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DVB-T2 HD: Das hochauflösende Antennenfernsehen

| Aylin von DĂŒlmen, Ulrike Kuhlmann

DVB-T2 HD verspricht unkomplizierten Empfang in Full-HD-QualitĂ€t. Wer das Antennenfernsehen empfangen will, benötigt einen neuen Receiver oder ein brandaktuelles TV-GerĂ€t. Wir geben Tipps fĂŒr die GerĂ€teauswahl und stellen DVB-T2-Receiver vor.

Zuschauer, die bislang lineares Fernsehen mit Stabantenne geschaut haben, benötigen seit dem 29. MĂ€rz neue Hardware fĂŒr den DVB-T2-Empfang. Die bisherigen DVB-T-Receiver können mit der jetzt ausgestrahlten HD-Version nicht umgehen: Mangels HEVC-Decoder (High Efficiency Video Coding, H.265) bleibt das TV-Bild mit ihnen in den meisten Empfangsgebieten ab sofort dunkel.

Die Abschaltung betrifft nur Zuschauer, die auf das terrestrische Signal setzen. Das sind derzeit etwa 10 Prozent aller Fernsehzuschauer. Nutzer von Satelliten- oder Kabel-TV können wie gehabt alle ausgestrahlten Programme schauen.

Mit DVB-T2 HD wird aus PAL nun HD – und nicht nur das: Die QualitĂ€t der TV-Signale geht sogar ĂŒber das hinaus, was man heute ĂŒber Satellit, Kabel oder IPTV bekommt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Mit DVB-T2 HD kann man erstmals TV-Programme in hoher Auflösung ĂŒber eine Stabantenne empfangen. Es werden 50 Vollbilder pro Sekunde mit 1920 × 1080 Bildpunkten ĂŒbertragen. Damit ist die Auflösung zumindest in der Theorie besser als auf allen anderen TV-Empfangswegen. Zum Vergleich: Im Kabel und ĂŒber Satellit ĂŒbertragen die privaten Sender die gleiche Auflösung mit 50 Halbilder pro Sekunde und die öffentlich-rechtlichen Sender strahlen Vollbilder mit 1280 × 720 Bildpunkten aus.

Die tatsĂ€chliche BildqualitĂ€t hĂ€ngt natĂŒrlich auch vom ausgestrahlten Bildmaterial ab: Uralt-Filme mit PAL-Auflösung sehen auch per DVB-T2 HD pixelig und verrauscht aus. Auch aktuelle Sendungen haben bei terrestrischem HD-Empfang nur dann eine gute BildqualitĂ€t, wenn sie mit hoher Auflösung aufgenommen wurden.

DVB-T2 HD [1]

In 18 BallungsrÀumen lÀuft DVB-T2 HD im Pilotbetrieb.

(Bild: Initiative DVB-T2 HD)

In großen Ballungsgebieten ist das hochauflösende Antennenfernsehen am 29.3. auf Sendung gegangen; hierzu gehören die Regionen Bremen/Unterweser, Hamburg/LĂŒbeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Hannover/Braunschweig, Magdeburg, Berlin/Potsdam, Jena, Leipzig/Halle, DĂŒsseldorf/Rhein/Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Rhein/Main, SaarbrĂŒcken, Baden-Baden, Stuttgart, NĂŒrnberg und MĂŒnchen/SĂŒdbayern. Wer bereits ein passendes EmpfangsgerĂ€t hat, kann dort zumindest bis Ende Juni 2017 kostenlos alle Sender in hoher Auflösung schauen.Anschließend wird fĂŒr die Prvatsender eine GebĂŒhr von 69 Euro pro Jahr fĂ€llig.

Bei Freenet [2] und auf dem Informationsportal der Initiative DVB-T2 HD [3] kann man sich unter Eingabe der Postleitzahl ĂŒber die SignalstĂ€rke im eigenen Wohnort informieren. Es wird dort gleich auch eine geeignete Antenne empfohlen.

Im Regelbetriebs ab 29. MĂ€rz 2017 steht DVB-T2 HD in allen in der Abbildung grĂŒn gekennzeichenten Empfangsgebieten zur VerfĂŒgung.

Ab MĂ€rz 2017 wird in den grĂŒn gekennzeichenten Gebieten DVB-T2 HD ausgestrahlt.

