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Pilze statt Plastik

Joseph Scheppach
Pilze statt Plastik

Veganes Leder aus Pilzmyzel: Das kalifornische Start-up MycoWorks bietet Alternativen zu tierischem Leder an.

(Bild: Mycoworks)

Aus Pflanzen hergestelltes Bioplastik ist nicht so umweltfreundlich wie hÀufig behauptet. Es gibt aber Alternativen.

Ob Einweggeschirr, MĂŒllbeutel oder Kapseln fĂŒr die Espressomaschine: Etwa ein Drittel der Kunststoffe in Europa ist bereits bio. Tendenz steigend. Bis 2021, so eine Marktstudie, wird sich die weltweite Bioplastik-Produktion um 50 Prozent auf 6,1 Mio. Tonnen erhöhen. Doch das klingt besser, als es ist: Biokunststoffe sind nicht unbedingt umweltvertrĂ€glicher als die herkömmlichen Pendants.

"Über den gesamten Lebensweg betrachtet, schneiden Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zurzeit nicht besser ab als konventionelle Kunststoffe aus fossilen Rohstoffen", sagt Petra Weißhaupt vom Fachgebiet Produktverantwortung des Umweltbundesamts. "Dies trifft insbesondere dann zu, wenn neben CO2-Emissionen weitere Umweltauswirkungen wie der FlĂ€chenbedarf bewertet werden."

Pilze statt Plastik

Barhocker mit einer SitzflÀche aus Pilzmyzel - eine Kreation des US-Forschers Phil Ross.

(Bild: Sarah Rice/Redux/Laif)

Wo zum Beispiel Mais oder Zuckerrohr fĂŒr Bioplastik angebaut werde, fehle FlĂ€che fĂŒr andere Nahrungsmittel. "FĂŒr den Anbau der fĂŒr die Herstellung von Biokunststoffen verwendeten Biomasse werden weniger als 0,02 Prozent der fĂŒnf Milliarden Hektar weltweiten LandwirtschaftsflĂ€che genutzt. Auch bei steigendem Marktvolumen der Biokunststoffe in den kommenden Jahren wird sich der Landnutzungsanteil nicht wesentlich erhöhen", widerspricht Katrin Schwede, Sprecherin von European Bioplastics, dem Verband der Biokunststoff-Hersteller. Hinzu kĂ€me, dass zum Beispiel von einer Zuckerrohrpflanze nur der "Rest" verwendet wĂŒrde, also der Teil der Pflanze, der nicht der ErnĂ€hrung diene.


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