Hayabusa 2: AminosÀuren in Asteroiden-Proben entdeckt
Im Dezember 2020 landete die von Hayabusa 2 abgeworfene Kapsel mit den Gesteinsproben auf der Erde.
(Bild: JAXA)
Zweimal flog Japans Raumsonde zu Asteroiden, um den Ursprung des Alls und des Lebens zu ergrĂŒnden. Die Ergebnisse der zweiten Mission stĂ€rken nun eine Theorie.
Die japanische Raumsonde Hayabusa 2 hat allein schon mit ihrem 2020 vollendeten Rundflug um den erdnahen Asteroiden Ryugu Geschichte geschrieben. Damals hatte sie Staub von einem Asteroiden zurĂŒck zur Erde gebracht. Bei der Analyse bestĂ€tigte sich nun eine weitere Sensation, auf die Forscher gehofft hatten: In den 5,4 Gramm Staub fanden die Wissenschaftler 23 AminosĂ€uren, die Bausteine fĂŒr Proteine und damit fĂŒr die Entstehung von Leben darstellen.
Mit der zweiten Rundreise einer Hayabusa-Sonde zu einem Asteroiden aus der Anfangszeit unseres Sonnensystem wollte die japanische Weltraumbehörde JAXA zum VerstÀndnis beitragen, wie das Weltall entstanden ist. Mit dabei war der Lande-Rover Mascot aus Deutschland [1]. Das Wissenschaftsministerium meldete nun Erfolg: Die Entdeckung könne Hinweise auf die Entstehung des Lebens auf Planeten bringen, so das Urteil.
Eine Theorie geht davon aus, dass AsteroideneinschlĂ€ge das Leben auf der noch jungen Erde aus dem All mit AminosĂ€uren initiiert haben. Schon die erste Hayabusa-Mission [2] sollte weitere Erkenntnisse liefern, ohne jedoch die notwendigen Mengen an Staub mitzubringen. Ein wichtiges Indiz fĂŒr die Theorie lieferte dann 2019 die Analyse von 3,3 Milliarden Jahren alten Gesteinen in SĂŒdafrika, in der organische MolekĂŒle aus dem Weltall gefunden wurden.
Hayabusa 2 bringt unbeeinflusstes Gestein mit
Aber mit der Probe von Hayabusa 2 [3] wurde nun erstmals Material untersucht, das nicht von Sonnenlicht, dem Eintritt in die AtmosphÀre und dem Aufschlag auf die Erde beeinflusst wurde. Denn die japanische Mission sammelte bei ihrem Asteroiden-Besuch Staub ein, der seit mehreren Milliarden Jahren unter der OberflÀche des Himmelskörpers geruht hat.
Nach einer ersten Probenentnahme von der OberflĂ€che schoss die Sonde ein Projektil in den Asteroiden, um einen Krater zu bilden und bisher abgedecktes Material freizulegen. Danach landete die Sonde erneut, sammelte ein paar Gramm Asteroidengestein ein und brachte ihre wertvolle Fracht gut verschlossen in einer Kapsel zur Erde zurĂŒck.
(Bild:Â JAXA)
Untersuchungen des Staubs des Asteroiden
Bei ersten Untersuchungen fanden sich bereits Spuren von Wasser und organischen MolekĂŒlen. Eine genauere Analyse durch zwei Teams japanischer UniversitĂ€ten identifizierte nun noch mehr prĂ€biotische organische Verbindungen, darunter AminosĂ€uren und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die dem Erdöl Ă€hneln. DarĂŒber hinaus fanden sich auch Stickstoffverbindungen.
In weiteren Tests wollen die Wissenschaftler mehr Erkenntnisse ĂŒber die Entstehung und Zusammensetzung von Ryugu gewinnen. Und das ist nicht das Ende fĂŒr die Forscher von Sternenstaub: Bald wird die Wissenschaft eine Gesteinsprobe von einem anderen Himmelskörper in Augenschein nehmen können. Voriges Jahr erreichte die Sonde OSIRIS-Rex der amerikanischen Weltraumbehörde NASA [5] einen Asteroiden namens Bennu. Das Raumschiff wird 2023 zurĂŒckerwartet â mitsamt neuer Proben.
(jle [6])
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[1] https://www.heise.de/hintergrund/Hayabusa-2-Ein-Bremer-fuer-Japans-Raumfahrtprogramm-4985019.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Post-aus-Japan-Nippons-sympathische-Mondmission-2616871.html
[3] https://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/
[4] https://www.heise.de/tr/thema/Post-aus-Japan
[5] https://www.heise.de/news/NASA-Sonde-Osiris-Rex-mit-Asteroiden-Probe-an-Bord-soll-Rueckflug-antreten-6042034.html
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