Ab MĂ€rz 2017 wird in den grĂŒn gekennzeichenten Gebieten DVB-T2 HD ausgestrahlt.

(Bild: DVB-T2 HD-Initiative (Karte als PDF) [4] )

In Zukunft soll das DVB-T2-HD-Netz weiter ausgeweitet werden. So kommen nach Angaben der DVB-T2-HD-Initiative im Jahresverlauf 2017 und 2018 weitere Regionen hinzu, in denen das gesamte Programmangebot verfĂŒgbar sein wird. Bis Mitte 2019 stellt der öffentlich-rechtliche Rundfunk zusĂ€tzliche Regionen auf DVB-T2 HD um. Dann soll man die öffentlich-rechtlichen Sender auch im lĂ€ndlichen Raum in Full-HD-Auflösung per Antenne empfangen können.

Nach Angaben des technischen Plattformbetreibers Media Broadcast soll dafĂŒr die Anzahl der Senderstandorte schrittweise von bisher 44 bis Ende 2018 auf 61 ausgebaut werden. Um welche Empfangsgebiete es sich bei den 17 neuen Standorten genau handelt, gab Media Broadcast noch nicht bekannt.

Bereits seit Juni 2016 konnte man in zehn BallungsrĂ€umen (Rostock, Schwerin, Magdeburg, Jena, Leipzig/Halle, Aachen, Rhein/Neckar, SaarbrĂŒcken, Karlsruhe/Baden-Baden und Stuttgart) neben zwei HD-Programmen von ARD und ZDF auch vier private Sender empfangen; zuvor waren die Privaten dort im DVB-T-Netz nicht vertreten.

Wie bereits von DVB-T gewohnt, reicht fĂŒr DVB-T2 HD in zentralen Ballungsgebieten weiterhin eine passive Stabantenne aus, um auch in Zukunft ein gutes HD-Bild zu empfangen. Vorhandene Antennen können also weiterhin genutzt werden. In Wohnorten mit etwas schlechterem Empfang empfiehlt es sich, auf eine aktive Antenne mit eigener Stromversorgung zurĂŒckzugreifen, die das Signal verstĂ€rkt.

Antennen fĂŒr DVB-T2 HD (4 Bilder) [5]

[6]
In Ballungsgebieten reicht meist eine einfache passive Stabantenne.

Wer in einem mittlerem bis schwachem Empfangsgebiet wohnt, muss in der Regel auf eine Außen- oder Dachantenne zurĂŒckgreifen. Deren Installation ist etwas aufwendiger als das Aufstellen einer simplen Zimmerantenne und man muss Kabel von der Antenne zum Wohnzimmer verlegen.

Allerdings verwendet das neue DVB-T2 HD modernere Technik, die bessere Empfangseigenschaften bei geringeren FeldstĂ€rken erlaubt. So kann es sogar sein, dass man mit derselben Antenne DVB-T2 HD empfangen kann, wo es woher kaum fĂŒr DVB-T reichte

Seit Ende Mai 2016 waren in der ersten Ausbaustufe sechs Sender in 18 Ballungsgebieten in Deutschland kostenfrei zu empfangen. Darunter befanden sich als öffentlich-rechtliche Sender "Das Erste HD" und "ZDF HD", von den Privaten wren "RTL HD" "Pro7 HD" "SAT.1 HD" und "Vox HD" dabei..

Im Pilotbetrieb gibt es sechs HD-Sender, ab 29. MĂ€rz 2017 sollen es bis zu 40 StĂŒck werden.

Im Pilotbetrieb gibt es sechs HD-Sender, ab 29. MĂ€rz 2017 sollen es bis zu 40 StĂŒck werden.

(Bild: Initiative DVB-T2 HD)

Mit Aufnahme des Regelbetriebs am 29. MÀrz 2017 kamen weitere Sender dazu. Jetzt sind es etwa 40 Sender, davon knapp 20 öffentlich-rechtliche und rund 20 private HD-Sender. In einigen Gebieten kann man dann erstmals auch die privaten Sender in Full HD per Antenne empfangen. ZÀhlt man die Internetsender von TV connect hinzu, die sich automatisch in die Senderliste einsortieren, kann man bis zu 65 Sender empfangen. ZusÀtzlich werden (zumidnest in Ballungsgebieten wie Hannover) das Erste, das ZDF und die regionalen Dritten bis zum 25.4. in geringerer PAL-Auflösung ausgestrahlt.

