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Datenlecks bei Test- & Impfterminvergabe: Halbgare Software, vermeidbare Fehler

| Jan Mahn

Seitdem großflĂ€chig auf das Coronavirus getestet und in Arztpraxen geimpft wird, hĂ€ufen sich die Datenlecks bei Test- und Impfterminvergabesoftware.

Seit Anfang 2021 sammelt sich in den PostfĂ€chern der c’t-Redaktion eine neue Kategorie von Zuschriften: "Datenschutzproblem bei Terminvergabe" oder "Datenleck bei Impfportal?" lauten hĂ€ufige Betreffzeilen. Dahinter stecken Berichte von Lesern, die sich in einem Corona-Schnelltestzentrum oder bei einer Arztpraxis fĂŒr einen Schnelltest oder eine spontane Impfung angemeldet haben: "Wenn ich das richtig sehe, könnte ich auf diesem Weg die Daten von Tausenden anderer Patienten einsehen."

FĂŒr gewöhnlich reagieren wir auf solche Hinweise immer nach einem Ă€hnlichen Schema: ZunĂ€chst versuchen wir, den Fehler nachzustellen und zu dokumentieren. Dann stellen wir weitere Analysen rund um den betreffenden Dienst an und stoßen nicht selten auf weitere Probleme: Alte Versionen von Serversoftware, LĂŒcken in der Serverkonfiguration (etwa aktives Verzeichnis-Listing bei Apache-Servern, ĂŒber das man eigentlich vertrauliche Ordner findet) oder Probleme mit HTTPS und dem Zertifikat sind typischer Beifang.

Meist bestĂ€tigt sich die Beobachtung der Leser, manchmal fanden wir noch tiefergehende Probleme, weil wir schon Ă€hnliche Systeme kannten und die LĂŒcken mit Erfahrungen von anderer Software kombinieren konnten. Über all diese Beobachtungen informieren wir die Betreiber im Rahmen von Responsible Disclosure – solange Daten noch ungewollt öffentlich erreichbar sind, schreiben wir nicht ĂŒber den Fall.


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