, die Realität sieht anders aus, und war vor 20 Jahren vor allem so. Nun sind sie nicht da die Fachkräfte, weil nicht so viele geboren sind.
Ich weiĂź jetzt nicht genau, was du meinst. Was versprechen die Unternehmen seit Jahrzehnten?
Ob eine Entscheidung der Mütter pro Kinderbetreuung oder pro Karriere ausfällt lässt sich nicht einfach monokausal mit "Benachteiligung" bezeichnen.
Geringe Geburtenraten sind ja in allen Industrie- bzw. westlichen Staaten ein Thema.
Was richtig ist ist, daß je länger die Zeit der Kinderbetreuung ist (auch teilzeit), desto stärker fällt der Karriereknick aus.
Hier haben wir zum einen äußere Faktoren, wie die Zahl der Betreuungsplätze (bzw. die Kosten). Der Osten hat hier historisch bessere Zahlen.
Zum anderen spielt es aber auch eine Rolle, ob man es sich finanziell leisten kann die Kinderbetreuung länger selbst zu übernehmen. Viele Mütter wollen das nämlich. Hier spielt eine Rolle, wie hoch die Löhne in einer Region sind. Je höher die Löhne, desto eher bleiben die Frauen länger bei den Kindern (das Geld des Hauptverdieners + ggf. Teilzeitstelle, und Entlastungen wie Ehegattensplitting reichen). Das ist häufiger im Süden der Fall (Bayern, Baden-Württemberg).
Als Lösung bietet sich da mMn. nur an, mehr (bezahlbare) Betreuungsplätze zu schaffen, damit jede Frau, die arbeiten will dies auch kann.
Zum anderen sollten Anreize wegfallen, die das (zumindest teilweise und zeitweise) Ausscheiden eines Partner aus dem Arbeitsmarkt begĂĽnstigen (Ehegattensplitting).
Ps.: Der untere Abschnitt zum Betreuungsgeld in Finnland, Norwegen, Schweden ist recht aufschlussreich (Bayern wollte sowas mal einfĂĽhren):
https://de.wikipedia.org/wiki/Betreuungsgeld#Finnland,_Norwegen_und_Schweden