"Apps fĂŒr Deutschland": Offene Daten gesucht
Ab dem 8. November lÀuft der Wettbewerb, bei dem Internetanwendungen und mobile Applikationen prÀmiert werden sollen, die auf offenen Daten von Bund und LÀndern basieren
Einen ersten bundesweiten Open-Data-Wettbewerb bereiten derzeit die Open Knowledge Foundation Deutschland [1], das Government 2.0 Netzwerk [2] und das Open Data Network [3] vor. Unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums [4] sollen Apps fĂŒr Deutschland [5] gesucht werden, Internetanwendungen und mobile Applikationen, die auf offenen Daten von Bund und LĂ€ndern basieren. Der Startschuss soll am 8. November 2011 auf der Messe "Moderner Staat" fallen, die Gewinner sollen auf der Computermesse CeBIT im MĂ€rz 2012 prĂ€miert werden.
Anders als in Ă€hnlichen Wettbewerben gibt es hier bisher keinen bestehenden Open-Data-Katalog, sondern nur eine kleine Auswahl von DatensĂ€tzen. Daher sind die Bundes- und Landesbehörden aufgefordert, ihre Daten aus Bereichen wie Umwelt, Wetter, Statistik, Geoinformationswesen, Bildung, Gesundheit oder Finanzen weiterzugeben, und zwar kostenfrei in einem maschinenlesbaren Format. Sie mĂŒssen auĂerdem unter einer Lizenz wie der Creative-Commons-Lizenz bereit gestellt werden, die eine weitere Verwendung auch fĂŒr kommerzielle Zwecke erlaubt. Programmierschnittstellen sind erwĂŒnscht, doch die Behörden sollen die Rohdaten möglichst direkt bereit stellen beziehungsweise den Datenbankexport unterstĂŒtzen.
Das Statistische Bundesamt und das Bundesamt fĂŒr Kartographie und GeodĂ€sie wollen Daten fĂŒr den Wettbewerb bereitstellen. Auch haben das Land Bremen sowie die Oberste Bundesbehörde fĂŒr Verkehr, Bauwesen, StĂ€dtebau und Raumordnung sowie das Wohnungswesen ebenfalls bereits angekĂŒndigt, Daten freizugeben. Der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund will die Kommunen mobilisieren.
Ob sich auch das Bundesjustizministerium (BMJ) bewegen wird, ist noch unklar. Dort gibt es etliche DatensĂ€tze, die in aktuellen Open-Data-Projekten wie dem "Offenen Haushalt" verwendet werden könnten. Open-Data-Entwickler Friedrich Lindenberg fordert [6] insbesondere die Herausgabe der Daten des Unternehmensregisters [7]. Wenn TrĂ€gerdaten wie Name, Registerkennung und Anschrift frei als Datenbank verfĂŒgbar wĂ€ren, könnten sie mit anderen Daten wie etwa Parteispenden oder Daten zur projektbezogenen Forschungsförderung leichter verknĂŒpft werden. NĂŒtzlich wĂ€re auch ein offener Zugang zu maschinenlesbaren Fassungen der Daten des Bundesanzeigers, des Bundesgesetzblatts und der Gesetzestexte im Netz. Sie stehen zwar gröĂtenteils bereits online, aber aufgrund urheberrechtlicher Schranken durch Privatfirmen nicht frei verwendbar oder sie befinden sich hinter Bezahlschranken.
Erst bis 2013 will das Bundesinnenministerium die verschiedenen Open-Data-Angebote auf einer zentralen Plattform bĂŒndeln. Bund, LĂ€nder und Kommunen sollen diese dann mit ihren Daten befĂŒllen. Bis 2012 soll eine Strategie stehen, die sich nicht nur mit Open Data, sondern auch mit Kooperation und Partizipation befassen soll, wie ein Sprecher des Ministeriums sagte.
Die Idee fĂŒr den Wettbewerb entstand bereits vor ĂŒber einem Jahr im Umfeld der drei Open-Data-Vereine. Der Titel des Wettbewerbs orientiert sich an dem Wettbewerb "Apps 4 Berlin [8]" im vorigen Jahr. In den USA hieĂ hingegen einer der ersten bundesweiten Open-Data-Wettbewerbe "Apps for Democracy [9]". (anw [10])
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[4] http://www.bmi.bund.de/EN/Home/startseite_node.html
[5] http://www.apps4deutschland.de/
[6] http://okfn.de/2011/07/versuch-es-mit-worten-gebt-die-unternehmensdaten%20-frei/
[7] https://www.unternehmensregister.de/ureg/
[8] https://www.heise.de/news/Wettbewerb-Apps4Berlin-stoesst-auf-Kritik-bei-Open-Data-Verfechtern-1081271.html
[9] http://www.appsfordemocracy.org/
[10] mailto:anw@heise.de
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