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Barkour: Google entwickelt Benchmark fĂŒr vierbeinige Roboter

Oliver BĂŒnte

Der vierbeinige Roboter ĂŒberwindet ein A-Hindernis auf dem Parcours des Barkour-Benchmarks.

(Bild: Google)

Um die AgilitÀt und MobilitÀt von Robotern zu messen, haben Google-Wissenschaftler einen Roboter-Benchmark erstellt.

Wissenschaftler von Google Research, die jetzt bei Google DeepMind beschĂ€ftigt sind, haben mit Barkour einen Benchmark fĂŒr vierbeinige Roboter ausgearbeitet, der die AgilitĂ€t und MobilitĂ€t von Robotern umfassend misst. Der Benchmark soll dazu beitragen, Fortbewegungssteuerungen fĂŒr Roboter zu entwickeln, die sich dann schnell, kontrolliert und vielfĂ€ltig bewegen können.

Orientiert haben sich die Forschenden an AgilitĂ€tswettbewerben von Hunden, die dabei Hindernisparcours absolvieren mĂŒssen. Ähnlich wie Hunde mĂŒssen die vierbeinigen Roboter einen anspruchsvollen Hindernisparcours bewĂ€ltigen und dabei ihre FĂ€higkeiten unter Beweis stellen. Dazu gehört etwa das Bewegen in verschiedene Richtungen, das Durchqueren von unebenem GelĂ€nde sowie das Springen ĂŒber Hindernisse.

Der 5 m × 5 m große Parcours umfasst vier Hindernisse. Die sind im Gegensatz zu Hundewettbewerben auf einer kleineren FlĂ€che angeordnet, um ihn einfacher in einem Labor realisieren zu können, schreibt das Wissenschaftsteam in der Studie "Barkour: Benchmarking Animal-level Agility with Quadruped Robots" [1], die auf Arxiv veröffentlicht ist. Der Parcours könne jedoch auch fĂŒr grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen angepasst werden und eine variable Anzahl von Hindernissen und Parcours-Konfigurationen umfassen.

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Demnach fÀngt der Roboter auf einem Starttisch an, schlÀngelt sich durch eine Reihe von Stangen und erklimmt einen A-Rahmen. Danach muss er einen 0,5 m Sprung hinlegen und auf einen Zieltisch klettern.

Das Barkour-Bewertungssystem umfasst eine Zielzeit, in der ein einzelnes Hindernis ĂŒberwunden werden muss sowie eine Zeit fĂŒr den gesamten Parcours. Dabei haben sich die Wissenschaftler an Agility-Wettbewerben fĂŒr kleine Hunde der AnfĂ€ngerklasse orientiert, die etwa Zielgeschwindigkeiten von 1,7 m/s erreichen. Die Bewertung erfolgt zwischen 0 und 1 zur BewĂ€ltigung des gesamten Parcours. Bei einer Wertung von 1 wurde der Parcours in einer Zeit von 10 Sekunden absolviert. Das entspricht der durchschnittlichen Zeit, die ein Hund zum Überwinden des Parcours benötigt. Schafft ein Roboter ein Hindernis nicht in der anvisierten Zeit, erhĂ€lt er eine Zeitstrafe.

Den Parcours testeten die Wissenschaftler zunĂ€chst mit Dogglern, Teilnehmer von Hunde-Hinderniswettbewerben, um dadurch sicherzustellen, dass die Zielzeiten auch realistisch sind. Kleine Hunde konnten den Parcours in rund 10 Sekunden absolvieren, der von Google eingesetzte vierbeinige Roboter [3] benötigte dafĂŒr in etwa die doppelte Zeit.

Die individuellen, spezialisierten FortbewegungsfĂ€higkeiten des Roboters trainierten die Google-Wissenschaftler mithilfe von Reinforcement Learning (RL) in einer Simulation. Der Roboter erlernte dabei Geh-, Steig- und Sprungstrategien. Danach trainierten sie die ÜbergĂ€nge zwischen den einzelnen Hindernissen. DarĂŒber hinaus statteten sie den Roboter mit der FĂ€higkeit aus, sich selbst Wiederherzustellen, etwa beim Straucheln an einem Hindernis. Der Roboter kommt so selbststĂ€ndig wieder auf die Beine und kann den Parcours fortsetzen.

Der so trainierte Roboter erreichte AgilitÀtswerte zwischen 0,75 und 0,9. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass der Barkour-Benchmark dazu geeignet ist, die AgilitÀt mehrbeiniger Roboter auf dem Niveau von Tieren zu quantifizieren. Der Benchmark sei anspruchsvoll und könne einfach angepasst werden.

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(olb [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-9162648

Links in diesem Artikel:
[1] https://arxiv.org/abs/2305.14654
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://www.heise.de/thema/Roboter
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:olb@heise.de