Wie die Initiative DVB-T2 HD bekannt gab, strahlen entgegen der ursprĂŒnglichen Planung weder die privaten noch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten DVB-T und DVB-T2 HD parallel aus:DEshalb wurden am 29. MĂ€rz 2017 die bisherigen DVB-T-Programme ĂŒberall dort abgeschaltet, wo die neuen HD-Programme ausgestrahlt werden.

Alte DVB-T-Receiver und TVs mit DVB-T-Tuner empfangen deshalb seit dem 29. MĂ€rz 2017 keine Programme mehr. Wer jetzt weiterhin Antennenfernsehen schauen möchte, muss aufrĂŒsten. WĂ€hrend die alten Antennen weiterhin genutzt werden können, werden an die EmpfĂ€nger neue Anforderungen gestellt.

FĂŒr DVB-T2 HD benötigt man einen DVB-T2-HD-Tuner mit Decoder fĂŒr das Videoformat HEVC (High Efficiency Video Coding). Wer außer den öffentlich-rechtlichen Programmen von ARD und ZDF auch Privatfernsehen wie RTL oder SAT.1 schauen will, benötigt im EmpfĂ€nger zusĂ€tzlich ein eingebautes Irdeto-EntschlĂŒsselungsmodul oder ein freenet-TV-Modul fĂŒr den CI+-Schacht zur EntschlĂŒsselung – eine Smartcard braucht man in beiden FĂ€llen nicht.

Das neue DVB-T2 HD unterscheidet sich technisch vom DVB-T2 wie es im europÀischen Ausland, beispielsweise in Frankreich, genutzt wird. WÀhrend DVB-T2 den Videocodec H.264 nutzt, kommt bei DVB-T2 HD das deutlich effizientere Videoformat H.265 alias HEVC zum Einsatz. Deshalb können GerÀte, die nur den H.264-Codec nutzen, mit den per DVB-T2 HD ausgestrahlten Signalen nichts anfangen. Selbst vor kurzem gekaufte TVs und Receiver, auf denen unter UmstÀnden sogar mit DVB-T2 geworben wurde, können das neue Format also nicht unbedingt empfangen.

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Ab dem 1. Juli 2017 muss man fĂŒr Freenet TV – so die offizielle Bezeichnung fĂŒr die Übertragung von privaten Sendern – 69 Euro pro Jahr und GerĂ€t bezahlen; in den ersten drei Monaten des Regelbetriebs ist der Empfang noch kostenlos. Mit einer Guthabenkarte und der Identifikationsnummer des jeweiligen Freenet-TV-fĂ€higen Receivers oder CI+–Moduls kann man das Angebot online bei Freenet [8] oder telefonisch unter 0221-46708700 freischalten.

Die Guthabenkarten gibt es bei den großen Elektronikketten wie Media, Saturn oder Conrad und man kann ihn online bei Freenet als Email anfordern. Zuschauer ohne online-Zugang können die Freischaltung auch vom lokalen HĂ€ndler erledigen lassen. Am Ende werden fĂŒr den Empfang der Privatsender 5,75 Euro pro Monat bei einer obligatorischen Laufzeit von einem Jahr fĂ€llig – also 69 Euro pro Jahr und EmpfangsgerĂ€t. Nach einem Jahr endet das Abo automatisch.

Das Verfahren Ă€hnelt dem bei Prepaid-Mobiltelefonen – mit dem Unterschied, dass man sich bei freenet fĂŒr ein Jahr bindet. Das Unternehmen prĂŒft nach eigenen Angaben weitere Angebotsformen. Ob dann beispielsweise auch monatliche VertrĂ€ge möglich sind, ist noch offen.

Über DVB-T2 werden die Privaten anders als per Kabel oder Satellit nicht mehr in Standardauflösung ausgestrahlt. Die öffentlich-rechtlichen Sender werden auch nach dem 29. MĂ€rz unverschlĂŒsselt und ohne zusĂ€tzliche Kosten ausgestrahlt – abgesehen von den GEZ-GebĂŒhren, die fĂŒr sĂ€mtliche EmpfangskanĂ€le (Satellit, Kabel, DVB-T2, Radio, PC) bezahlt werden. Bis Ende 2019 soll der Ausbau des DVB-T2-Sendenetzes auch in lĂ€ndlichen Regionen, in denen es bisher auch keinen DVB-T Empfang gab, abgeschlossen sein. Ebenfalls noch offen ist, ob und wo hier die privaten Sender mitziehen.

