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Amazon will Erlöse aus kommentierter Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf" spenden

Andreas Wilkens
Amazon will Erlöse aus kommentierter Ausgabe von Hitlers

(Bild: dpa)

Endes dieses Jahres laufen die Urheberrechte an Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" aus. Der Buchhandel geht unterschiedlich mit einer kommentierten Neuausgabe der Hetzschrift um.

Der Buchhandel hat unterschiedliche Wege gefunden, mit einer kommentierten Neuausgabe von Adolf Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" umzugehen. Der OnlinehĂ€ndler Amazon will Erlöse aus dem Verkauf der Edition, die das Institut fĂŒr Zeitgeschichte (IfZ) in MĂŒnchen im Januar veröffentlicht [1], fĂŒr gemeinnĂŒtzige Zwecke spenden, wie ein Sprecher sagte. Die Handelskette Thalia will das Buch nur "auf expliziten Kundenwunsch" bestellen, es aber nicht in den LĂ€den auslegen. Es sei "keine gesonderte PrĂ€sentation des Buchs vorgesehen", sagte eine Sprecherin.

Vom Konkurrenten Hugendubel hieß es nur: "GrundsĂ€tzlich können unsere Kunden alles bei uns beziehen, was nicht auf dem Index steht." Ob das Buch auch in den LĂ€den ausliegen wird, ließ die geschĂ€ftsfĂŒhrende Gesellschafterin Nina Hugendubel offen.

Ende dieses Jahres laufen die Urheberrechte an Hitlers Buch aus, mit denen der Freistaat Bayern als Rechtsnachfolger einen Nachdruck in Deutschland bislang verhinderte. Im Januar 2016 will das IfZ in MĂŒnchen eine fast 2000 Seiten starke, kritische Edition herausbringen, an der Wissenschaftler drei Jahre lang gearbeitet haben.

In ĂŒber 3500 Anmerkungen bringen sie Sachinformationen zu den dargestellten Personen und Ereignissen, erlĂ€utern zentrale ideologische Begriffe, legen Hitlers Quellen offen und erklĂ€ren ideengeschichtliche Wurzeln, wie das IfZ erlĂ€utert. Dazu haben die Wissenschaftler Hitlers Text in einen zeitgenössischen Kontext gebracht, korrigieren Fehler und einseitige Darstellungen, zeigen die Folgen des Textes auf und dokumentieren BeitrĂ€ge zur Grundlagenforschung.

Der Historiker Michael Brenner merkte an [2], im Zeitalter des Internets sei es ohnehin nicht zu verhindern, dass Hetzschriften verbreitet werden. Um so wichtiger sei eine historisch fundierte wissenschaftliche Ausgabe von "Mein Kampf". (mit Material der dpa) / (anw [3])


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https://www.heise.de/-3046890

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/themen/edition-mein-kampf/
[2] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/12908
[3] mailto:anw@heise.de