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Mars: Spuren eines einstigen planetenumspannenden Grundwassersystems

Martin Holland
Mars: Spuren eines einstigen, planetenumspannenden Systems von Grundwasser

Hinweise auf ehemaliges Wasser an der OberflÀche

(Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS)

Auf Satellitenbildern des Mars haben Forscher Spuren eines ganzen Systems von Grundwasser gefunden. Zutaten fĂŒr die Entstehung des Lebens gab es auch.

Dank der ESA-Sonde Mars Express haben Wissenschaftler erstmals geologische Hinweise auf ein ehemaliges System von Seen unter der OberflĂ€che des Mars gefunden. Wie die EuropĂ€ische Weltraumagentur erklĂ€rt, umspannte dieses Grundwassersystem einst den gesamten Planeten. Spuren davon fanden die Forscher demnach am Boden einer ganzen Reihe von Kratern weit unter der kĂŒnstlichen, anhand anderer Merkmale festgelegten "Meereshöhe" des lĂ€ngst ausgetrockneten Roten Planeten.

Die Spuren der einstigen Seen.

Die Spuren der einstigen Seen.

(Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS; Diagram adapted from F. Salese et al. (2019))

In verschiedenen Missionen waren bereits Hinweise darauf gefunden worden, dass der Mars einst eine wasserreiche Welt war, erklÀrt Studienleiter Francesco Salese von der UniversitÀt Utrecht [1]. Aber als das Klima des Planeten sich geÀndert habe, sei dieses unter die OberflÀche gesickert und habe ein System von kleinen Seen und viel Grundwasser gebildet. Nach den Spuren dieses Wassers [2] hÀtten die Forscher in 24 tiefen Kratern gefahndet, die von Mars Express aus dem Marsorbit heraus abgelichtet worden waren. Alle Krater liegen mehr als 4000 Meter unter der "Meeresehöhe" des Mars.

Am Boden der untersuchten Krater seien sie fĂŒndig geworden und hĂ€tten die gesuchten Spuren entdeckt, heißt es in der Analyse, die im Journal of Geophysical Research veröffentlicht wurde. Die nachgewiesenen Formen und Strukturen hĂ€tten sich nur durch Wasser bilden können, erklĂ€ren die Forscher. Vor rund 3,5 Milliarden Jahren stellten diese Seen also jene Bereiche dar, an denen unter der OberflĂ€che ĂŒberdauerndes Wasser an die OberflĂ€che getreten war. Die Höhe des Wasserspiegels passt demnach aber auch zu jenem einstigen Ozean [3], den Wissenschaftler bereits beschrieben haben. Der könnte zur gleichen Zeit noch existiert haben.

NASA/MGS/MOLA; Crater distribution: F. Salese et al (2019)

Verteilung der einstigen Wasservorkommen (rote Punkte)

(Bild: NASA/MGS/MOLA; Crater distribution: F. Salese et al (2019) )

In fĂŒnf der untersuchten Krater haben die Wissenschaftler außerdem Spuren von Mineralien gefunden, die auf der Erde mit der Entstehung des Lebens in Zusammenhang stehen. Das sei ein weiterer Hinweis darauf, dass auf dem Roten Planeten einst ZustĂ€nde herrschten, in denen alle Zutaten fĂŒr die Entstehung des Lebens vorlagen, wie wir es von der Erde kennen. Unter der OberflĂ€che könnten also weitere Spuren ĂŒberdauert haben. Das könne durch kĂŒnftige Mars-Missionen nĂ€her erforscht werden. (mho [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4323762

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Mars_Express/First_evidence_of_planet-wide_groundwater_system_on_Mars
[2] https://www.heise.de/news/Ueberraschung-auf-dem-Mars-Forscher-finden-unterirdischen-See-4120565.html
[3] https://www.heise.de/news/Hinweise-auf-zwei-Mega-Tsunamis-auf-dem-Mars-gefunden-3211793.html
[4] mailto:mho@heise.de