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Accenture darf doch IT-Infrastruktur fĂŒr US-Grenzsicherung liefern

JĂŒrgen Kuri

Das US-ReprĂ€sentantenhaus lehnte AntrĂ€ge ab, die eine Auftragsvergabe fĂŒr die IT-Infrastruktur bei der US-Grenzsicherung an Accenture verhindert hĂ€tten. Die Demokraten scheiterten mit dem Versuch, den Deal zum Wahlkampfthema zu machen.

HĂŒ und hott beim Aufbau der IT-Infrastruktur fĂŒr die US-Grenzsicherung: Das US-ReprĂ€sentantenhaus hat AntrĂ€ge auf GesetzeszusĂ€tze abgelehnt, die eine Auftragsvergabe an Accenture verhindert hĂ€tten.

Das US-amerikanische Department of Homeland Security (DHS [1]) hatte den IT-Dienstleister Accenture beauftragt, die IT fĂŒr die Sicherung der US-Grenzen aufzubauen. Im Rahmen des Programms US-VISIT [2] soll Accenture in den kommenden fĂŒnf Jahren und optional fĂŒnf weiteren Jahren ein neues Überwachungssystem fĂŒr die 400 GrenzĂŒbergangsstellen der USA an Land, in HĂ€fen und in FlughĂ€fen entwickeln. Dabei sollen die Daten auslĂ€ndischer Besucher festgehalten werden, einschließlich digitalisierter FingerabdrĂŒcke und Portraitfotos.

Obwohl mit der Auftragsvergabe eigentlich alles klar schien, schoss der fĂŒr die Genehmigung der Haushaltsmittel zustĂ€ndige Ausschuss des ReprĂ€sentantenhaus quer: Er beschloss einen Zusatz [3] zum Haushalt, nach der das Department of Homeland Security keine AuftrĂ€ge an Firmen vergeben dĂŒrfte, die außerhalb der USA ihren Firmensitz haben. Das hĂ€tte Accenture das GeschĂ€ft verdorben: Die Firma hat ihren Hauptsitz auf den Bermudas. Die Zuversicht von Accenture, den Auftrag trotz der BeschlĂŒsse des Ausschusses zu erhalten, erhielten dann bereits am Mittwoch dieser Woche Auftrieb. Das von den Republikanern dominierte ReprĂ€sentantenhaus verwarf den Beschluss der Kollegen aus dem Ausschuss -- der ĂŒbrigens ebenfalls von dem Republikanern dominiert wird.

Nun scheiterte auch ein zweiter Versuch, das GeschĂ€ft mit der IT-Infrastruktur fĂŒr US-VISIT Accenture wegzunehmen. Die Demokraten hatten geglaubt, der Deal könnte ein mögliches Wahlkampfthema abgeben -- sie stellten in den Verhandlungen ĂŒber den Haushalt des Department of Homeland Security den Antrag, dass die Regierung angesichts Haushaltsdefizit und der Tatsache, das sich das Land im Krieg befinde, keine AuftrĂ€ge an eine Firma vergeben solle, die ihre US-Steuerzahlungen durch Offshore-Operationen senke. Damit scheiterten sie am Freitag im ReprĂ€sentantenhaus aber ebenfalls: Die republikanische Mehrheit verwarf den Antrag -- Accenture sei am Besten fĂŒr die Aufgabe geeignet. Außerdem wĂŒrde es gerade ArbeitsplĂ€tze in den USA kosten und das Projekt zur Absicherung der Grenzen mit IT-Technik weiter verzögern, wenn man den Auftrag nun neu vergeben mĂŒsse. Zudem sei der Auftrag an die US-Tochter von Accenture gegangen, die in den USA ganz normal Steuern zahle.

So dĂŒrfte Accenture das GeschĂ€ft mit der IT-Infrastruktur fĂŒr US-VISIT fest in der Tasche haben -- und die Demokraten sind mit dem Versuch gescheitert, ihrem in letzter Zeit ausgerechnet angesichts recht herber RĂŒckschlĂ€ge fĂŒr die Bush-Regierung glĂŒck - und farblos operierenden Kandidaten John Kerry Wahlkampfmunition zu liefern.

Zu US-VISIT siehe auch in Telepolis: (jk [4])


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[2] http://www.dhs.gov/dhspublic/interapp/content_multi_image/content_multi_image_0006.xml
[3] https://www.heise.de/news/Streit-um-Auftrag-fuer-Accenture-zur-US-Grenzsicherung-99871.html
[4] mailto:jk@heise.de
[5] http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/17496/1.html
[6] http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/17560/1.html