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Alphabet: Googles mobile Suchmaschine treibt den Umsatz

Daniel AJ Sokolov
Graffiti

(Bild: Chris Sobczak CC BY 2.0)

WĂ€hrend einzelne Werbeklicks immer weniger einbringen, kann Google die Zahl der Klicks krĂ€ftig steigern. Das bescherte Alphabet 22 Prozent mehr Umsatz, den höchsten Reingewinn der Konzerngeschichte und neue HöhenflĂŒge der Aktienkurse.

Die Google-Mutter Alphabet hat im ersten Quartal 2017 24,75 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das sind 22 Prozent mehr als ein Jahr davor [1]. Der Betriebsgewinn stieg parallel um 23 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar, der Reingewinn um ebenfalls 23 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Es ist der zweithöchste Quartalsumsatz und der höchste Quartalsreingewinn der Konzerngeschichte. Die Alphabet-Aktien legten Donnerstagabend nach Bekanntgabe der Zahlen [2] um rund vier Prozent zu und durchbrachen dabei erstmals die 900-Dollar-Marke.

UnverĂ€ndert stammt der Umsatz fast ausschließlich von Google. "Sonstige Wetten" haben vergleichsweise bescheidene 244 Millionen Dollar (+48%) beigesteuert, darunter Google Fiber. Gleichzeitig haben die Sonstigen Wetten 855 Millionen Dollar Betriebsverlust (+10%) gemacht. Diese Kennzahl profitierte davon, dass Google Fiber die AusbauplĂ€ne im Herbst auf Eis gelegt [3] hat.

Q1/2016 (inkl. Berichtigungen)
Q1/2017
Alphabets Umsatz 20,257 Mrd. USD 24,750 Mrd. USD
davon Google 20,092 Mrd. USD 24,506 Mrd. USD
Alphabets Betriebsgewinn 5,342 Mrd. USD 6,568 Mrd. USD
davon Google 6,245 Mrd. USD 7,598 Mrd. USD
Alphabets Reingewinn 4,207 Mrd. USD 5,426 Mrd. USD

In der Folge wurden Mitarbeiter von Google Fiber zu Google versetzt. Das hat Kosten bei den Sonstigen Wetten reduziert und auch den Personalzuwachs des Gesamtkonzerns gebremst, der zum 31. MÀrz knapp 74.000 Personen beschÀftigte (+15%).

Google setzte mit dem Verkauf von ReklameplĂ€tzen 21,41 Milliarden Dollar um (+19%) und konnte andere UmsĂ€tze um fast die HĂ€lfte auf 3,1 Milliarden Dollar steigern. Hier wirkt sich unter anderem Googles verstĂ€rktes Engagement bei eigener Hardware aus. Von den Werbeeinnahmen schĂŒttete Google 22 Prozent oder 4,6 Milliarden Dollar als Umsatzbeteiligung an Vertriebspartner und Betreiber von Webseiten und Apps aus. Dieser Anteil hat sich im Jahresabstand nur Marginal verĂ€ndert.

Gleich um 19 Prozent gefallen sind aber die durchschnittlich je Klick auf Werbung erzielten Einnahmen (Cost per Click). Doch das konnte Google durch eine heftige Steigerung der Klickrate (+44%) mehr als Wettmachen. Vor allem im Umfeld der fĂŒr mobile EndgerĂ€te gedachten Suchmaske haben die Werbeklicks deutlich zugenommen, wie Alphabets Finanzchefin Ruth Porat in der ĂŒblichen Telefonkonferenz [4] mit Finanzanalysten wissen lies.

Google-Chef Sundar Pichai

Google-Chef Sundar Pichai

(Bild: dpa, John G. Mabanglo)

Google-Chef Sundar Pichai zeigte sich dabei optimistisch, dass das WerbegeschĂ€ft weiter wachsen wird. Viele Firmen in aller Welt wĂŒrden gerade erst damit beginnen, Googles Werbeplattformen zu nutzen. Und beispielsweise Youtube erfreue sich regen Zulaufs: "Menschen rund um die Erde schauen mehr Inhalte auf Youtube als je zuvor", sagte Pichai, "TĂ€glich schauen die User mehr als eine Milliarde Stunden auf Youtube."

In fĂŒnf US-StĂ€dten gibt es zudem seit kurzem Youtube TV [5]. Mit diesem Dienst kann, Ă€hnlich wie bei Kabel-TV, gegen eine monatliche GebĂŒhr Live-TV gestreamt und auch aufgezeichnet werden. Youtube TV erlaubt es in der Regel nicht, bei den Aufzeichnungen in Werbepausen vorzuspulen.

Doch ganz auf Werbung verlassen möchte sich Pichai nicht. Er investiert Googles Werbeerlöse insbesondere in die Entwicklung von Clouddiensten fĂŒr Unternehmen, aber auch in eigene Hardware. "Chromebooks werden inzwischen von ĂŒber 20 Millionen Lehrenden und Lernenden verwendet", freute sich der Manager.

Mit diesem Quartalsbericht hat Alphabet die Berichterstattung ĂŒber die geographische Verteilung der UmsĂ€tze umgestellt. Fortan gibt es vier Regionen: USA (+25% auf 11,77 Milliarden Dollar), EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika; +13% auf 8,09 Milliarden), APAC (Asien und Ozeanien; +29% auf 3,62 Milliarden) sowie Sonstige LĂ€nder Amerikas (Kanada, Karibik, Lateinamerika; +34% auf 1,27 Milliarden).

Bislang hatte der Konzern lediglich zwei LĂ€nder, nĂ€mlich die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, vom Rest der Welt getrennt. Nun ist erstmals ersichtlich, dass die EMEA-Region das geringste Wachstum der vier Teilgebiete aufweist. Und gut ein Viertel (zwei Milliarden Dollar) des EMEA-Umsatzes stammen dabei aus Großbritannien, wo das Wachstum nach Umrechnung in US-Dollar nur fĂŒnf Prozent ausmachte. (ds [6])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Google-Finanzen-rauf-Alphabet-Aktie-runter-3180468.html
[2] https://abc.xyz/investor/news/earnings/2017/Q1_alphabet_earnings/
[3] https://www.heise.de/news/Google-Fiber-Glasfaserausbau-gestoppt-Chef-gegangen-3369858.html
[4] https://www.youtube.com/watch?v=EKxdRzt0TzU
[5] https://www.heise.de/news/Youtube-bringt-Abo-fuer-Live-TV-3639568.html
[6] mailto:ds@heise.de