Apple verzichtet auf Umweltzertifikat
Der Hersteller lĂ€sst seine Produkte nicht mehr von EPEAT zertifizieren. Das Umweltlabel ist unter anderem fĂŒr Behörden ein wichtiges Auswahlkriterium beim Kauf.
Apple hat seine Beteiligung an der EPEAT-Zertifizierung zurĂŒckgezogen [1]. Das teilt die auf die Umweltbewertung elektronischer GerĂ€te spezialisierte Organisation mit. Der RĂŒckzug von Apple gilt offenbar nicht nur fĂŒr die Zukunft: Die Datenbank [2] von EPEAT listet das Unternehmen gar nicht mehr und auch in den aktuellen Produktumweltberichten [3] von Apple fehlt nun auch bei bereits zertifizierten Produkten der Hinweis auf das EPEAT-Label.
Weltweit lassen 48 Hersteller ihre Produkte bei EPEAT ĂŒberprĂŒfen, fĂŒr Deutschland gibt die Datenbank aktuell gut 1200 Produkte von 13 Anbietern an. Zu den PrĂŒfkriterien [4] gehören die verwendeten Materialien, RecyclingfĂ€higkeit, Lebensdauer, Energieverbrauch, Verpackung sowie Existenz und QualitĂ€t eines RĂŒcknahme- und Recyclingservice.
(Bild:Â ifixit [5] )
Bislang konnte Apple mit zwei Labels fĂŒr die UmweltvertrĂ€glichkeit seiner Produkte werben: dem Energystar und dem EPEAT-Goldlabel, das belegt, dass nicht nur die Mindestbedingungen, sondern auch mindestens drei Viertel der optionalen Anforderungen erfĂŒllt werden. Nicht nur fĂŒr US-Behörden gelten Vorgaben [6], bevorzugt GerĂ€te mit diesen von der US-Umweltbehörde EPA initiierten Labels zu kaufen. FĂŒr EPEAT war Apple ein wichtiger UnterstĂŒtzer bei der Durchsetzung eines umweltvertrĂ€glichen Standards fĂŒr die Elektronikproduktion.
Apple hat zu den GrĂŒnden fĂŒr den RĂŒckzug keine Mitteilung herausgegeben, sodass man darĂŒber nur spekulieren kann. Das Design des Retina-MacBooks hĂ€tte aber laut einem GeprĂ€ch [7] des Wall Street Journals mit dem EPEAT-CEO Robert Frisbee nicht die Mindestbedingungen der Zertifizierung erfĂŒllt, da unter anderem der Akku mit dem GehĂ€use verklebt ist, was eine Reparatur sowie das Recycling mindestens erschwert [8]. Ob Apple das EPEAT-Label zukĂŒnftig mit einem eigenen oder anderen Zertifizierungssystem ersetzen wird, ist noch nicht bekannt.
[Update 09.07.12 15:51] Einem Bericht [9] des Reparaturportals iFixIt.org zufolge könnte Apple aufgrund des fehlenden EPEAT-Labels Probleme bekommen, seine Hardware in groĂen StĂŒckzahlen an US-Bundesbehörden zu verkaufen. Diese setzten zunehmend auf eine Zertifizierungspflicht [10]. Apple hat sich zu dem Thema bislang noch nicht geĂ€uĂert. (anm [11])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://www.epeat.net/2012/06/news/apple-leaves-epeat/
[2] http://ww2.epeat.net/CompanyList.aspx
[3] http://www.apple.com/environment/reports/
[4] http://www.epeat.net/resources/criteria-discussion
[5] http://ifixit.org/2884/apple-ditches-green-standard-cuts-off-federal-agencies-from-apple-products/#more-2884
[6] http://www.fedcenter.gov/programs/eo13514/
[7] http://blogs.wsj.com/cio/2012/07/06/apple-removes-green-electronics-certification-from-products/?mod=google_news_blog
[8] https://www.heise.de/news/MacBook-Pro-mit-Retina-Display-in-Einzelteilen-1617119.html
[9] http://ifixit.org/2884/apple-ditches-green-standard-cuts-off-federal-agencies-from-apple-products/#more-2884
[10] http://www.washingtonpost.com/politics/promoting-green-electronics-in-government/2012/01/15/gIQAHqKO1P_story.html
[11] mailto:anm@ct.de
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