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Astronomen finden langlebigsten "Herzschlag" eines Schwarzen Lochs wieder

Martin Holland
Astronomen finden langlebigsten

(Bild: Dr Chichuan Jin, National Astronomical Observatories, Chinese Academy of Sciences, NASA/Goddard Space Flight Center Conceptual Image Lab)

Einige Schwarze Löcher senden Ă€ußerst regelmĂ€ĂŸig Signale ins All. Nun wurde ein lange blockiertes Exemplar wiedergefunden.

Nachdem es ĂŒber mehrere Jahre von der Sonne verdeckt war, hat eine Gruppe von Astronomen das Ă€ußerst regelmĂ€ĂŸige Signal eines Schwarzen Lochs wiedergefunden – sie sprechen von dessen "Herzschlag". Es handelt sich damit um das langlebigste Exemplar dieser Signale, deren Ursprung noch nicht restlos geklĂ€rt ist. Der "Herzschlag" des Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie RE J1034+396 war bei seiner Entdeckung im Jahr 2007 ĂŒberhaupt der erste, der gefunden wurde. Es wiederholt sich ungefĂ€hr einmal pro Stunde.

RE J1034+396 ist ungefĂ€hr 600 Millionen Lichtjahre von uns entfernt, erklĂ€ren die an der Analyse beteiligten Forscher der britischen Durham University [1]. Das regelmĂ€ĂŸige Signal von dort sei bis 2011 in mehreren Aufnahmen nachgewiesen worden, bevor Beobachtungen durch Satelliten von der Sonne blockiert worden. Mit dem Weltraumteleskop XMM-Newton der EuropĂ€ischen Weltraumagentur ESA sei es dann 2018 wiedergefunden worden, erklĂ€ren sie nun. Die von dem chinesischen Astronomen Chichuan Jin geleitete Analyse wird nun in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society vorgestellt [2].

Die Astronomen erinnern daran, dass Materie, die in ein supermassives Schwarzes Loch gerissen wird enorme Energiemengen ausstoßen kann. Es sei jedoch selten, dass dabei ein spezifisches, periodisches Muster entsteht, das an einen Herzschlag erinnert. Das Signal aus RE J1034+396 zeige außerdem, dass derartige Signale sehr stark und langanhaltend sein können. Die Zeit zwischen den AusschlĂ€gen könne Einblicke in die Struktur und die Ausmaße der Materie in der NĂ€he des Ereignishorizonts geben, erklĂ€ren sie. Sie wollen nun eine ausfĂŒhrliche Analyse des "faszinierenden Signals" vornehmen und es mit Ă€hnlichen vergleichen.

[Update 10.06.2020 – 11:40 Uhr] Die Instrumente von XMM Newton mĂŒssen stets von der Sonne weg zeigen, damit diese genĂŒgend Solarenergie abbekommt und warm genug bleibt [3]. Deswegen kann XMM Newton nur in einem Winkel von 70 bis 110 Grad von der Sonne beobachten. Alles, was weiter nördlich oder sĂŒdlich steht, ist fĂŒr den Satelliten nicht zugĂ€nglich. Deshalb blockierte die Sonne die Beobachtungen ĂŒber mehrere Jahre, obwohl XMM Newton wĂ€hrend dieser Zeit im Erdorbit um unsere Sonne kreiste.

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(mho [5])


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https://www.heise.de/-4779439

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.dur.ac.uk/research/news/item/?itemno=41917
[2] https://academic.oup.com/mnras/article/495/4/3538/5851376
[3] https://xmm-tools.cosmos.esa.int/external/xmm_user_support/documentation/uhb/celest.html
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:mho@heise.de