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AktionÀre verklagen Telekom wegen T-Online-Eingliederung

Torge Löding

AktionĂ€rsschĂŒtzer argumentieren, dass sich die Telekom mit der Verschmelzung einen "sachwidrigen Sondervorteil" verschaffe, indem sie T-Online als potenziellen Wettbewerber bei der Internet-Telefonie ausschalte.

Mit zwei Anfechtungsklagen wehren sich AktionĂ€re gegen die Wiedereingliederung [1] von T-Online [2] in den Telekom [3]-Konzern. In einer Mitteilung erklĂ€rt der mit den Klagen beauftragte Anwalt Peter Dreier [4], er sei optimistisch, dass das Gericht die Erfolgsaussichten der von ihm vorgebrachten Klagen positiv einschĂ€tzen werde. Das wĂŒrde die Chancen der Telekom verringern, mit einem Antrag auf Sofortvollzug die Verschmelzung noch in den nĂ€chsten Monaten umzusetzen.

Dreier klagt im Auftrag der Deutschen Schutzvereinigung fĂŒr Wertpapierbesitz (DSW), andere AktionĂ€rsschutzvereine wie der Verein zur Förderung der AktionĂ€rsdemokratie (VFA) planen Ă€hnliches. Die VerbĂ€nde argumentieren, dass sich die Telekom mit der Verschmelzung einen "sachwidrigen Sondervorteil" verschaffe, indem sie T-Online als potenziellen Wettbewerber bei der Internet-Telefonie ausschalte.

Da in Zukunft zunehmend fast kostenlos ĂŒber das Internet telefoniert werden könne, werde das FestnetzgeschĂ€ft Telekom AG bald keine Gewinne mehr erwirtschaften, sagt Dreier. Der Konzern sichere sich durch diese Maßnahme die eigene ÜberlebensfĂ€higkeit. Der Anlegeranwalt moniert aber auch die Haltung des T-Online-Vorstandes: "Der T-Online-Vorstand hĂ€tte der Verschmelzung niemals zustimmen dĂŒrfen. Er ist Vorstand aller AktionĂ€re und nicht nur Vorstand des HauptaktionĂ€rs." (tol [5])


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[1] https://www.heise.de/news/Trotz-Anlegerprotesten-Telekom-schluckt-T-Online-157731.html
[2] http://www.t-online.de
[3] http://www.telekom.de
[4] http://www.ra-dreier.de
[5] mailto:tol@heise.de