Amazon One: Die Hand als "Kreditkarte"
(Bild: Amazon)
Amazon One authentifiziert Zahlungen in GeschÀften kontaktlos mit der HandinnenflÀche.
Der Online-HĂ€ndler Amazon hat mit Amazon One eine kontaktlose Bezahltechnik entwickelt, bei der die Authentifizierung ĂŒber die HandflĂ€che erfolgt. Ein spezielles LesegerĂ€t an der Ladenkasse erkennt die individuellen Eigenschaften der HandinnenflĂ€che und löst die Bezahlung ĂŒber eine im System hinterlegte Kreditkarte des KĂ€ufers aus. Amazon One soll sich auĂerdem zur Zugangsberechtigung beispielsweise fĂŒr Veranstaltungen wie Konzerte sowie BĂŒros eignen.
ZunĂ€chst setzt Amazon das Bezahlsystem in zwei seiner hauseigenen Amazon-Go-LebensmittellĂ€den [1] am US-Firmensitz in Seattle ein, wie Amazon am Dienstag in einem Blog-Beitrag mitteilte [2]. Die Go-SupermĂ€rkte kommen ohne eine Kasse aus. Beim Betreten des GeschĂ€ftes muss sich der Kunde ĂŒber ein Amazon-Konto identifizieren. Die Lebensmittel im Einkaufswagen werden ĂŒber Kameras und Sensoren erfasst und der Preis des Warenkorbs berechnet. Die Bezahlung erfolgt dann automatisch beim Verlassen des Go-Marktes ĂŒber das Amazon-Konto. Nach Darstellung von Amazon werde ein solches Konto bei der Bezahlung mit Amazon One nicht mehr zwingend benötigt.
Registrierung
Der Kunde registriert sich zunĂ€chst einmalig ĂŒber das Amazon One LesegerĂ€t. Dabei werden je nach Wunsch eine oder beide HandinnenflĂ€chen gescannt, in eine digitale Signatur umgewandelt, mit der im Scanner eingesteckten Kreditkarte verknĂŒpft und verschlĂŒsselt auf Amazon-Servern gesichert. Auf dem LesegerĂ€t selbst werden keine Daten gespeichert, versichert Amazon. Der Kunde hat dann die Wahl, ob er eine Telefonnummer oder doch lieber ein Amazon-Konto hinterlegen möchte. Der Registrierprozess soll innerhalb einer Minute abgeschlossen sein. Fortan kann der Kunde sich beim Betreten des Go-Ladens identifizieren, indem er seine HandinnenflĂ€che ĂŒber das LesegerĂ€t hĂ€lt. Die Bezahlung der Waren erfolgt dann wie bisher automatisch beim Verlassen des GeschĂ€fts.
Wer Amazon One nicht mehr benutzen und seine biometrischen HandinnenflĂ€chendaten löschen möchte, kann dies entweder ĂŒber sein im System hinterlegtes Amazon-Konto oder aber ĂŒber ein Amazon One Online-Kundenportal [3] erledigen. Ăber das Amazon-Konto können dann auch die Rechnungen eingesehen werden.
Biometrische Handmerkmale
Amazon One nutzt bei dem Authentifizierungsverfahren ĂŒber die Hand den Umstand aus, dass die HandinnenflĂ€che jedes Menschen ein einmaliges Muster Ă€hnlich der eines Fingerabdruckes aufweist. Offenbar berĂŒcksichtigt das System dabei nicht nur die Handlinien, sondern noch weitere, tiefergehende Merkmale der Hand wie beispielsweise Venen und Knochen. Amazon hĂ€lt dieses Identifizierungsverfahren fĂŒr sicherer als HandabrĂŒcke, da mehr Merkmale berĂŒcksichtigt werden, heiĂt es von Amazon. AuĂerdem mĂŒsse die Authentifizierung per Hand bewusst ausgelöst werden, indem sie ĂŒber das LesegerĂ€t gehalten wird. Das LesegerĂ€t muss dabei nicht berĂŒhrt werden, was in Zeiten der Corona-Pandemie von Vorteil ist.
Amazon will Amazon One in den nĂ€chsten Monaten in weiteren Amazon-GeschĂ€ften zunĂ€chst als zusĂ€tzliche Option einfĂŒhren. Das System bietet Amazon auch anderen GeschĂ€ften zur kontaktlosen Bezahlung sowie Veranstaltern und Firmen zur Verwendung als Zugangskontrolle an.
(olb [5])
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[1] https://www.heise.de/news/Amazon-Go-groesser-Erster-kassenloser-Go-Grocery-in-Seattle-eroeffnet-4667589.html
[2] https://blog.aboutamazon.com/innovation/introducing-amazon-one-a-new-innovation-to-make-everyday-activities-effortless
[3] https://one.amazon.com
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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