Eclipse Embedded Day: Entwicklungsumgebung in der Embedded-Welt angekommen
Bei Embedded-Entwicklern hat sich Eclipse zur Standard-Entwicklungsumgebung gemausert. Dass die IDE heute in der Produktion von Software fĂŒr Autos, Flugzeuge und anderen technischen GerĂ€ten eingesetzt wird, zeigte der Eclipse Embedded Day in Stuttgart.
Bei Entwicklern von Embedded-Systemen hat sich Eclipse in den letzten Jahren zur Standardentwicklungsumgebung gemausert â egal ob fĂŒr die Programmierung mit Java oder mit C/C++. Dass Eclipse heute in der Produktion von Software fĂŒr Autos, Flugzeuge und vielen anderen technischen GerĂ€ten eine Rolle spielt, zeigte der Eclipse Embedded Day [1] am 25. Juni in Stuttgart.
Gut 100 Teilnehmer, zumeist Softwareentwickler und -architekten, trafen sich zu der ganztĂ€gigen Veranstaltung, die die Firma MicroDoc mit UnterstĂŒtzung der Eclipse Foundation organisiert hatte. Stuttgart als Tagungsort trug sicherlich dazu bei, dass viele GĂ€ste aus der Automobilbranche und zugehörigen Zuliefererfirmen kamen. Weitere Teilnehmer aus Branchen wie Luftfahrt, Medizintechnik oder Anlagenbau zeigten, dass sich das Interesse an Eclipse durch alle Embedded-Bereiche zieht. Das ist auch daran abzulesen, dass neue Firmenmitglieder in der Eclipse Foundation immer öfter aus dem Embedded-Bereich kommen, so Ralph MĂŒller von der Eclipse Foundation in seinem GruĂwort. Von den ĂŒber 170 aktuellen Firmenmitgliedern beschĂ€ftigen sich heute etwa 20 Prozent schwerpunktmĂ€Ăig mit der Entwicklung eingebetteter Systeme. Derzeit wird im Embedded-Bereich Eclipse hauptsĂ€chlich als Entwicklungsumgebung wahrgenommen, Ă€hnlich wie das in der Server-Welt der Fall war, als Eclipse dort neu aufkam.
Mehrere VortrĂ€ge thematisierten Erfahrungen mit Eclipse. Unter anderem ging es um agile Methoden in komplexen Softwaresystemen der Luftfahrt, Vorgehensweisen bei der Softwareentwicklung fĂŒr Kraftfahrzeuge oder Testautomatisierung. Ein zweiter inhaltlicher Schwerpunkt war der Einsatz von Eclipse als Runtime-Umgebung. Ein weiteres groĂes Thema waren Systeme, die Equinox [2], die Eclipse-Referenzimplementierung von OSGi, als Softwarearchitektur verwenden. Vorteil der Architektur seien modulare, dynamisch in Java implementierte Systeme, die leicht adaptierbar und gut geeignet seien, vielfĂ€ltige Anforderungen an Embedded-Systeme abzudecken.
Kritik an der aktuellen Entwicklung ĂŒbte in seiner Keynote David A. Thomas [3], als GrĂŒnder der OTi Labs einer der Eclipse-"UrvĂ€ter". Auf die ihm eigene Art rief er provozierend in die Runde, dass das gerade erst veröffentlichte [4] Eclipse 3.5 ein "Legacy Product" sei. Seiner Ansicht nach benötige die Codebasis dringend ein grundsĂ€tzliches Refactoring, es gebe zu wenig echte Innovationen, und es fĂ€nden zahlreiche Parallelentwicklungen in Unternehmen und Hochschulen statt, die wichtige Ressourcen unnötig binden wĂŒrden. Er gab der Eclipse-Community einige Hausaufgaben mit auf den Weg und forderte die Anwesenden auf, aktiv die eigenen Interessen zu vertreten und in die Eclipse-Welt einzubringen.
René Schönfeldt
ist Lektoratsleiter des dpunkt.verlag und und beschÀftigt sich thematisch vor allem mit Softwareentwicklungsthemen.
(ane [5])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://wiki.eclipse.org/EclipseEmbeddedDayStgt
[2] http://www.eclipse.org/equinox/
[3] http://en.wikipedia.org/wiki/David_A._Thomas_(software_developer)
[4] https://www.heise.de/news/Creme-de-Cocoa-Eclipse-Galileo-veroeffentlicht-185447.html
[5] mailto:ane@heise.de
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