Receiver mit dem Schriftzug "freenet TV" können sowohl private als auch öffentlich-rechtliche Sender von Haus aus entschlĂŒsseln. TrĂ€gt ein GerĂ€t nur das grĂŒne Logo "DVB-T2 HD", braucht es fĂŒr die Privaten ein zusĂ€tzliches EntschlĂŒsselungsmodul.

Receiver mit dem Schriftzug "freenet TV" können sowohl private als auch öffentlich-rechtliche Sender von Haus aus entschlĂŒsseln. TrĂ€gt ein GerĂ€t nur das grĂŒne Logo "DVB-T2 HD", braucht es fĂŒr die Privaten ein zusĂ€tzliches EntschlĂŒsselungsmodul.

Receiver fĂŒr DVB-T2 HD, die sowohl öffentlich rechtliche als auch private Sender empfangen können, sind mit dem Schriftzug "freenet TV" gekennzeichnet – normalerweise findet man den Schriftzug recht prominent auf der Verpackung.

Bei diesen GerĂ€ten ist das EntschlĂŒsselungsmodul bereits eingebaut, sie sind deshalb ohne weitere Hardware fit fĂŒr alle ausgestrahlten Programme (online oder telefonisch freischalten muss man die privaten Sender aber auch hier).

Viele der fĂŒr freenet TV vorbereiteten Receiver tragen zusĂ€tzlich das grĂŒne Logo "DVB-T2 HD". GerĂ€te ohne freenet-TV-Auszeichnung aber mit grĂŒnem DVB-T2-HD-Logo haben kein Modul zur EntschlĂŒsselung der privaten Sender eingebaut. Man muss sie mit einem CI+ Modul nachrĂŒsten. Das Modul bekommt man fĂŒr 79 Euro in ElektronikmĂ€rkten oder im online-Handel.

GerĂ€te, die nur öffentlich-rechtliche Sender empfangen und nicht nachgerĂŒstet werden können, dĂŒrfen weder grĂŒne Logo tragen noch den freenet-TV-Schriftzug. Weil sie nicht mit einheitlichen Logos versehen sind, muss man beim Kauf besonders auf einen Hinweis auf den verwendeten Decoder "H.265“ beziehungsweise "HEVC“ achten.

Wer am Smart-TV außer den öffentlich-rechtlichen Programmen von ARD und ZDF auch Privatsender empfangen will, braucht ein CAM von Freenet zur EntschlĂŒsselung.

Wer am Smart-TV außer den öffentlich-rechtlichen Programmen von ARD und ZDF auch Privatsender per DVB-T2 HD empfangen will, braucht ein CAM von Freenet zur EntschlĂŒsselung.

Ob ein vorhandener Fernseher DVB-T2 HD empfangen kann, erkennt man nicht ohne Weiteres. Neuere TVs tragen das grĂŒne Logo "DVB-T2 HD", Ă€ltere nicht – das Logo gibt es noch nicht allzu lange.

Die Deutsche TV-Plattform hĂ€lt auf ihrer Website eine Liste von fĂŒr DVB-T2 HD-geeigneten GerĂ€ten [9] bereit. Die Liste ist allerdings nicht vollstĂ€ndig. So haben wir auch GerĂ€te gefunden, die zwar DVB-T2 HD beherrschen, sich aber nicht in der Liste wiederfinden. Am Ende hilft es dann nur, selbst auszuprobieren, ob der Fernseher beim Sendersuchlauf HD-Sender findet.

Wer einen Fernseher besitzt, der noch kein DVB-T2 HD beherrscht, muss nicht gleich das FernsehgerĂ€t rauswerfen. Das alte TV kann man auch mit einem externen DVB-T2-HD-Receiver nachrĂŒsten. Dieser wird per HDMI-Kabel mit dem TV verbunden und bringt eine eigene Fernbedienung mit. Viele Receiver haben sogar noch analoge VideoausgĂ€nge wie Scart oder FBAS, sodass man selbst sehr alte GerĂ€te nachrĂŒsten kann. Allerdings kann man auch mit einem modernen HD-Receiver keine Full-HD-Auflösung auf den alten Röhrenfernseher zaubern.

