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Barnards Stern b: Bislang zweitnÀchster Exoplanet gefunden

Martin Holland
Barnards Stern b: Bislang zweitnÀchster Exoplanet gefunden

So könnte es auf dem neuentdeckten Exoplaneten aussehen.

(Bild: ESO/M. Kornmesser)

Bei einem der uns nĂ€chsten Sterne haben Astronomen nun einen Exoplaneten aus Gestein gefunden. FĂŒr erdĂ€hnliches Leben sieht es dort aber nicht so gut aus.

Bei einer aufwĂ€ndigen Suche haben Astronomen nun doch einen Exoplaneten bei dem der Erde nĂ€chsten Einzelstern gefunden. Wie die EuropĂ€ische SĂŒdsternwarte erlĂ€utert [1], konnte im Rahmen der Projekte Red Dots und Carmenes ein Gesteinsplanet bei Barnards Stern entdeckt werden. Der ist lediglich 6 Lichtjahre von der Erde entfernt – nĂ€her ist uns nur das Dreifachsternsystem von Proxima und Alpha Centauri. Da dort bereits ein Exoplanet gefunden wurde [2], handelt es sich bei dem nun entdeckten um den der Erde zweitnĂ€chsten Exoplaneten.

Den Analysen zufolge ist der Exoplanet "Barnard's Star b" eine Supererde von ungefĂ€hr 3,2-facher Masse unseres Heimatplaneten. Seinen Stern umkreist er einmal alle 233 Tage in der vergleichsweise geringen Entfernung von 0,4 Astronomischen Einheiten. Weil es sich bei Barnards Stern aber um einen kĂŒhlen und massearmen Roten Zwerg handelt, dĂŒrfte er den Exoplaneten nur schwach beleuchten, schreiben die Astronomen. Sie gehen davon aus, dass der Himmelskörper von seinem Stern nur zwei Prozent der Energie erhĂ€lt, die die Erde von der Sonne bekommt. Dort dĂŒrften deswegen Temperaturen um -170 Grad Celsius herrschen – Leben, wie wir es kennen, wĂ€re unmöglich.

Ignasi Ribas, der die Suche geleitet hat, ist sich zu 99 Prozent sicher, dass der Exoplanet auch wirklich da ist, sagte er. Man wolle den Stern aber weiter beobachten, um eine Fehldeutung vollstĂ€ndig auszuschließen. Damit spielt er sicher auch auf die Geschichte der Erforschung des nahen Sterns an, denn bis in die 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts waren viele Astronomen davon ausgegangen, dass bei Barnards Stern schon zwei Exoplaneten der GrĂ¶ĂŸe des Jupiter entdeckt worden waren. Erst nach und nach setzte sich die Erkenntnis durch, dass der vermeintliche Fund auf einem Instrumentenfehler beruhte.

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ESO/Digitized Sky Survey 2 Acknowledgement: Davide De Martin E — Red Dots

Barnards Stern bewegt sich am Firmament schneller als jeder andere Stern: Hier zu sehen an den drei Positionen (in unterschiedlichen Farben) in aufeinanderfolgenden Belichtungen.

(Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2 Acknowledgement: Davide De Martin E — Red Dots)

Barnards Stern ist der sich am schnellsten bewegende Stern am Nachthimmel, in Bezug auf die Sonne rast er mit 500.000 Kilometern pro Stunde. Übers Firmament zieht er so schnell, dass er alle 180 Jahre etwa den Durchmesser des Mondes zurĂŒcklegt. Seinen Exoplaneten fanden die Forscher unter RĂŒckgriff auf den Doppler-Effekt, denn wĂ€hrend er den Stern umkreist zieht er den Stern mal zu uns und mal von uns weg. Dadurch verschiebt sich das hier beobachtete Spektrum jeweils leicht. Die Astronomen können so GeschwindigkeitsverĂ€nderungen von gerade einmal 3,5 Kilometern pro Stunde erkennen – also Schrittgeschwindigkeit.

Exoplaneten (0 Bilder) [4]

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(mho [6])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.eso.org/public/germany/news/eso1837/?lang
[2] https://www.heise.de/news/Proxima-Centauri-Erdnaechster-Planet-ausserhalb-des-Sonnensystems-entdeckt-3304696.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/bilderstrecke/1096511.html?back=4219946;back=4219946
[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/1096511.html?back=4219946;back=4219946
[6] mailto:mho@heise.de