zurück zum Artikel

Podcast Die Hupe: Ein Tesla am Ende und die Nachlese der EICMA

Clemens Gleich
Collage von MotorrÀdern der EICMA

(Bild: Hersteller)

Der Jahrgang 2025 der Messe EICMA bringt eine vielversprechende Ernte, in der vor allem wieder interessante V-Motoren aufspielen. Und: Sebastians Tesla lÀuft.

Die Automessen stehen derzeit ganz im Zeichen krasser Ladeleistungen. Die diesjĂ€hrige Motorradmesse EICMA dagegen steht im Zeichen krasser V-Motorenkonzepte. Ganz vorne dabei als wahrscheinlich schrĂ€gste und interessanteste Messeneuheit: die Honda V3R 900 E-Compressor. Honda hat im Prinzip ihr im vergangenen Jahr vorgestelltes Konzept eines V3-Motors in einen Prototypen umgesetzt, der so seriennah aussieht, dass man von konkreten ProduktplĂ€nen ausgehen muss. Wann gab es jemals einen V3-Motor straßenzugelassen in Serie? Mir fĂ€llt nur Hondas NS 400 R aus den Achtzigern ein. Die neue V3R ist allerdings weder Racing-Replica noch Zweitakter, sondern ein bulliges Viertakter-Naked. Beim Drehmoment soll ein elektrischer Kompressor helfen – ebenfalls etwas, das es so noch nicht gab. Passend dazu experimentiert MV Agusta mit einem V5 und Suzuki bringt den vielgeliebten V2 aus der SV in einem Tallrounder zurĂŒck.

V3, elektrischer Kompressor, aber das Beste daran: Es sieht schon sehr seriennah aus.

(Bild: Honda)

Bei den elektrischen Antrieben gibt es gute Neuigkeiten fĂŒr Großrollerfreunde: Zero Motorcycles hat sich endlich mit einem eigenen Großroller vorgewagt, dem Zero LS1 [1]. Er bringt die bei E-Großrollern leider selten gebliebenen Features ABS und Traktionskontrolle, soll ab 5183 Euro kosten und Zeros Erfahrung ist eine gute Grundlage dafĂŒr, Clemens‘ Test-Streak „warum gibt es fast nur grottige E-Großroller?“ zu durchbrechen. Apropos grottig: Die Harley-Tochter Livewire bringt ebenfalls einen Großroller, allerdings sieht der nicht danach aus, als wĂŒrde Livewire damit eine Verlangsamung ihrer massiven Geldverbrennung erreichen können. Das Kooperationsmodell mit Kymco zielt auf den Premiummarkt und baut auf der Arrow-Plattform auf. Deshalb fehlen Großroller-Pragmatika wie Stauraum oder Durchstieg. Dann lieber die Livewire Honcho, ein kleines Spaß-Bike Ă  la Honda Monkey oder Grom.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Podigee GmbH) ĂŒbermittelt werden. Mehr dazu in unserer DatenschutzerklĂ€rung [2].

Was dazu sagen? Sprechen Sie auf unseren Whatsapp-Anrufbeantworter: +49 2694 3190211

Jede Saga muss enden, damit sie weitererzĂ€hlt werden kann. Das Ende der Tesla-Saga ist kein Happy End, sondern so zweischneidig und vielschichtig, wie es in lebensgeschriebenen Sagas eben ist. Sebastians Model 3 fĂ€hrt wieder, der Fehler ist wohl behoben. Das ist die gute Nachricht. Grund fĂŒr die KomplettausfĂ€lle war wohl ein Adapter fĂŒr einen dieser automatischen Fahrtenbuchschreiber, wie sie bei gewerblichen Fahrzeugen ĂŒblich sind. Das bedeutet: Sebastian muss die Werkstatt selbst bezahlen. Das ist die schlechte Nachricht. Obwohl man sagen könnte „haja, selber schuld“, ist es dennoch kein vertrauenserweckendes Zeichen, wenn ein GerĂ€t ĂŒber die OBD-Schnittstelle das komplette Auto bricken kann. Bei BMW oder Hyundai unbekannt. Auch der Kundenservice wird Sebastian in schlechter Erinnerung bleiben, sodass trotz des Eigenbeitrags klar bleibt: „Auf dem nĂ€chsten Auto wird nicht ‚Tesla‘ stehen.“

Er fÀhrt wieder und das Problem war selbstverschuldet. Es bleibt jedoch ein insgesamt schaler Nachgeschmack in der Tesla-Kundenerfahrung.

(Bild: Sebastian Bauer)

WĂ€hrend Sebastian im Model 3 ĂŒber Schuld und SĂŒhne sinnierte, fuhr Clemens einen Kia EV6 GT [6]. Porsches Ingenieure lobten unlĂ€ngst ĂŒberschwenglich den Hyundai Ioniq 5 N, das Schwestermodell des Kia. Diese Autos machen nĂ€mlich einfach Spaß – gerade Leuten, die hochdrehende Saugmotoren lieben. Ausgerechnet das Playstation-Feature mit den simulierten GĂ€ngen hat Clemens jedoch nicht ausprobiert, der alte Gadget-Muffel. Das muss er beim nĂ€chsten Mal nachholen. Aber vom Rest ist er sehr angetan.

(cgl [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11094146

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Elektro-Roller-Zero-LS1-Guenstiger-Einstieg-11080715.html
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://diehupe-podcast.de/
[4] https://open.spotify.com/show/1JcMcmzmYx4gtYugz9Er8o
[5] https://podcasts.apple.com/de/podcast/die-hupe-auto-und-motorrad-nerdcast/id1455970880
[6] https://www.heise.de/tests/Frisst-Strom-Reifen-und-Kilometer-Elektroauto-Kia-EV6-GT-im-Test-10624050.html
[7] mailto:cgl@ct.de