FĂŒr einen neuen Receiver werden zwischen 35 und 250 Euro fĂ€llig. Die besonders gĂŒnstigen Receiver beinhalten normalerweise kein EntschlĂŒsselungsmodul und lassen sich auch nicht nachrĂŒsten. Sie empfangen also nur öffentlich rechtliche Sender.

Etwas mehr Geld muss man ausgeben, wenn man auch Privatsender empfangen will. GerĂ€te mit eingebautem Irdeto-EntschlĂŒsselungsmodul erhĂ€lt man ab etwa 60 Euro.

Wir haben preiswerte Receiver fĂŒr DVB-T2 HD getestet. EInige empfangen ausschließlich die öffentlich-rechtlichen Sender, etliche auch die privaten KanĂ€le: Letztere haben das Irdeto-EntschlĂŒsselungsmodul eingebaut, nur der Technisat-Receiver DigitISIO STC nutzt zur EntschlĂŒsselung eine Smartcard.

Receiver fĂŒr DVB-T2 HD (42 Bilder) [10]

[11]

Receiver mit eingebauter EntschlĂŒsselung fĂŒr Privatsender

Der GX-MB540TL von Samsung liefert zusÀtzlich zu TV-Programmen diverse Online-KanÀle aus dem Freenet-Connect-Dienst. Programme aus der vorsortierten Senderliste oder den daraus erzeugten Favoritenlisten kann man per Zifferneingabe aufrufen. Die EmpfangsqualitÀt ist sehr gut

Samsung GX-MB540TL im Preisvergleich [12]

Wer Internet-Funktionen wie den Videotext HbbTV (Hybrid broadcast broadband TV) nutzen möchte, klettert in der Preisskala weiter nach oben. Im Test befinden sich Receiver ab 70 Euro, die den Ethernet-Anschluss auch fĂŒr den Empfang von HbbTV und einige Apps nutzt. Viele andere GerĂ€te im Test können ĂŒber den eingebautem Ehternet-Anschluss allenfalls Inhalte fĂŒr die Wettervorhersage oder einen RSS-Reader auf den Schirm holen.

Einige Receiver sind zwar fĂŒr den Empfang privater Sender geeignet, mĂŒssen allerdings vorher mit einem 79 Euro teuren freenet TV CI+ Modul aufgerĂŒstet werden. Sie werden dadurch in der Summe deutlich teurer und fanden deshalb in unserem Test keine Beachtung.

