AMD Bristol Ridge: Mehr Performance fĂŒr Mobilprozessoren
Computex
Christian Hirsch
Der Chiphersteller AMD bringt vor dem Wechsel zur neuen Zen-Architektur noch einmal leicht ĂŒberarbeitete Kombiprozessoren fĂŒr MobilgerĂ€te mit verbesserten Stromsparmechanismen.
Die nach AMD-ZĂ€hlweise siebte Generation der Serie-A-Prozessoren geht wie die VorgĂ€nger Kaveri und Carrizo mit 28 nm StrukturgröĂe an den Start. Die Entwickler haben bei Bristol Ridge ihren Fokus auf Mobilvarianten mit 15 und 35 Watt Thermal Design Power gerichtet und deshalb statt auf maximale Performance auf einen geringen Energiebedarf optimiert. Beim Abspielen von Full-HD-Videos soll der Prozessor beispielsweise neun Prozent weniger Strom schlucken. Zudem steuert der Speicher-Controller auĂer DDR3- nun alternativ auch DDR4-RAM an. Laut AMD bringt das aber lediglich fĂŒr die integrierte Radeon-Grafikeinheit Geschwindigkeitsvorteile.
ZunÀchst gibt es Bristol Ridge nur zum Einlöten in MobilgerÀte.
(Bild:Â AMD)
Dank Verbesserungen beim Herstellungsprozess durch den Auftragsfertiger Globalfoundries und zusĂ€tzlicher Energiesparmechanismen verspricht AMD beim 15-Watt-Vierkerner FX 9800P einen Performance-Zuwachs bei der GPU von bis zu 37 Prozent und bei den CPU-Kernen von bis zu 12 Prozent im Vergleich zum VorgĂ€nger FX-8800P [1]. Der Nominaltakt hat mit 2,7 statt 2,1 GHz deutlich zugelegt (28 Prozent), der Turbo-Takt legt mit 3,6 statt 3,4 GHz jedoch nur geringfĂŒgig zu (6 Prozent).
Der Aufbau eines Bristol-Ridge-Dies entspricht nahezu 1:1 dem eines Carrizo-Chips: Es besteht aus zwei Excavator-Modulen mit je zwei Kernen, wobei Letztere sich 1 MByte L2-Cache teilen. Die Radeon-GPU besteht aus maximal acht Blöcken mit insgesamt 512 Shadern der GCN-1.2-Architektur. Videoeinheiten entlasten die CPU-Kerne bei Aufnahme (H.264) und Wiedergabe (H.264, H.265/HEVC) von 4K-Material. Die Funktionen des Chipsatzes wie SATA 6G, USB 3.0 und PCIe 3.0 stecken ebenfalls im Prozessor.
Strom sparen
Um die TaktzuwÀchse zu erreichen, hat AMD Bristol Ridge einige neue Stromsparfunktionen spendiert. Statt einer einheitlichen Kennlinie von Spannung und Frequenz ermittelt jede CPU durch mehrere integrierte Sensoren dank Adaptive Voltage & Frequency Scaling (AVFS) selbst ihre optimalen Arbeitspunkte. Damit lassen sich Schwankungen der FertigungsqualitÀt, der Spannungsversorgung und der Eigenschaften des Prozessor-Package besser ausgleichen. Chips mit besserer QualitÀt kommen bei gleicher Taktfrequenz deshalb mit etwas weniger Spannung aus und können hÀufiger in einer höheren Turbostufe schalten.
Zudem bezieht der Prozessor die OberflĂ€chentemperatur des Notebooks in die Steuerung der Taktfrequenzen ein, wenn der GerĂ€tehersteller entsprechende Sensoren verbaut hat. Die CPU kann dadurch lĂ€nger in hohen Taktstufen verweilen, solang die Temperatur fĂŒr die Haut noch im grĂŒnen Bereich ist. Bei jedem Start prĂŒft der Prozessor zudem die StabilitĂ€t der Spannungsversorgung. Unnötig hohe SpannungszuschlĂ€ge, um eventuelle EinbrĂŒche abzufangen, lassen sich somit vermeiden. Als positiven Nebeneffekt lĂ€sst sich damit zu einem gewissen Grad die Alterung von Bauteilen ausgleichen.
Im Convertible HP Envy x360 steckt ein FX 9800P.
(Bild:Â AMD)
HP Envy x360
Zu den Neuheiten mit FX 9800P zĂ€hlt das 15,6â-Convertible Envy x360 von HP mit bis zu 10 Stunden Laufzeit, optionaler 4K-Auflösung und 2,2 kg Gewicht. FĂŒr preiswerte GerĂ€te eignen sich die Prozessoren der Serie A9, A6 und E2, die auch als âStoney Ridgeâ bezeichnet werden. Sie haben nur einen Speicherkanal. Auf den Webseiten von Acer und HP sind noch weitere Bristol-Ridge- und Stoney-Ridge-Notebooks [2] aufgetaucht.
Bristol-Ridge-Prozessoren mit der Fassung AM4 fĂŒr Desktop-Rechner [3] erscheinen erst gegen Ende des Jahres zusammen mit den High-End-Prozessoren Summit Ridge mit Zen-Architektur. Das hat AMD bereits Anfang des Jahres auf der CES bekannt gegeben.
AMD-Kombiprozessoren der siebten Generation fĂŒr Notebooks
Prozessor
Kerne / L2-Cache
Taktfrequenz / Turbo
TDP / cTDP
Grafik
"Bristol Ridge" mit Excavator-Modulen, 28 nm
FX 9830P
4 / 2 MByte
3,0 / 3,7 GHz
35 W / 25-45 W
Radeon R7 (8 CU)
FX 9800P
4 / 2 MByte
2,7 / 3,6 GHz
15 W / 12-15 W
Radeon R7 (8 CU)
A12-9730P
4 / 2 MByte
2,8 / 3,5 GHz
35 W / 25-45 W
Radeon R7 (6 CU)
A12-9700P
4 / 2 MByte
2,5 / 3,4 GHz
15 W / 12-15 W
Radeon R7 (6 CU)
A10-9630P
4 / 2 MByte
2,6 / 3,3 GHz
35 W / 25-45 W
Radeon R5 (6 CU)
A10-9600P
4 / 2 MByte
2,4 / 3,3 GHz
15 W / 12-15 W
Radeon R5 (6 CU)
"Stoney Ridge" mit einem Excavator-Modul, 28 nm
A9-9410
2 / 1 MByte
2,9 / 3,5 GHz
15 W / 10-25 W
Radeon R5 (3 CU)
A6-9210
2 / 1 MByte
2,4 / 2,8 GHz
15 W / 10-15 W
Radeon R4 (3 CU)
E2-9010
2 / 1 MByte
2,0 / 2,2 GHz
15 W / 10-15 W
Radeon R2 (2 CU)
CU: Compute Unit, TDP: Thermal Design Power, cTDP: configurable TDP