Apple lÀsst Telegram-Update durch

Telegram auf dem iPhone.
(Bild: Hersteller)
Nach zwei Monaten hat Apple eine Aktualisierung des Messengers im App Store endlich genehmigt â trotz gestiegenen Drucks aus Russland.
Apple hat zum Wochenende eine seit gut acht Wochen in der Warteschleife befindliche Aktualisierung des Messenger-Dienstes Telegram fĂŒr den iOS App Store genehmigt. Die neue Version 4.8.2 bietet laut Angaben des Herstellers "erhöhte StabilitĂ€t in schwachen Netzwerken", fixt aber auch diverse Bugs im Zusammenhang mit iOS 11.4. Zudem werden Anpassungen an die Datenschutzgrundverordnung der EU vorgenommen, die seit dem 25. Mai in Kraft ist.
Ăffentliche Beschwerde nach Update-Stopp
Zuvor hatte sich Telegram-Chef Pavel Durov öffentlich darĂŒber beschwert, dass Apple Updates seiner App seit Mitte April nicht mehr durchgelassen habe. Seit dieser Zeit besteht eine in Russland richterlich angeordnete Blockade [1] des Dienstes. In der letzten Woche hatte die Kommunikationsbehörde des Landes Apple zudem in einem Brief aufgefordert, die Auslieferung von Push-Nachrichten an russische Telegram-Nutzer zu unterbinden [2], was den Telegram schlecht nutzbar machen wĂŒrde. Das Unternehmen hatte sich zuvor geweigert, dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB Zugriff auf private Nachrichten zu geben.
Warum Apple das Telegram-Update der Version 4.8.2 [3] nun zugelassen hat, ist unklar. Apple hat sich bislang zu dem Fall noch nicht geĂ€uĂert. Telegram-Chef Durov teilte seine Freude gegenĂŒber Apple-CEO Tim Cook auf Twitter mit. "Danke Apple und Tim Cook, dass wir unsere jĂŒngste Version von Telegram an Millionen von Nutzern ausliefern können â trotz der jĂŒngsten RĂŒckschlĂ€ge."
Push-Nachrichten sollen blockiert werden
Ob Apple die Auslieferung von Telegram-Push-Nachrichten fĂŒr den russischen Markt stoppt â beziehungsweise das ĂŒberhaupt kann â bleibt unklar. Die Kommunikationsbehörde Roskomnadzor hatte dem Konzern einen Monat Zeit gegeben und auch nochmals betont, Apple dĂŒrfe Telegram Messenger nicht mehr durch den App Store vertreiben.
Apple gibt zumeist an, sich an örtliche Gesetze halten zu mĂŒssen. So hatte der Konzern in China unter anderem VPN-Apps aus dem App Store genommen [4], mit denen unzensiert gesurft werden konnte. Zuletzt wurden auf Regierungsanordnung Apps mit CallKit-FĂ€higkeit verboten [5]. Kritik gab es an Apple auĂerdem fĂŒr die Auslagerung seiner chinesischen iCloud-Infrastruktur nach China [6] â inklusive leichterer Zugriffsmöglichkeiten fĂŒr den Staat. (bsc [7])
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[1] https://www.heise.de/newsticker/meldung/Russland-Blockade-von-Telegram-angeordnet-ICQ-als-Alternative-4025043.html
[2] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Russland-Apple-soll-Telegram-blockieren-4060076.html
[3] https://itunes.apple.com/de/app/telegram-messenger/id686449807?mt=8
[4] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/App-Zensur-in-China-Kritik-an-Apple-wird-lauter-3918112.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apple-geht-gegen-CallKit-Apps-in-China-vor-4055168.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Reporter-ohne-Grenzen-warnt-eindringlich-vor-Apples-iCloud-in-China-3963388.html
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