Receiver fĂŒr DVB-T2 HD
Hersteller MegaSat Microelectronic Opticum SetOne Strong Univision Xoro Xoro
GerÀt HD 650 T2 MicroM4 HD IR Lion 265 HD EasyOne 740 SRT 8540 UNT HD 265 HRT 7620 HRT 8720
VerschlĂŒsselte Sender √
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– √
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– √
Firmware 0.0.31.0 01.19N V. 1.2.7 0.5.11 2.2.1 H265 -V1.0.3 V1.11 ???
Display 4 Stellen LED 4 Stellen LED LED 4 Stellen LED 4 Stellen LED 4 Stellen LED 4 Stellen LED 4 Stellen LED
Abmessungen/ B x T x H 17 cm x 14 cm x 4,5 cm 18 cm x 12 cm x 4 cm 15 cm x 10 cm x 3,5 cm 21 cm x 13 cm x 4 cm 22 cm x 15,5 cm x 4 cm 17 cm x 9,5 cm x 4 cm 17 cm x 9,5 cm x 4 cm 22 cm x 13,5 cm x 2,5 cm
TV-Funktionen
PVR – √
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– – √
√
Timeshift – √
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– – √
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Teletext √
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Timer-Typ (nur eine Zeit, regelmĂ€ĂŸig) – einmal, tĂ€glich, wöchentlich einmal, tĂ€glich, wöchentlich einmal, tĂ€glich, wöchentlich, werktags, am Wochenende – – einmal, tĂ€glich, wöchentlich einmal, tĂ€glich, wöchentlich, Mo.-Fr., Sa.-So.
Zusatzfunktionen √
Internet-Anwendungen – – – HbbTV, Mediatheken[3], Apps[3] RSS-Feeds, Wetter – RSS-Feeds, Wetter –
Medienplayer fĂŒr USB
Videoformate H.264 (mkv, mov, mp4, m2ts), MPEG-2 (vob, ts, mpg, m2ts), MPEG-4: xvid (avi), WMV9 (asf, wmv), VC-1 (wmv, mkv, m2ts) H.264 (mkv, mov, mp4, m2ts), MPEG-2 (vob,mpg, m2ts), MPEG-4: xvid (avi), WMV9 (asf, wmv), VC1 (wmv, mkv, m2ts), MJPEG (avi, mov) H.264 (mkv, mov, mp4, m2ts), MPEG-2 (vob, m2ts, mpg), MPEG-4: divx, xvid (avi), WMV9 (asf, wmv), VC-1 (wmv, mkv, m2ts), MJPEG (avi, mov) H.264 (mkv, mov, mp4, m2ts), MPEG-2 (vob, ts, mpg, m2ts), MPEG-4: divx, xvid (avi) H.264 (mkv, mov, mp4, m2ts), MPEG-2 (vob, ts, mpg), MPEG-4: divx, xvid (avi), WMV9 (asf), VC-1: (mkv, m2ts) H.264 (mkv, mov, mp4, m2ts), MPEG-2 (vob, ts, mpg), MPEG-4: divx, xvid (avi), WMV9 (asf, wmv), VC-1 (wmv, mkv, m2ts) H.264 (mkv, mov, mp4, m2ts), MPEG-2 (vob, ts, mpg), MPEG-4: divx, xvid (avi), WMV9 (asf, wmv teils ohne Ton), VC-1 (!!!) H.264 (mkv, mov, mp4, m2ts), MPEG-2 (vob, ts, mpg, m2ts), MPEG-4: xvid (avi), WMV9 (asf, wmv), VC-1 (wmv, mkv, m2ts), MJPEG (avi, mov)
Audioformate aac, mp3, ogg, flac, wav mp3, wav aac, mp3, ogg, flac, wav mp3 flac, mp3, ogg mp3, ogg, flac, wav, wma, aac aac, mp3, ogg, flac, wav aac, mp3, ogg, flac
Bildformate png, jpg, tif, gif, bmp jpg png, jpg, tif, gif, bmp gif, jpg, png jpg, png png, jpg, tif, gif, bmp png, jpg, gif, bmp bmp, jpg, png, gif
unterstĂŒtzte Dateisysteme Fat32 Fat32, NTFS Fat32, NTFS Fat32, NTFS, Ext4 Fat32 Fat32, NTFS Fat32, NTFS Fat32, NTFS
2,5 Zoll HDD ohne Netzteil √
√
√
√
√
√
√
√
AnschlĂŒsse
HDMI 1 1 1 1 1 1 1 1
Video-Composite / Scart 1 [3] / 0 0 / 1 0 / 1 1 / 0 1 / 1 0 / 1 0 / 1 0 / 0
Audio analog / digital 0 / SPDIF optisch 0 / 1 SPDIF 0 / 1 (elektrisch) 1 (Cinch) / 1 (elektrisch) 0 / 0 0 / 1 (elektrisch) 0 / 1 (elektrisch) 1 / 0
Ethernet 0 1 0 1 1 0 1 0
USB vorn / hinten 1 / 0 1 / 0 1 / 0 1 / 1 0 / 1 1 / 0 1 / 0 0 / 1
Antenne in / out 1 / 0 1 / 0 1 / 1 1 / 0 1 / 0 1 / 1 1 / 0 1 / 1
Messungen
Sendersuchlauf (Stand 10.9.2016) 75 s 520s 129s 125s 240 s 141s 87s 129s
Startzeit aus Standby [1] 38 s 59 s 18 s 7 s 49 s 18 s 11 s 26 s
Startzeit aus Power Off [2] 2x 38 s (muss nach Booten erneut eingeschaltet werden) 60 s 17 s 47 s 49 s 17 s 10 s 24 s
Umschaltzeit 2 s 2 s 2 s 1 s 2 bis 3 s 1 bis 2 s 1 s 1 s
Leistungsaufnahme HD-Sender / SD-Sender / Standby 4,5 W /3,8 W / 0,4 W 6,5 W / 6 W /0,7 W 6,3 W / 5,7 W / 0,9 W 6,7 W / 6,3 W / 0,3 W 6,6 W / 5,9 W / 0,9 W 5,4 W / 4,3 W / 0,7 W 5,1 W / 4,5 W / 0,3 W 6,6 W / 6,1 W / 0,4 W
Preis
ohne PVR ab 65 € – (nicht vorhanden) 40 € – (nicht vorhanden) 49 € 36 € 34,50 € (HRT 7619) 58 € (HRT 8719)
mit PVR – (nicht vorhanden) 65 € 49 € 67 € – (nicht vorhanden) 45 € 41,50 € 59 €
[1] Standby: wacht per Fernbedienung auf, [2] Power off: Strom weg zB per Steckerleiste), [3] funktionierte im Test nicht oder nur eingeschrÀnkt

