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Berliner Charité und BVG testen autonome Kleinbusse

Stefan Krempl
Berliner Charité und BVG testen autonome Kleinbusse

Die französische Firma Navya prÀsentierte ihr GefÀhrt "Arma", der Konkurrent Ligier einen EZ10 (r.).

(Bild: CharitĂ©/ Peitz)

Von 2018 an sollen vier Roboterbusse auf zwei GelĂ€nden des UniversitĂ€tsklinikums CharitĂ© in der Hauptstadt die Zukunft des elektrischen autonomen Fahrens erproben. Auf der Straße des 17. Juni wird ein weiteres Projekt vorbereitet.

Mit Olli verkehrt seit Ende 2016 bereits ein erster autonomer Linienbus auf dem Euref-Campus in Berlin [1], nun sollen vier weitere dazukommen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Charité und der Senat der Hauptstadt haben am Montag das Forschungsprojekt "Stimulate" vorgestellt [2], mit dem die beteiligten Partner "stadtvertrÀgliche MobilitÀt unter Nutzung elektrischer automatisierter Kleinbusse" erproben wollen. Von 2018 an sollen vier Roboterfahrzeuge auf zwei GelÀnden des UniversitÀtsklinikums unterwegs sein. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt.

ZunĂ€chst ist ein "ausgiebiger Techniktest um den Jahreswechsel" vorgesehen, um die Strecke zu kartieren und die Sensoren sowie LasergerĂ€te vor Ort zu prĂŒfen. Die ersten FahrgĂ€ste können dann voraussichtlich im FrĂŒhjahr 2018 die fahrerlosen Minibusse im Alltagsbetrieb erleben. Die autonomen Shuttles sollen auf dem Campus der CharitĂ© in Mitte und dem GelĂ€nde des zugehörigen Virchow-Klinikums auf drei definierten Routen mit festen Haltestellen und maximal 20 km/h unterwegs sein, eines immer als Ersatzfahrzeug parat stehen.

Die zwei Standorte eignen sich nach Ansicht des CharitĂ©-Chefs Karl Max EinhĂ€upl besonders gut fĂŒr das Pilotvorhaben, da sie mit ihren 270.000 beziehungsweise 138.000 Quadratmetern ĂŒber eine ausreichend große TestflĂ€che verfĂŒgten und vom öffentlichen Straßenland abgegrenzt seien. Mit ihren Gehwegen, Kreuzungen und Verkehrsteilnehmern wie FußgĂ€ngern, Radfahrern sowie Pkw, Lkw und Bussen bildeten sie den Berliner Verkehrsalltag nahezu vollstĂ€ndig im Kleinen ab. DarĂŒber hinaus hĂ€tten alle Kranken- und Rettungswagen Vorfahrt, die mit Blaulicht unterwegs sind.

Bis zum vierten Quartal 2018 soll Personal an Bord sein, das Fragen beantworten und bei Problemen eingreifen kann. Danach ist fĂŒr rund ein weiteres Jahr ein vollstĂ€ndig autonomer Betrieb vorgesehen. Das Land Berlin soll gemeinsam mit dem Institut fĂŒr Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften der CharitĂ© in einer Begleitstudie die Akzeptanz und weitere praktische Aspekte der Nutzung autonom fahrender Busse untersuchen.

Welches Unternehmen die vier Roboterbusse liefern soll, ist noch nicht entschieden [3]. Die Ausschreibung der BVG lĂ€uft noch. Am Montag prĂ€sentierte die französische Firma Navya ihr GefĂ€hrt "Arma" bei dem Ortstermin, der Konkurrent Ligier einen EZ10, ebenfalls "Made in France". Einer der beiden Typen dĂŒrfte in Berlin wohl zum Einsatz kommen. Sie kenne keine serientauglichen Elektrobusse aus Deutschland, bedauerte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Die Herstellerallianz, die Manipulationen bei Dieselautos verabredet haben soll, sei "offenbar auch ein Kartell zur Verhinderung von ElektromobilitĂ€t" gewesen, zitiert [4] die Berliner Zeitung die GrĂŒne.

Parallel nimmt in der Hauptstadt das vom Bundesverkehrsministerium mit ĂŒber 4,6 Millionen Euro geförderte [5] Forschungsvorhaben Diginet-PS [6] Fahrt auf, mit dem das automatisierte und autonome Fahren unter realen Verkehrsbedingungen entwickelt und ĂŒberprĂŒft werden soll. Geplant ist dazu ein "vernetztes, urbanes Infrastruktur-Testfeld" entlang der Straße des 17. Juni, das vom Ernst-Reuter Platz bis zum Brandenburger Tor fĂŒhren soll. Ein erster "Schlachtplan" stehe, erklĂ€rte [7] Sahin Albayrak, Leiter des beteiligten DAI-Labors ("Distributed Artificial Intelligence") an der TU-Berlin, jĂŒngst dem Tagesspiegel. Damit sei klar, wo noch im Sommer auf dem ersten Teilabschnitt bis zum Charlottenburger Tor Kameras und Funktechnik installiert werden könnten.

(anw [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3789184

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Deutsche-Bahn-will-mit-autonomem-Bus-auf-die-Strasse-3574115.html
[2] https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/bvg_und_charite_testen_autonome_kleinbusse/
[3] https://www.morgenpost.de/berlin/article211430231/BVG-und-Charite-testen-fahrerlose-Minibusse-auf-Klinikgelaende.html
[4] http://www.berliner-zeitung.de/berlin/mit-tempo-20-autonome-busse-rollen-ab-2018-durch-mitte-28096592
[5] http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/Presse/102-dobrindt-22-millionen-euro-fuer-forschungsprojekte-zum-automatisierten-fahren.pdf?__blob=public ationFile
[6] http://www.emo-berlin.de/themen/urbane-mobilitaet/diginet-ps/
[7] http://www.tagesspiegel.de/berlin/autofahren-in-berlin-forscher-planen-den-autonomen-feldversuch/20096858.html
[8] mailto:anw@heise.de