Schon viele der gĂŒnstigsten GerĂ€te sind mit der praktischen PVR-Funktion ausgestattet. PVR steht fĂŒr ,,Persönlicher Videorekorder'': Dieser ermöglicht, Sendungen in HD-QualitĂ€t aufzuzeichnen. FĂŒr die meisten Receiver und fĂŒr fast alle FernsehgerĂ€te benötigt man dazu ein externes USB-Speichermedium. Einige Receiver sind als Varianten mit und ohne PVR erhĂ€tlich; der Preisunterschied liegt manchmal bei wenigen Euro.

Schließt man die externe Festplatte an den USB-Eingang der Receiver und TVs, wird diese vom Receiver beziehungsweise TV vor dem ersten Gebrauch formatiert. Liegen noch Daten auf dem USB-Speicher, sind sie anschließend verloren. Teilweise starten TVs und Receiver die Formatierung automatisch, warnen dann aber vor dem Start, dass es gleich losgeht. Bei einigen GerĂ€ten muss man das Formatieren statttdessen von Hand einleiten.

Man kann die TV-Aufnahmen selbst starten, teilweise klappt das mit einem Knopfdruck auf der Fernbedienung, teilweise muss man dazu das MenĂŒ des Receivers oder TVs aufrufen. Außerdem lassen sich ĂŒber das EPG ĂŒblicherweise automatische Aufnahmen programmieren, etwa die Lieblingssendnung am Montagabend.

GĂŒnstige Receiver und TVs sind zumeist nur mit Single-Tunern ausgestattet. Man kann daher nicht ein Progamm gucken und gleichzeitig ein anderes Programm aufnehmen. Bei einigen GerĂ€ten könnte das trotz Single-Tuner funktionieren, wenn die Sender im selben Bouquet liegen – bei unseren TestgerĂ€ten war das nicht der Fall. Receiver mit echtem Mehrfach-Tuner kosten je nach Ausstattung 100 Euro und mehr. Bei TVs muss man etwa 100 Euro Aufpreis einkalkulieren, echte Doppeltuner haben meist nur die teureren TV-GerĂ€te.

GerĂ€te, die eine PVR-Funktion haben, beherrschen ĂŒblicherweise auch Timeshift: Wenn das Telefon klingelt, kann man die laufende Sendung pausieren und nach Ende des Telefonats weiterschauen. Dazu nimmt das GerĂ€t die laufende Sendung auf der angeschlossenen USB-Festplatte auf und startet die Wiedergabe auf Knopfdruck an der zuletzt unterbrochenen Stelle.

FĂŒr Aufnahmen der Privatsender muss man zuweilen ein paar KlimmzĂŒge machen – die Aufnahmefunktion ist nicht in jedem Receiver automatisch freigeschaltet. Wir haben diverse Receiver daraufhin ĂŒberprĂŒft; lesen Sie dazu:

Receiver und TVs mit USB-Anschluss können normalerweise die auf angeschlossenen USB-Festplatten oder -Sticks gespeicherte Inhalte wiedergeben. Die dafĂŒr eingebauten Medienplayer verstehen sich auf unterschiedlichste Formate. So beherrschen die meisten GerĂ€te das MP3-Format fĂŒr Musik und geben Bilder im JPG-Format wieder. Auch H.264 im mkv-, mov- und mts-Container gehört zum Standardrepertoire vieler GerĂ€te.

Erstaunlicherweise haben die Receiver unseres Tests fast alle bei der Wiedergabe von Fotos gepatzt: Sie beschnitten die Bilder seitlich (bei 16:9-Formaten) beziehungsweise oben und unten (bei 4:3-Formaten). Einzig der "MicroM 4 HD IR" von Microelectronic stellte die Fotos ohne Beschnitt dar. Bei TVs konnten wir solche Macken in der jĂŒngeren Vergangenheit nicht beobachten.

H.265/HEVC beherrschen natĂŒrlich alle DVB-T2-HD-fĂ€higen GerĂ€te, denn diesen Codec brauchen sie zwingend zum EntschlĂŒsseln der TV-Signale. Welche Container und Formate unsere TestgerĂ€te unterstĂŒtzen, zeigt die obige Tabelle. Wir haben uns beim Test auf die meist genutzten Codecs und Container beschrĂ€nkt.

Die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF kann man am PC auch in HD-Auflösung per Stabantenne und USB-Stick empfangen – der erste Stick fĂŒr den Empfang der öffentlich-rechtlichen und der Privaten Programme ist gerade finalisiert worden. c't hat ihn bereits im DVB-T2-Regelbetrieb getestet.

Zum Dekodieren von HEVC-Videos ist viel Rechenleistung nötig. So lief das Mediacenter Kodi im c't-Test auf einem Rechner mit HEVC-Hardwarebeschleunigung ruckelfrei, einem Raspberry Pi mit Quadcore-Prozessor ließen sich dagegen nur DVB-T2-HD-Standbilder entlocken. Kleine Ansteckmodule wie Terratecs Cinergy T2 Stick Micro sind auch an Android-GerĂ€ten als TV-EmpfĂ€nger nutzbar, dann allerdings ohne jegliche Komfortfunktionen. Details zur DVB-T2-HD-Hardware und der Möglichkeit, Aufnahmen am PC zu schneiden, behandelt c't im Artikel DVB-T2 HD am PC empfangen. [15]

Zur Fußball-EM im Juni 2016 konnte sich das DVB-T2 HD zum ersten Mal unter Beweis stellen. Die QualitĂ€t gefiel mit gestochen scharfen Bildern und auch in Sachen Verzögerung konnte das DVB-T2-HD-Signal fast mit Satellitenfernsehen mithalten: Die Bilder hinkten kaum merkbar hinter dem Sat-Signal hinterher – so musste man nicht befĂŒrchten, dass die Nachbarn beim Elfmeter bereits jubeln, wĂ€hrend sich der Spieler den Ball am eigenen Fernseher noch zurecht legte.

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Ob sowohl die QualitĂ€t als auch die geringe Verzögerung spĂ€ter im Regelbetrieb Bestand haben, wissen wir nicht. Doch zumindest im PiIotbetrieb war DVB-T2 HD damit der Empfangsweg der Wahl fĂŒrs "Public Viewing" im heimischen Garten.

(uk [17])


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[1] http://www.dvb-t2hd.de/regionen
[2] http://www.freenet.tv/empfangscheck
[3] http://www.dvb-t2hd.de/empfangscheck
[4] http://www.dvb-t2hd.de/files/Empfangsgebiete_(Regelbetrieb_ab_29._maerz_2017).pdf
[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/1905506.html?back=3340238
[6] https://www.heise.de/bilderstrecke/1905506.html?back=3340238
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.freenet.tv/
[9] http://www.tv-plattform.de/de/dvb-t2-hd-geraeteliste
[10] https://www.heise.de/bilderstrecke/1901525.html?back=3340238
[11] https://www.heise.de/bilderstrecke/1901525.html?back=3340238
[12] https://www.heise.de/preisvergleich/samsung-gx-mb540tl-a1562202.html
[13] https://www.heise.de/hintergrund/Keine-Aufnahme-unter-dieser-Nummer-3716424.html
[14] https://www.heise.de/hintergrund/Freenet-TV-Stick-Erste-Erfahrungen-3669804.html
[15] https://www.heise.de/ct/ausgabe/2017-6-DVB-T2-HD-am-PC-empfangen-3636741.html
[16] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[17] mailto:uk@ct.de